New Music Reviews April 2019
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
STEEL PROPHET – The God Machine (Red Vinyl)
ROAR!! Rock Of Angels Records
Gitarrist Steve Kachinsky musste den Abgang von Sangeswunder Rick Mythiasin verkraften. Einer, der massgeblich an der Qualität der bisherigen Alben ganz viel beigetragen hat. Aber der Reihe nach. Eines der ganz wenigen Tapes, das ich besitze, stammt von Steel Prophet. «Inner Ascendance» rotiert noch heute ab und zu in meinem Tape-Player und begeistert mich noch immer mit den Iron Maiden-, Judas Priest-, Vicious Rumors (in den Anfangstagen) und Savage Grace-Einflüssen. Aus dem Jahre 1989 stammte das 6-Track-Tape. Erst 1995 erschien dann das erste Album, welches mich sofort in den Bann gezogen hatte. Ich liebe diese Truppe, auch wenn die Amis mit zunehmender Amtsdauer mehr und mehr in eine für mich nicht immer ganz nachvollziehbare Richtung schipperten. Jetzt ist Rick nicht mehr dabei und Mystic Prophecy-Sänger R.D. Liapakis hat sein Mikrofon übernommen. Was mich zuerst ein bisschen verunsicherte, war, dass Rick doch eher in den höheren Lagen zu Hause sei, doch dies belehrte mich schnell eines Besseren. R.D. singt mit seiner raueren und heiseren Stimme verdammt gut und lässt Steel Prophet wieder in die alte Spur einbiegen. Himmel nochmal, mit einer solchen Scheibe hätte ich von meinen alten Helden nicht mehr gerechnet. Ob es «Crucify», «The God Machine», «Dark Mask Between Love And Hate» (was für eine Hymne!!!), «Soulhunter» oder «Lucifer – The Devil Inside» sind – es macht einfach Spass und hinterlässt das Siegel eines ganz, ganz geilen Metal-Werkes, das erneut von der Gitarrenarbeit von Steve und Jon Paget lebt. Bassist Vince Denis hat ebenso wenig sein Talent liegen gelassen, wie Schlagzeuger John Tarascio. Leute, falls ihr es bisher verpennt und Steel Prophet nicht wahrgenommen habt, ist jetzt die Zeit, verloren gegangenes nachzuholen. Eine verdammte Perle ist «The God Machine» geworden und ich hole mir jetzt gleich all die alten Scheiben hervor und tauche tief in Erinnerungen und Nostalgie ein!
Tinu 

Punkte: 9.7 von 10
CROWHURST – III  (Gatefold LP)
Prophecy Productions
Über 75 Veröffnungen, davon 30 Studio Alben und dieses hier ist noch nicht mitgezählt. Nach normalen Massstäben müsste diese Band hier schon mindestens 200-jährig sein. Aber nein, Crowhurst existiert erst seit dem Jahr 2011. Zu Beginn war die Post Black/Sludge Metal-Band noch ein Einzelprojekt, jedoch nicht weniger produktiv, bis Gründer Jay Gambit dann 2014 an Besatzung aufstockte und das Ganze zu einem Quintett wurde. Kann man eine Band mit so vielen Veröffentlichungen überhaupt noch ernst nehmen? Im Black Metal ist es ja eigentlich üblich, dass zwischen den verschiedenen Releases Jahre vergehen und mindestens zwei Bandmitglieder sterben oder im Knast landen. Spass beiseite… Jetzt hören wir erst mal in «III» rein. Das neuste Album der kalifornischen Band besteht aus sechs Songs. Das erste Stück «I will carry you to hell» beginnt düster mit einem Männerchor im Hintergrund. Rasende Drumms und reissende Gitarrenriffs, begleitet von einem dezenten Frauen Chorgesang, steigen jedoch schnell ein. Nicht zu vergessen, der Schreigesang darf natürlich auch nicht fehlen! Grundsätzlich ist das Ganze in einem eher schnelleren Tempo gespielt, es hat aber auch Parts, in welchen die Gitarre etwas langsamer spielt, was einen geilen Kontrast setzt. «Self Portrait with Halo and Snake» setzt eher auf die ruhigere Seite von Crowhurst. Der monoton ausgelegte Cleangesang des Sängers Jay leitet in den zweiten Song ein, wobei es so dann auch gleich bis knapp über die Hälfte des Liedes bleibt, bis die Stimmung dann wieder etwas verzweifelter wird und in den Scream-Gesang wechselt. So leise wie der Song endet, beginnt auch sein Nachfolger «The Drift». Nach einem rasanten Umbruch geht es mit melodiösen Gitarrenriffs und dem monotonen Gesang weiter, abgewechselt von kurzen Screamparts. Ein zusätzlicher Pluspunkt für die sechseinhalb Minuten Spiellänge, ohne dass es langweilig wird! «La Faim» besitzt eine ähnliche Spiellänge, überzeugt mich jedoch nicht genau so sehr wie sein Vorgänger. Instrumental ist es sehr gut gespielt, jedoch passt der Gesang meiner Meinung nach nicht wirklich mit dem Rest zusammen. Scheisse klingt’s nicht, geil wäre jedoch anders. Okay, das nenne ich mal einen Stilumbruch. «Ghost Tropic» ist erst ruhig gespielt. Sehr ruhig. Dann aber, bämm à la Faust in die Fresse, wird’s laut, schnell und brutal. Cooler Wechsel! Kommen wir zum letzten Song «Five Characters In Search Of An Exit». Dieser beginnt genau so brutal wie sein Vorgänger geendet hat. In der Mitte des Stückes gibt es einen sehr elektrolastigen Umbruch, welcher erst an eine Laserschwert Schlacht in Star Wars erinnert und dann zu “Metalsänger, der sich im Elektroclub verlaufen hat“ switcht. Naja. Wie soll ich es sagen… Es hat gute Ansätze, die nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sogar ziemlich interessant und cool klingen. «III» ist nicht ein irgendwie hingewurschteltes, “Hauptsache möglichst viele Alben raushauen“ Werk, wie ich es zu Beginn befürchtet habe. Nein, ich muss sagen, es ist echt cool. Empfehle ich jedem etwas experimentell angehauchten Metal-Fan!
