Livereview: Isis - Destructo Swarmbots
12. Juli 2009, Bern - Dachstock
By El Muerte & Xenia   
Keine Bilder! Die Kamera unserer Fotografin wurde von einem Volldeppen mit Bier übergossen!!
Wenn Isis rufen, dann lassen sich die Fans nicht lange bitten - Was ursprünglich noch als extrem kauzige Musikrichtung verstanden wurde, bringt heutzutage mehr als stabile Besucherzahlen mit sich, und so konnten Isis auch an diesem Abend gut 600 Nasen mit ihrem Post-Sludge/-Hardcore beglücken. Auffallend gross war mal wieder der Anteil Mucker im Publikum - wenn sich The Ocean-, Unhold- und Zatokrev-Mitglieder versammeln, dann kann die musikalische Brillianz so weit weg nicht sein. Der Dachstock wollte sich zu Beginn des Abends zwar nicht so recht füllen, was aber in etwa an gleichen Teilen dem Rauchverbot, der Hitze, der Musik des Openers Destruco Swarmbots und dem dann doch etwas latenten Hang der Fans, andere Bands zu ignorieren, zugeschrieben werden kann.
Isis hatten diesmal leider kein Merchandise dabei, was - Überraschung - dem kaufwütigen Publikum der vorhergehenden Shows zu verdanken war… Dafür blieben die CD- und Vinyl-Preise extremst moderat, und so konnten im Ausgleich zum fehlenden Merch immerhin die physikalischen Datenträger an diesem Abend einen statistischen Popularitätsschub verbuchen. (El Muerte)


Pünktlich um 21:30 h wurde das Licht im Dachstock abgedunkelt und die Band Destructo Swarmbots betrat die Bretter. Ok..., Band ist übertrieben, denn Destructo Swarmbots bestehen nur aus einem Herren mit Gitarre und einem Laptop. Der Dachstock war erst spärlich gefüllt, denn die meisten Leute standen noch vor der Reithalle, um noch einige Zigaretten zu rauchen, da das Rauchverbot nicht einmal vor dieser Location Halt gemacht hat. Als der New Yorker mit seiner Darbietung anfing, verzogen einige bereits bei den ersten Klängen das Gesicht. Psychedelischer Rock mag ja eigentlich ganz interessant sein, doch irgendwie war sogar mir der Sound etwas zu experimentell und atmosphärisch. Nicht viele blieben oben und hörten sich das ganze Konzert an. Mike verarbeitet sein Gitarrenspiel mit einigen Effektpedalen, welche teilweise den Klang so verfremden, dass man die Gitarre getrost hätte beiseite legen können und mit dem Synthesizer weiterfahren können. Die Songs sind durchmischt mit den unterschiedlichsten Beats, welche teilweise überhaupt nicht in meine Gehörgänge passen. Vielleicht muss man in einer etwas anderer Stimmung sein als ich an diesem Abend war, auf jeden Fall konnte mich der abgespacte Auftritt nicht wirklich überzeugen. (Xenia)

Gegen 22:30 h machten sich die Kalifornier von Isis daran, der versammelten Spitze der Schweizer Musiker-Polizei zu zeigen, wo der Hammer hängt. Glücklicherweise sind Bands wie eben Isis für ihr mehr als solides Live-Können bekannt, die zwei einzigen Variablen zu einem gelungenen Auftritt des Sextetts sind seit eh und je die Soundqualität und die Stimmung im Publikum. Ersteres verbesserte sich während des ersten Songs rasant, während die Stimmung sich von Track zu Track in höhere Lagen zu schrauben schien. Die mittlerweile knapp 600 anwesenden Nasen schwelgten Hand in Hand mit der Band in den Klängen, und auch wenn das jetzt ziemlich hippie-mässig klingt, so muss dies einfach als Tatsache anerkannt werden - Vom Opener «Hall Of The Dead» über Klassiker wie «Dulcinea» hin zu Material von «Panopticon», die dargebotene Musik schien als grosses Ganzes zu fungieren, die Übergänge verschwammen konstant, und die Band (allen voran Fronter Aaron Turner) wippte sich der Glückseligkeit ein Stückchen näher. Höhepunkt des Auftritts war für mich klar «In Fiction», das sich zwar wie der grösste Teil des Materials der liebgewonnenen Isis-Dynamik beugt, dabei aber am tiefgründigsten ausholt. Die Mucker gaben sich nicht all zu kommunikativ, aber das schien die anwesenden Besucher nicht zu stören - Hier wurde bares Geld in muskalische Exemplararbeit umgemünzt, und genau deswegen war man auch angereist. Aaron kann man indes endlich auch in der Live-Situation Fortschritt attestieren, seine Vocals vermögen nun definitiv die ganze Sache zusammen zu halten… Eine Problematik, die in der Vergangenheit oft herbeizitiert wurde. Irgendwann nach ca. 70 Minuten purer musikalischer Brillianz wollte die Band bereits Abschied nehmen, doch das Publikum liess sie nicht gewähren - Mit «The Beginning And The End» holten Isis deswegen zum finalen Rundumschlag aus, und wälzten innerhalb von 8 Minuten alles nieder. Eine grandiose Band auf dem Weg in den Olymp… (El Muerte)

Setlist (ohne Gewähr): «Hall Of The Dead» - «20 Minutes/40 Years» - «Dulcinea» - «Threshold Of Transformation» - «Ghost Key» - «In Fiction» - «Hand Of The Host» - «Carry» - «The Beginning And The End».