Zoé 

Punkte: 9.4 von 10
WALDGEFLÜSTER – Mondscheinsonaten
Nordvis Productions
Sanfte Gitarrenklänge und ein Männerchor leiten in das neuste Werk der Black Metal-Band Waldgeflüster ein. Das Album trägt den Namen «Mondscheinsonaten», was viele Leute vermutlich aus einem eher ruhigeren Bereich kennen: der Klassik. Aber keine Sorge, der Titel ist das Einzige, was diese beiden Werke verbindet. Ruhige Klänge und das leise Rauschen von Wind begrüssen die Hörer, bis dann der zweite Song «Der Steppenwolf» das Tempo etwas beschleunigt und auch die Gitarre sowie der Gesang nun krächzend ertönen. Dabei bleibt jedoch die melodiöse Art des vorherigen Songs erhalten, was zusammen mit den kurzen gesprochenen Teilen eine echt geile Mischung abgibt. Das ganze Lied ist durchzogen von schnelleren und langsameren Parts, was jeglicher Langeweile entgegenwirkt. «Gipfelstürme» beginnt zuerst wie sein Vorgänger, unterscheidet sich jedoch durch einen ruhigen, rein instrumental gespielten Part kurz vor der Mitte des zwölf-minütigen Stückes. In dem Stil geht es dann auch das ganze Album durch weiter bis zum zweitletzten Song «Von Winterwäldern und Mondscheinsonaten». Hier bricht der Black Metal ganz durch – das Stück ist schneller und die Gesangsparts viel verzweifelter aufgebaut. Erst mit kurzen Gitarrengeklimper gestartet, dauert es knappe 20 Sekunden, bis es mit vollem Radau losgeht. Rasende Riffs ziehen sich durch den ganzen Song hindurch. Okay, zugegeben, in der Mitte gibt es einen raschen Unterbruch, in welchem sanfte Pianoklänge zu hören sind. Das ist dann aber auch schon alles, denn nachher geht es wieder genauso rauschen voran wie zuvor, bis dann die letzten Takte etwas verlangsamen, um in den nächsten und letzten Song «Staub in der Lunge» überzuleiten. Der Charakter dieses Stückes ist wesentlich freundlicher als in seinem Vorgänger. Clean Gesang zieht sich durch den Song hindurch und es besteht ein ausgeglichener Wechsel zwischen der akustischen und der elektronischen Gitarre. Ein beruhigender Abgang eines imposanten Werkes. «Mondscheinsonaten» ist ein sehr tiefgreifendes Album. Die Künstler haben es geschafft, die Emotionen des Hörers auf so viele verschiedene Arten anzusprechen. Ob durch ruhige Musik und tiefsinnige Texte oder durch wütende, rasende Passagen – es ist alles vorhanden. Echt geil!
Zoé 

Punkte: 9.2 von 10
ELUVEITIE - Ategnatos  (2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
So, jetzt ist 'Ategnatos', das achte Studiowerk der Eluveitier, der neunköpfigen Truppe um Chrigel Glanzmann am Start. Und wisst ihr was? Das neue Werk ist wahnsinnig goil! Weshalb? Nun, man hat wieder fetten Death-Metal am Start, gepaart mit den bekannten Elementeneinstreusel von altertümlichen Instrumenten wie Pfeifen, Mandoline, Dudelsack Trommel, Keltischer Harfe, Drehorgel, Dudelsack und Geige. Habe ich alles? Yep, sieht wohl so aus ... Nun, diese Blutauffrischung innerhalb der Band hat ihre Spuren hinterlassen, und zwar sehr gute Spuren. Ich lehne mich erneut, sehr gerne sogar, sehr weit aus dem Fenster und schreibe, dass «Ategnatos» seit der Gründung 2002 eins der besten Eluveitie-Alben geworden ist, weil es sowohl bekannte Elemente der Eidgenossen beinhaltet, als auch es eben wieder zurück zu den Wurzeln geht und das Element Death-Metal wieder eingetrichtert und eingepflanzt worden ist. Der Schreiberling ist sehr positiv überrascht, denn es ist auch musikalisch, d.h. von der technischen, spielbaren Sicht her gesehen, ein Meisterstück geworden. Total 16 Tracks, die von A-Z vollends überzeugen und sowohl von einer hervorragenden Produktion (New Sound Studio, Tommy Vetterli), als auch von einem sehr düsteren, genialen Cover-Artwork abgerundet worden ist. Perfekt! Da Eluveite seit je her die Vorreiter des folkigen Death-Metal sind, braucht es da wohl keine Vergleiche. Und dennoch, wenn jemand die Band noch nicht kennt und Bands à la Equilibrium, Ensiferum, Kropiklaani oder Dark Tranquility cool findet, dann findet sie bzw. er auch an Eluveitie ihren bzw. seinen Gefallen. Die Gitarren riffen sich genüsslich durch die Songs, teils mit gezielt, sehr goilen Soli, untermalend. Die Mandolinen, Pfeifen, Dudelsack Trommel, keltische Harfe, Geige und Drehorgel werden gekonnt in den Gesamtsound mit eingemischt und verarbeitet. Der Bass untermalt rhythmustechnisch perfekt alle eingesetzten Organe, ob instrumentaler oder menschlicher Herkunft, die Drums blasten kurz, deathen peitschend nach vorne, tanzen mal im Mid-Tempo-Bereich oder in balladesken Ansätzen. Der klare Gesang von Fabienne mischt sich perfekt harmonierend mit dem growligen Gesang von Chrigel zu einer sehr hymnenhaften Einheit zusammen. Als Schlusswort – einfach eine verdammt arschgoile Scheibe, die deinen After herrlich malträtiert, zurechtstutzt und zeigt, wo und wer der Hammer im folkigen Death-Metal innehat und schwingt. Wenn jemand Probleme mit meiner geschriebenen Aussprache hat, dann soll sie bzw. er gefälligst einfach mal das neue Teil namens 'Ategnatos' von Eluveitie reinziehen und Schnauze halten, gefälligst. So, habe fertig! Und wer nicht hört und nicht lesen kann – die und der sind Närrinnen und Narren!
Leopold 

Punkte: 9.0 von 10
ALLEGAEON – Apoptosis  (2 Colored LPS)
Metal Blade/Sony
Wer auf Technical-Prog-(Melodic-) Death Metal abfährt, dem müsste eigentlich Allegaeon ein Begriff sein, zumal mit «Apoptosis» bereits das fünfte Werk der Amis in den Startlöchern liegt. Humor war immer so eine Sache, welche die Jungs gerne in ihren Videos gezeigt haben – nur schon der Clip zu «1.618» mit dem Wheel Of Subgenres ist einfach grandios. Mit «Apoptosis» scheinen die Herren nun etwas erwachsener geworden zu sein. Dies hört man dem Material an und kann es auch bei den bereits erschienen Videos zu «Stellar Titan Disruption» und «Extremophiles (B)» sehen. Doch keine Angst, Allegaeon sind noch immer Allegaeon und dies bedeutet, man muss einfach vor den Saiten-Meistern auf die Knie gehen, denn nur schon was im Opener (rein instrumental) «Parthenogenesis» und dem folgenden Brecher «Interphase Meiosis» an Gitarren- und (!) Bassspielereien abgeht, ist einfach gnadenlos gut. Grundsätzlich würde ich behaupten, auf «Apoptosis» haben Allegaeon das bis anhin beste Songwriting abgeliefert, auch wenn vielleicht ein Überhit der Marke «1.618» fehlt. So kann das Album dennoch über die gesamte Spielzeit mehr als überzeugen und ist meiner Ansicht nach besser als der Vorgänger «Proponent For Sentience». Klar, man muss ein Freund von Frickelleien sein, doch nach wie vor stehen die Songs im Zentrum und dies macht die Scheibe angenehm zugänglich. Vergleicht man dies mit Between The Buried And Me, so fliessen die Songs von Allegaeon wie warmer Honig die Kehle runter. Man könnte dies aber auch als kleine Kritik anbringen, denn bei den herausragenden Fertigkeiten an den Instrumenten wäre ich persönlich nicht mal unglücklich darüber, wenn die Band auch mal etwas komplexer und gar sperriger, dafür mit (noch) mehr Tiefe agieren würde – aber wer weiss vielleicht kommt das ja mal noch. Abschliessend bleibt zu sagen – «Apoptosis» ist heavy, düster und drückt gehörig durch die Magengrube, die erwähnten Songs könnt ihr auch gleich zum Reinhören verwenden und brecht mir nicht die Finger beim Luftgitarre spielen!
R.K. 

Punkte: 9.0 von 10
DEVIN TOWNSEND - Empath (Gatefold, 2 LPs + CD)
InsideOut Music
In der letzten Zeit mag Genre-Buddy Steven Wilson präsenter in den Medien vertreten gewesen sein, aber eines haben die beiden Vollblut-Musiker sicherlich gemeinsam! Sie sind regelrecht besessen von dem was sie erschaffen. Dabei kann man durchaus auch einen Vergleich im übertragenen Sinn zwischen dem Teufelchen in der Person von Devin Townsend und dem Engelchen in der Gestalt von Steven anstellen. Eine weitere Übereinstimmung ist der schmale Grat zwischen Genie, Wahnsinn und Perfektion, die die beiden Nimmermüden im Kreativ-Prozess verbindet. Was den Kanadier (Devin) vom Briten (Steven) hingegen unterscheidet, ist die stilistische Varianz, heisst konkret, dass der Voldemort der Musik insgesamt um einiges heftiger unterwegs ist als so zu sagen Harry Potter. Die Vergangenheit mit Porcupine Tree hin oder her. Bei Mr. Townsend gibt es drei musikalische Hauptadern und zwar mit "Devin Townsend Project", "The Devin Townsend Band" und schlicht er selber als "Devin Townsend". Der letzte opulente Studio-Output war «Transcendence» (2016), das auf die Kappe des "Devin Townsend Project" geht. Bei «Empath» sprechen wir so zu sagen von einer neuen Solo-Scheibe des Meisters. Die ersten paar getragenen Klänge des Openers könnten glatt von Pink Floyd sein, ehe die Reise dann wieder mit gewohnt verschiedenen Arrangements und Stilen aufgenommen wird. Nichts davon ist vorhersehbar und dennoch steckt von Anfang an ein roter Faden drin, der natürlich wiederum nicht Halt vor weiteren blackmetallisch inspirierten Blast Speed Parts macht. Somit nichts Neues unter der Sonne, denn Devin setzt immer genau das um, was gerade in seinem Kopf herum schwirrt. Dies wird auch bei «Empath» so in Szene gesetzt, wie man es vom Hohepriester des Prog Metals schon viele Jahre kennt und schätzt. Die einen mögen dabei kritisieren, dass die Mucke mehr oder weniger "immer gleich" daher kommt, aber die Kenner unter den Fans belächeln hierbei die "Ungläubigen" schon fast mitleidig. «Empath» in seine Einzelteile zu zerpflücken bringt deshalb gar nichts. Das edle Teil steht mit seinen 74 Minuten für nichts anderes als ein weiteres top produziertes Highlight der längst grandiosen Karriere des Devin Townsend.
Rockslave  

Punkte: 9.0 von 10
BACKYARD BABIES – Silver & Gold  (LP)
Century Media/Sony
Was soll man noch gross zu den Backyard Babies sagen? Seit Jahren liefern die Jungs Qualität ab und machen mit ihrer Mixtur aus Sleaze-Rock, Punk und alten Kiss mit Hanoi Rocks Elementen alles richtig. So auch auf dem neuen Werk «Silver & Gold», das mit den beiden Arschtretern «Good Morning Midnight» und dem völlig lockeren, frechen und ungezügelten «Simple Beign Sold» startet. Wie schon zu «Stockholm Syndrom»-Zeiten wird kurz angezählt, das Riff brettert los und mit einem tollen Refrain fräst sich der Song sofort in die Gehörstuben ein. Das Summer-Sunshine-Fröhlich-Werk wurde hier auf den Namen «Ragged Flag» getauft. Mehr Surf, Country und «Leck mich am Arsch» in einem Song geht nicht. Ganz heiss und mit unglaublicher Power überfährt den Hörer «44 Undead». Mit typischem, amerikanischem Flair und positiver Energie kommt der Titelsong um die Ecke. Man ist es vom Vierer gewöhnt, dass ihre Songs kaum die vier Minuten Grenze überschreiten, sondern lieber knapp nach drei Minuten die Handbremse ziehen. Aber mit «Laugh Now Cry Later» schafft es ein Track sogar über sechs Minuten Spielzeit. Der ist verdammt geil geworden, wenn nicht sogar das Highlight von «Silver & Gold» – er wird Akkordeon-Klängen verfeinert. Mit fünf bekannten Hits in Form von «Live In The Studio», davon zwei akustisch, wird diese geile Scheibe abgerundet. Backyard Babies haben nichts von ihrem Flair eingebüsst, sie treten noch immer kräftig in den Arsch und machen Laune ohne Ende.
Tinu  

Punkte: 9.0 von 10
GRAND MAGUS - Wolf God (LP)
Nuclear Blast/Warner
Mittlerweile sind seit der Gründung der einstigen Doom-Combo aus Stockholm auch schon zwei ganze Dekaden ins Land gezogen. Somit gebührt der Band um die verbliebenen zwei Ur-Members Janne "JB" Christoffersson (g/lead vocals) und Mats "Fox Skinner" Hedén (b/backing vocals) entsprechender Respekt für das Durchhaltevermögen. Zu Beginn der Karriere wurde Stoner Rock im Fahrwasser von Spiritual Beggars gezockt, ehe es über die Zwischenstation Doom Metal bald einmal in Richtung Heavy Metal ging, der heute noch Trumpf ist. Dieser stilistische Kreuzzug kam nicht bei allen Fans gleich gut an, und so gab es mittelprächtige Feedbacks neben Top-Platzierungen in den grossen Szene-Zeitschriften. Spätestens ab dem fünften Album «Hammer Of The North» (2010) mit dem gleichnamigen Titeltrack, der bei Spotify übrigens mit über einer Million Aufrufen (!) glänzt, sind Grand Magus dem Underground enteilt, ohne aber der Crème de la Crème anzugehören. Daran konnte auch der sackstarke Vorgänger «Sword Songs» (2016) nichts daran ändern. Ob «Wolf God» da noch eine Schippe drauf legen kann?! Im Gegensatz zu «Freja's Choice», dem "null auf hundert" Opener zuvor, erklingt mit «Gold & Glory» erstmal ein waschechtes Intro, inklusive Cellos! Danach ballert einem gleich der Titeltrack in bewährter Manier entgegen. Eher überraschend folgen bei «A Hall Clad In Gold» zunächst mal Double-Bass Drums à la «Overkill» von Motörhead, ehe das Gebretter von JB einsetzt und mit einem ebenso unerwarteten Ende aufwartet. Bei «Dawn Of Fire» plätschert es zum Voraus, gefolgt von einer Art Halbballade, die einen coolen Mitsing-Part enthält, der sich live sicher gut anstellen wird. Spätestens bei «Spear Thrower» wird einmal mehr untermauert, dass die Schweden ihren definitiven Stil gefunden haben, sprich sich hier bei Judas Priest wohler fühlen, als früher bei Black Sabbath. Das dauert keine drei Minuten, und mehr im Sinne eines klaren Statements braucht es offensichtlich nicht. Der Kracher vor dem Herrn nennt sich jedoch «Glory To The Brave» und walzt zu Beginn als Midtempo-Riffer alles nieder, was gerade im Weg steht! Der Tempo-Zuwachs in der Mitte mündet zum Schluss schliesslich wieder beim Anfangsthema. Beinahe hardrockig bratzt «He Sent Them All To Hell» daher, während «Untamed» zum Schluss die Tempo-Schraube wieder anzieht und durch abwechselnde Tempi für Aufmerksamkeit sorgt. «Wolf God» hält das Niveau vom vorangegangenen Highlight locker und gewinnt mit jedem Abspielen an Kontur.
Rockslave   
Punkte: 9.0 von 10
SILVER BULLET – Mooncult  (CD)
Reaper Entertainment
«Mooncult» zeigt uns den Power Metal von seiner prächtigen Seite! Die Finnen Silver Bullet liefern mit ihrem zweiten Studioalbum eine Wucht an epischen, heroischen und harten Klängen. Das Werk beginnt mit dem zweiminütigen Intro «Edinburgh», welches das Album mit gregorianischem Choral einleitet, der sich zu einem dramatisch epischen Chor mit orchestraler Begleitung entwickelt – im Stil von «Carmina Burana – Oh Fortuna». Nicht weniger episch setzt dann der Power Metal mit «She Holds The Greatest Promise» ein – reissende Gitarren, schnelle Drums und kräftige Vocals überfallen den Hörer. Im Refrain werden abermals Chöre zur Verstärkung eingesetzt – diese zeichnen unter anderem die Musik Silver Bullets aus. Sänger Nils Nordling überzeugt bereits im ersten Lied mit seiner hohen rockigen Stimme – er ergänzt das Konstrukt der komplexen Musik perfekt. Nicht nur mit Chören, sondern auch mit diversen orchestralen Einlagen wird ihr sonst schon powerreicher Stil unterstrichen. Zudem liefern die Finnen sensationelle Gitarrensoli, die im Kontrast zu den markanten Riffs stehen und abermals Schub geben. Jedes Lied hat einen ganz eigenen Charakter und überzeugt wieder aufs Neue. Im siebten Track «The Chalice And The Blade» tritt zudem eine Gastsängerin auf, die mit ihrer starken Stimme eine tolle Abwechslung hineinbringt und die sonst schon so heroische Musik vervollständigt. Das anschliessende Lied «Burn The Witch» mit seinen fast acht Minuten sticht aus dem Album heraus – der Song beginnt mit einem kurzen Monolog und überrumpelt mit epischen Melodien, schreddernden Gitarren und diversen Stimmungs- und Tempowechsel. Ein Power Metal Masterpiece, welches sich im Verlauf aufbaut und den Eindruck einer Geschichte hinterlässt. Klar, dass danach ein kurzes, ruhiges Zwischenstück «Purgatorius» als Outro und gleichzeitig Intro für den zehnten Track «Eternity in Hell» folgt. Dieser liefert dann wieder eher schwerere, düstere Klänge als Kontrast zum vorherigen melodiösen Knaller. Dieses Album ist eine wahre Wucht und ein Muss für jeden Power Metal Fan sowie Fans von komplex verflochtenen heroischen Klängen!
Sina   
Punkte: 9.0 von 10
ASP – Zaubererbruder Live & Extended  (3 LPs)
Trisol Music Group GmbH
2018 feierten ASP zehn Jahre ihres Doppelalbums «Zaubererbruder – der Krabat-Liederzyklus» und tourten damit durch die Lande. Wer dieses Highlight verpasst hat, kann nun mit dem Livemittschnitt «Zaubererbruder Live & Extended» auf der Nostalgieschiene mitfahren: Ganze 2.5 Stunden Spielzeit bietet dieses Live-Album und das in einer erstaunlich knackigen und satten Aufnahmequalität. Neben den altbekannten Songs des wohl erfolgreichsten und beliebtesten Albums der Schwarz-Rocker gibt es auch einige Neuheiten zu hören: Das wirklich zauberhafte «Osternacht», das rockige «Geh und heb dein Grab aus, mein Freund», «Der Letzte (Krabat-Reprise)» sowie die Lesung «Das Andere Ende». Die Rolle der Kantorka übernimmt Sängerin Patty Gurdy, die ausserdem die Drehleier spielt. Das Album basiert auf dem Roman «Krabat» von Otfried Preußler, das von dem jungen Krabat erzählt, der Zauberlehrling bei einem Schwarzen Meister wird. ASP ist unbestreitbar eine der sympathischsten Bands der Schwarzen Szene und das macht sie live auch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Nun ist ihnen ein weiteres Kunststück gelungen: Nämlich diesen Charme und die Magie des Bühnenspektakels auf zwei Silberlinge zu bannen. Gänsehaut garantiert! Fazit: Ein wunderbares Live-Album, das die Stimmung wunderbar herüberbringt und 2.5 Stunden Entertainment bietet.
Patricia H.    
Punkte: keine Wertung
EXCRUCIATION - [E]met (Compilation CD)
Auric Records
Compilations sind immer so eine Sache – meistens sind sie das Produkt kommerzgeiler Plattenlabel-Heinis, welche keine Ahnung von der Materie haben und einfach viel Kohle aus einer Band oder derer Hinterlassenschaft pressen möchten. Es gibt aber zum Glück auch löbliche Ausnahmen – und zu so einer zähle ich «[E]met» der Zürcher Kult-Truppe Excruciation. Nicht nur, dass die Jungs super sympathisch sind (durfte ich selbst erleben), auch ihr Sound ist sehr authentisch und eigenwillig, und das ebenfalls im positiven Sinne. Nun, nachdem sich die Band jahrelang ohne 'richtigen' Output und lediglich mit Splits, Singles, Demos etc. durch den Untergrund gespielt hatten, kam man nun nach und nach mit LPs hervor, und das zu Recht! Mit «[E]met» erhält man nun die Chance, viele der bisher nur sehr schwer bis gar nicht zu erhaltenden Tracks auf einer Scheibe nachhören zu können. Sozusagen ein kleiner historischer Abriss über das Schaffen der Schweizer, das einen guten Einblick verschafft und das Verlangen nach einer neuen Scheibe nochmals aufheizt.
Toby S.
   
Punkte: keine Wertung
PETER H. NILSSON – Little American Dream  (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Den amerikanischen Traum träumt der Schwede Peter H. Nilsson. Dies auf ziemlich eindrückliche, musikalische Art und Weise. Cooler Hardrock, den man sich gerne bei einer offenen Cabrio-Fahrt anhört. Der Bass pumpt die Songs nach vorne («Me And You») und die Produktion erklingt genauso, wie es sein muss. Mit Sänger Chris Biano bringt eine warme und tolle Stimme den «american way of life» zum Leben. Irgendwo zwischen Survivor, Hardline, Loverboy und Night Ranger, mit einer sehr eigenen Note, lädt Peter ein, sich eine genussvolle Zeit mit einem tollen Album zu machen. Ob es der Titelsong, «Haunted», «Rumours» oder «Magic» ist, es macht einfach Laune auch mal fernab von fetten Gitarren und harten Beats ein Album geil zu finden, das locker rockt und nicht mit Härtegrade neue Rekorde aufstellen will, sondern mit coolen Liedern dir ein süffisantes Lächeln auf die Lippen zaubert, dich mit dem Bewusstsein zurücklehnen lässt, dass das Leben doch so einfach und schön sein kann. Danke Mister Nilsson!
Tinu   
Punkte: 9.0 von 10
MÖTLEY CRÜE – The Dirt (Soundtrack - 2 LPs))
Eleven Seven Music
Über Netflix flimmert die Biografie von Mötley Crüe. Auf ziemlich lustige und eindrucksvolle Art wird in Ton und Bild der Aufstieg der Band und der Fall einzelner Musiker recht schonungslos dargeboten. Der dazugehörende Soundtrack darf nicht fehlen und so ist «The Dirt» sehr wahrscheinlich die geilste «Best Of», die es von den Skandalrockern aus L.A je zu hören gab. Neben den neuen Tracks «The Dirt», «Ride With The Devil» plus «Crash And Burn» und der Coverversion von Madonnas «Like A Virgin», sind es speziel die Tracks der ersten beiden Alben «Too Fast For Love» (fünf Songs) und «Shout At The Devil» (vier Songs), welche mich einmal mehr vom Sitz reissen. Nicht unbegründet ist «Shout At The Devil» eines der drei Alben, welches ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Ein “Red Hot“ hat noch heute nichts von seiner mitreissenden Dynamik verloren und “kickt“ bei jedem Hören mächtig den Arsch. Es war auch Mötley, dich ich als erste Band live gesehen hatte – damals am 14. November 1984 als Support auf der «Powerslave»-Tour von Iron Maiden. Eine Entjungferung, die ich nie vergessen werde. Aber auch «Live Wire», «Too Young To Fall In Love» (was für eine Hymne!) und die unvermeidlichen «Girls, Girls, Girls», «Kickstart My Heart» sowie «Home Sweet Home» dürfen auf dieser CD nicht fehlen. Der Chaoten-Vierer hat sich mit jedem Album neu erfunden und immer wieder Hits am Laufband geschrieben. Für die harten Fans interessant, weil die neuen Tracks dieses modernere Flair haben, das man mögen kann, aber nicht muss…
Tinu
   
Punkte: keine Wertung
AORATOS - Gods Without Name
Debemur Morti Productions
Mit Aoratos hat sich Naas Alcameth, sonst in Diensten von Nightbringer und Akhlys, ein weiteres Betätigungsfeld geschaffen. Und so erwartet uns auch mit Aoratos Black Metal, und zwar von der garstigen und hässlichen Sorte! «Parallax I» ist eine Art Intro, oder besser eine Geräuschkulisse, die eher nichtssagend ist. Mit «Holy Mother Of Terror» zeigen Aoratos zum ersten Mal ihre hässliche Fratze und liefern endgeilen Black Metal frei Haus ab! Interessant, wie gekonnt das Tempo von rasend zu atmosphärisch hin und her pendelt. Harsch und gewaltig türmt sich «Of Harvest, Scythe And Sickle Moon» auf und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Die leichte Industrial-Schlagseite fügt sich lückenlos in den Gesamtsound ein. Mit ähnlichem Geschepper poltert «Gods Whitout Name» dahin, nur werden jetzt vereinzelte Breaks zum Verschnaufen eingestreut! Das macht den Song abwechslungsreicher. Wie der Sänger keift, verdient das Prädikat “Weltklasse“ und gibt den Songs eine gewisse Einzigartigkeit! Trommelgewaltig bricht «Thresher» über uns herein und Aoratos zeigen abermals ihre hässliche Fratze. Black Metal zum Verlieben! Im hochgeschwindigkeitsmässigen Tempo kommt «The Watcher On The Threshold» ohne Umschweife direkt auf den Punkt. Mit undefiniertem Rauschen kommt «Prayer Of Abjection» aus den Startlöchern und leider zieht sich diese Soundcollage über den ganzen Song hinweg! Interessanter und umso geheimnisvoller, nimmt uns «Dread Spirit Of The Place» mit auf die Reise und baut sich zu einem wahren Monster von einem Song auf! Gespannt wartet man, was als Nächstes kommen wird: Atmosphäre oder rohe Gewalt? Gegen Ende hin übernimmt wieder die rohe Gewalt das Zepter, aber nur im Zusammenspiel mit genialen Breaks! Ein Meisterwerk von einem Song! Zum Schluss gibt es ein bedeutungsloses Outro namens «Parallax II». Ohne Intro und Outro bekäme dieses Album von Aoratas eine absolute Spitzennote, so muss ich aber in der A- und B-Note einen Abzug vollziehen! Alles in allem aber ein Spitzendebut und ein Kauftipp an alle Black-Metaller, die den Black Metal roh und ungezähmt lieben!!
Roolf  
Punkte: 8.9 von 10
VILE CREATURE - Preservation Rituals (Best Of CDs)
Prosthetic Records
Um den Einstand beim neuen Label Prosthetic Records gebührend zu feiern, haut das kanadische Duo von Vile Creature mit «Preservation Rituals» eine Retrospektive von den Jahren 2015 bis 2018 raus. Mit einem schmerzverursachenden Ton beginnt diese Klangreise mit «A Constant Yearning To Leave», um danach in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit zu versinken. Die Musik ist allerfeinster Doom, leider ist jedoch der HC-Gesang nicht so nach meinem Geschmack. Hypnotisch dreht sich «Motivated By Guilt» immer und immer wieder um die eigene Achse und das für eine gefühlte Ewigkeit. Zum Schluss darf der Sänger auch noch rumbrüllen. Reichlich Mystik verbreitet «A Pessimistic Doomsayer» und man kann sich ausgezeichnet in Geduld üben, weil der Song so schnell wie eine Schnecke vorwärtskommt und eine schleimige Spur nach sich zieht. In dem Sinn also ein Doom-Song wie er im Buch steht: Endlos lang, minimste Temposchwankungen, sich immer wiederholend und dazu noch mit Drone-Geflimmer! Meisterhaft! «Water Tinted Gold And Tainted Copper» huldigt anfänglich noch der Natur mit lieblichem Vogelgezwitscher. Dem wird aber schnell ein Ende gemacht und zwar mit dissonantem Geflimmer, das mich an die göttlichen Sunn O))) erinnert! Einzelne Schreie werden effektvoll eingesetzt. Diese Schreie sind auch ein Bestandteil von «Circuits Bending And Breaking» und das Ganze hört sich sehr verstört an. Die Musik dreht sich wieder in einer Endlosschlaufe. Düster und knarzig geht es mit «Forest Subsists As A Tomb» weiter und dieser Song breitet sich flächendeckend wie ein Lavasteppich aus. In diesem Song werden gekonnt verschiedenartige Atmosphären geschaffen und so mutiert auch dieser Song zu einem Meisterstück! Musikalisch nähert sich dieses Album mit «Sky In Descending Pieces» dem Ende zu. Nochmals werden sämtliche Doom-Register gezogen und so ist dieser Song ein würdiger Abschluss! Auf dem Album ist noch ein Audiobook enthalten, das mit gesprochenen Texten und leiser Hintergrundmusik aufgefüllt ist. Eine wirklich geile Compilation, die mich förmlich rufen lässt: Will unbedingt haben!!
Roolf  
Punkte:
keine Wertung
ORIGIN - Abiogenesis-A Coming Into Existence (Re-Release Blue LP)
Agonia Records
Nun, ein weiterer – sehr empfehlenswerter – Release, Re-Release – jetzt bin ich etwas von der Rolle und Baff, ehrlich gesagt – von Origin. Einerseits ist «Abiogenesis» von der Schaffenswelt der Jahre 1991 bis 1996, jedoch noch nie releast worden, und mit «A Coming Into Existence» erfolgt die allererste EP aus dem Jahre 1997 wieder veröffentlicht. Nun, machen wir mal weiter... Origin hatten letztes Jahr ihren Aufritt zusammen mit den Eidgenossen von Omophagia im Dynamo Zürich, Werk 21. Genau diesen Power haben Origin rübergebracht ins Jahr 2019. Nun, Songs eins bis acht sind wohl zu «Abiogenesis» zugehörig, Songs neun bis zwölf zu «A Coming Into Existence». Präsentiert wird von den Kansasianern, Californianern und New Yorkern eher der grindcore-lastige technische Death-Metal, eben die sogenannten Anfangsjahre einer Band, die seit 1991 besteht. Der US-amerikanische, aktuelle Vierer ist dem technischen Brutal-Death-Metal zuzuschreiben und in den Anfangstagen wohl eher dem grindcorelastigen Brutal-Death-Metal. Die Produktion ist bretterhart, da kommt eine Soundwall auf dich zugeschossen. Das Coverartwork gleicht der EP, ist jedoch nicht dasselbe. Es passt aber zum Albumtitel, denn es ist eine Photographie aus dem Universum, aus einer weit entfernten Galaxie. Die Gitarre ist typisch fett und bretterhart gerifft und gestimmt, kurze, abstrakte Soli, jedoch nicht bei jedem Song, runden das grindcorelastige Geriffe ab. Der Bass kommt ebenfalls sehr sauber und bretterhart rüber. Die Drums sind meist im Hyper-Speed-Tempo getrommelt, mit der Untermalung von Triggern hauptsächlich im grindcorigen und blastbeatenden Stil. Die Vocals sind pervers guttural gehalten, recht extrem. Für Fans von Origin ein Meisterwerk, allen anderen vorsorglich ein Ohr voll riskieren, so à la Decrepit Birth, Nile, Cryptopsy, Hate Eternal, Fleshgood Apocalypse und Konsorten.
Leopold    
Punkte: keine Wertung
SOLITUDE – Reach For The Sky
Mighty Music
Der japanische Vierer von Solitude liefert mit dem vorliegenden «Reach For The Sky» ein bemerkenswertes Stahlgewitter alter Güteklasse ab. Während acht Songs lässt der Longplayer die Knochen knacken und die Nackenmuskulatur wird überstrapaziert. Die Japaner um Akira Sugiuchi (Vocals) haben ihren ganz eigenen Groove gefunden, der mehr als ansteckend ist. Riff für Riff schreiten sie zur Metal-Attacke, die klar von Bands wie Motörhead, Saxon oder den alten Metallica-Arbeiten geprägt ist. «Reach For The Sky» ist eine Homage an die aktuellen und alten Metal-Götter sowie allgemein an die Musik der härteren Gangart. Solitude haben gemeinsam exzellente Harmonien und wundervolle Melodien entwickelt, die sie nun in abwechslungsreiche Songs verarbeitet haben. Man kann den Spirit der Band in jedem einzelnen Song fühlen. «Reach For The Sky» ist definitiv ein Album für Liebhaber von traditionellem Speed Metal mit klassischen Heavy Rock-Einflüssen. Auch wer die Bewegungen der NWOJHM in den letzten Jahren etwas verfolgt hat, kommt um den Vierer von Solitude nicht mehr herum. Sie haben die Szene im Sturm erobert und das hat ihnen unter anderem Touren mit Enforcer, Tank oder Venom eingebracht. Wer eine vorgefertigte Meinung zu japanischen Heavy Metal-Bands hat, der sollte sie jetzt ganz schnell über Bord werfen und sich «Reach For The Sky» reinpfeiffen. Sayonara!
Oliver H.  
Punkte: 8.9 von 10
ENFORCER – Zenith  (Gatefold LP)
Nuclear Blast/Warner
Enforcer ist für mich eine Truppe, die ich mir nicht immer anhören kann. Entweder die Songs packen mich, oder sie lassen mich kalt. Das liegt zu einem grossen Teil auch an der Stimme von Olof Wikstrand, die mit einer Lage ausgezeichnet ist, die an den Nerven sägen kann. Ansonsten sind auf der neuen Scheibe einmal mehr die Gitarrenparts, die zu gefallen wissen und dabei schon mal an Iron Maiden oder Mercyful Fate erinnern können. Was mir besonders gefällt, ist, dass die Herren dieses Mal mit weniger Geschwindigkeit ans Werk gehen und somit mit dem Opener «Die For The Devil» und «Zenith Of The Black Sun», getragen von einer tollen Bassmelodie, sofort überzeugen. Dass dann ein Speedtrack in Form von «Searching For You» folgen würde, war so klar, wie das Amen in der Kirche. Mit einer kleinen Halbballade («Regrets») erweitern die Schweden ihr Repertoire nochmals und beweisen, dass sie auch solche Lieder komponieren können. Der Stampfer «The End Of A Universe», das Hitverdächtige «One Thousands Years Of Darkness», das Pfeil schnelle «Thunder And Hell» und das sich steigernde «Ode To Death» präsentieren das Quartett von einer neueren Seite, die der Truppe sehr gut zu Gesicht steht. Enforcer hat in meinen Ohren damit das ausgereifteste Album abgeliefert. Dies geht sicherlich zu Lasten der jugendlichen Unbekümmertheit. Es zeigt die Nordländer aber mit einer Erfahrenheit und sie sind damit erwachsener geworden, so dass sie endlich auch aus dem Schatten der grossen Bands heraustreten könnten. Ganz toll gemacht. Kompliment!
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
ICED EARTH – Enter The Realm (Re-Release 12" Maxi)
Century Media/Sony
Das legendäre «Enter The Realm»-Demo von Iced Earth wird wieder veröffentlicht. Es gibt einen Grund zu feiern, denn die vier Tracks, plus zwei Intros, haben doch mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel. Songs wie «Colors», «Nightmares», «To Curse The Sky» und die Bandhymne «Iced Earth» haben auch heute nichts von ihrem Flair verloren. Keine andere Band hat es bis heute verstanden, typischen achtziger-Metal mit so vielen spielerischen Finessen zu versehen und trotzdem immer einen roten, eingängigen Faden einzuweben. Es sind diese Iron Maiden-artigen Gitarrenparts und die dazu passenden Breaks, die noch immer überzeugen und begeistern. Diese Songs waren das Gerüst zum Debüt-Album, welches damals wie eine Bombe in die Death und Black Metal geschwängerte Szene einschlug und half, den Metal wieder in die richtigen Wege zu leiten. Keiner, ausser Rock’n Rolf (Running Wild), spielte eine solche Rhythmusgitarre wie Jon Schaffer. Der Gesang von Gene Adam passt wie der berühmte Deckel auf den Eimer und mit der Rhythmussektion, bestehend aus Dave Abell (Bass) und Greg Seymour (Drums), sowie Lead-Gitarrist Randy Shawver konnte nichts schief gehen. Wer diese Songs bis jetzt noch nicht gehört hat, muss unbedingt zugreifen. Selten war der Metal dermassen ehrlich und unverfälscht rein.
Tinu    
Punkte: keine Wertung
A NEW REVENGE – Enemies And Lovers (LP)
Golden Robot Records
Diese Stimme kenne ich doch?! Klar, das ist Tim «Ripper» Owens, der schon bei Judas Priest und Iced Earth für Aufsehen sorgte. Dazu gesellen sich Gitarrist Keri Kelli (Night Ranger, ehemals Alice Cooper), Bassist Rudy Sarzo (ehemals Whitesnake, Ozzy, Quiet Riot) und Schlagzeuger James Kottak (ehemals Kingdom Come und Scorpions). Hier kann man von einer richtigen Supertruppe sprechen und von einer, die es versteht, tolle Songs zu schreiben. Neben Tim ist es Keri, der endlich zeigen kann, was alles in ihm steckt. In meinen Augen einer der unterbewertetsten Gitarristen. Songtechnisch spielt sich alles im traditionellen Hardrock-Genre ab. Dabei kommen ab und an einige modernere Tunes zum Einsatz («Never Let You Go»). Dafür gibt es mit «Glorious» typisches US-Rock-Futter, das locker in die Charts einsteigen könnte und irgendwo zwischen Night Ranger und Alice Cooper liegt. Interessant auch, wie Mister Owens klingt, wenn er nicht nur den Metal-Helden aus sich rausschreit, sondern auch mal, für seine Verhältnisse, “verhalten“ singt. Über die Rhythmusmannschaft muss man nichts sagen. Die glänzt wie eh und je und ich wünsche mir echt, dass diese Truppe nicht nur ein Studioprojekt bleibt, sondern auch auf Tour geht. Dazu sind die Lieder wie das schmissige «The Eyes», der Titelsong und das schnelle «Here’s To Us» oder «Scars» einfach zu gut. Was der Truppe aber die Luft rauben könnte, ist, dass man speziell Tim mittlerweile als typischen «ich-sing-in-jeder-Band-mit» Musiker wahrnimmt und man so A New Revenge keine Chance gibt. Wäre schade, denn das Zeugs knallt echt!
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
XAON - Solipsis  (LP)
Mighty Music
Und nun mal mit symphonischem Death-Metal aus heimischen Landen, nämlich aus dem Kanton Wallis, aus Sion, beglückt das Duo von Xaon mit «Solipsis» die geneigten Metallerinnen und Metaller. Sehr interessanter symphonischer Death-Metal wird auf dem zweiten Longplayer namens «Solipsis» dargeboten, ganz goile Mucke. Klar, live wird das Duo von weiteren Mitgliedern unterstützt, verständlich und wohl bemerkt. Seit 2014 symphonieren Xaon nun schon im metallischen Gewerbe und präsentieren uns sehr interessantes und durchdachtes Songwriting in den neun Songs. Mit untermalenden Synthesizern gelingt ihnen ein bombastisches Meisterwerk, sehr hymnenhaft und atmosphärisch. Die Gitarren shreddern und riffen sich im deathigen, leicht technisch-progressiven Bereich durch, gepaart mit interessanten, melodiösen und leicht klassisch angehauchten Soli. Der Tieftöner steht dem Riffing in nichts nach und begleitet die Gitarre gekonnt solide. Die Drums triggern, blasten, doublebassen, grooven und treiben stets nach vorn. Die Synthesizer mit der Orchestration bildet ein wunderbarer Boden für weitere gewaltig symphonische Taten. Der Gesang ist nebst dem Klargesang eindeutig im growlenden, jedoch klar verständlichen Bereich zu finden und zu hören. Die Produktion ist sehr druckvoll, klar. Das Coverartwork spricht das Atmosphärische vollends aus den Farben und der Gestaltung heraus und thront über jeder gespielten Symphonie auf «Solipsis». Eine Band mit viel Potential für die Zukunft und ich werde, sofern ich die Möglichkeiten habe, Xaon mal livehaftig reinziehen, denn was sie auf «Solipsis» an Genuss verströmen, will ich auch mal live erleben. Ach ja, Fans von Dimmu Borgir, Dark Tranquility, Septic Flesh, etwas Samael und weitere Acts desselben Genres werden hier wohl zugreifen. Zieht euch eine ganz goile und mit viel Potential behaftete Band rein. Einfach nur bombastisch goil!
Leopold  
Punkte: 8.8 von 10
LANCE KING – ReProgramm
Nightmare Records
Der amerikanische Sänger und Songwriter Lance King veröffentlicht sein zweites Solo-Album. Mit dabei hat er am Schlagzeug Morten Gaden Sorensen. Der Amerikaner kennt den Dänen noch aus seiner Zeit bei Power-Metaller Pyramaze. Dieser Stil stellt auch eine Basis für das Soloalbum dar. Das zweite Standbein ist unüberhörbar Progressiv Metal. Lance King kreiert seine Lieder aus dem Besten aus beiden Welten. Dabei achtet er immer auf Eingängigkeit. Der Gesang erinnert entfernt an Goeff Tate von Queensryche. Das Songwriting dagegen agiert Richtung Threshold und einfacheren Symphony X. Lance King schmiedet alle zwölf Lieder auf äusserst hohem Niveau. Wer sich auf «ReProgramm» einlässt, wird deshalb seine wahre Freude haben. Euphorisch könnte man gar eine Note über 9 zücken. So ein weltumspannender All-Time-Klassiker ist «ReProgramm» aber bei allem Lob doch nicht geworden. Das muss er aber auch nicht. Denn das Zweitwerk hat Ecken und Kanten. Es soll nicht jedem Black-Metaller Tränen in die Augen treiben. Prog-Metal-Fans werden hier einen Schatz mit zwölf Perlen finden, den sie nur ungern wieder weggeben werden. Einzelne Lieder dabei heraus zu heben, würde dem Gesamtwerk ungerecht werden. «ReProgramm» wird Lance King noch weiter in der Szene verankern und setzt grosse Ausrufezeichen.
Roger W.   
Punkte: 8.8 von 10
HELLOWEEN –
The Keeper Of The Seven Keys – The Legacy (2 Re-Release LPs)
Nuclear Blast/Warner
Der Aufschrei war gross, als sich Helloween traute, die beiden Meisterwerke «Keeper Of The 7 Keys» Teil Eins und Zwei mit einem dritten Part zu ergänzen. Zumal dies nicht mit Michael Kiske passierte, sondern mit Andi Deris. ABER! Schon der Opener der Doppel-CD «The King For A Thousand Years» überzeugte mit vielen Breaks, Geschwindigkeit und tollen Melodien. Dabei ging das eigentliche Highlight und das den beiden Vorgänger-Album am nächsten stehende Stück «Born On Judgement Day» fast unter. Der Hit «Mrs. God» überzeugte damals ebenso, wie das mit Candice Night eingesungene «Light The Universe». «Do You Know What Your Fighting For», gehört dabei ebenso zu den ganz grossen Momenten von Helloween, wie auch «Come Alive», «The Shade In The Shadows» und «Get It Up». Mit einem Album katapultierte sich der Fünfer wieder an die Spitze zurück und sahnten ab ohne Ende.
Tinu    
Punkte: keine Wertung
AARON BUCHANAN AND THE CULT CLASSICS -
The Man With Stars On His Knees  (LP)
Listenable Records/Edel
Coole Mucke, die Aaron Buchanen hier vorträgt – zackig gespielt, rockig und mit viel Melodie. Songs wie «All The Things You`ve Said And» und «Dance Down Below» gehen sofort ins Ohr, reissen den Zuhörer mit und machen unheimlich Spass. Zwischendurch blitzen immer wieder kurze Queen-Chöre durch. Der Chor am Anfang von «Journey Out Of There» ist für grosse Hallen gemacht; ich stelle mir gerade vor, wie denn 10000 Leute mitsingen. Gänsehaut pur. Da hört man etwas Muse raus. An den grandios gespielten Gitarren hört man Tim McCarthy und Aaron Buchanans Schwerter Laurie. Grim Reaper-Bassist Mart Trail und Drummer Paul White vervollständigen die Band. Einfach Top, was die Briten hier abliefern, auch bei etwas langsameren Hymnen wie dem Titeltrack wird man mitgerissen als Zuhörer. Ein hammer Song jagt den anderen. Beim schnelleren «Left Me For Dead» schwingt Nickelback mit – das klasse Gitarrenriff und treibende Drums prägen diesen Track. Bei «Mind Of A Mute» hört man auch Creed und Stone Sour-Ähnlichkeiten, aber keine Klone, sondern ebenfalls mit einer grossen Portion Eigenständigkeit. Die Mischung macht’s halt aus. «Morals» ist dann wieder einer zum Mitsingen – einfach grossartig, wie die Songs hier greifen und spannend gehalten werden. Hier stimmt einfach alles. Vor allem die wunderbaren Gesangslinien und Chöre werten das Ganze enorm auf. Aaron Buchanan und seine Truppe haben hier einfach alles richtig gemacht. Die Mischung aus all den oben genannten Bands zusammen plus die eigenen Ideen vermischen sich hier zu einem außergewöhnlichen Stück Musik. Top Album!
Crazy Beat   
Punkte: 8.8 von 10
LIGHTFOLD – Deathwalkers  (CD)
Pitch Black Records
Das zweite Album der griechischen Progressive / Power Metaller Lightfold liefert uns dynamische Melodien und mitreissende Rhythmen! Mit «Deathwalkers» taucht der Hörer in eine neue Welt ab – ihre Musik ergreift den Hörer, egal ob Schub gegeben oder eine ruhige sinnliche Melodie aufgegriffen wird. Lightfold behandelt in ihrem Werk diverse Aspekte auf philosophischer Basis rund um das Thema Leben und Tod. Ein perfektes Sujet um im typisch ausgefallenen Progressive Metal verarbeitet zu werden. Musikalisch liefert das Quartett hoch komplexe Konzepte, die abwechslungsreich gestaltet sind und jedes Prog-Herz höherschlagen lassen. «Death As A Beginning» wird wortwörtlich genommen, denn das Werk beginnt mit einem kurzen Intro, in dem ein Telefongespräch und ein anschliessender Autounfall zu hören ist. Der zweite, bzw. erste richtige Track «Save me» beginnt ruhig, mit einer schönen und gleichzeitig bedrückenden Melodie. Sänger Martin Deathwalker (klingelts?) überzeugt sofort mit seiner beruhigenden und dennoch kräftigen Stimme. Schnell wendet sich das Blatt, das Lied baut sich auf – komplexe Rhythmen, ergreifende Gitarrenriffs und -einlagen sowie Chorgesang im Background bilden eine tolle Atmosphäre, die nicht zu beschreiben ist. Jeder Track verbirgt eine neue Überraschung, die instrumentalen Schwerpunkte werden immer wieder anders gesetzt – mal ist es eine Klaviermelodie, mal Elekto-Einflüsse und mal der Frauen-Vokalgesang im Background, welche die Musik in einen speziellen Fokus setzen und somit den Track ausmachen. Die oft gehörte Frauenstimme im Hintergrund von Margarita Papadimitriou überrascht in der Nummer sieben «Angel of the Earth», welche sich als eine eingängige und reissende Powerballade als Duett entpuppt. Aber damit bleibt es nicht beim einzigen Gastauftritt in «Deathwalkers», auch Acid Death Sänger/Bassist Savvas Betinis sowie Musiker Nikos Roussakis tragen zu diesem hochkomplexen Werk bei. Die vielen ruhigen, mystischen Teile im Album, welche eine eindrückliche Dynamik erschaffen, stehen im Kontrast zu harten Passagen, die wiederum ihre Wirkung erzielen und somit wahrhaftig tollen Progressive Metal zustande bringen. Mein persönlicher Favorit, meines Erachtens eines der härteren Tracks, ist «The Battle» als Nummer elf von dreizehn. Das Lied beginnt in einem treibenden, “marschierenden“ Rhythmus, dumpf und powerreich – wie ein Battle eben begleitet werden soll. Die Strophe sowie Zwischenparts sind düster und unterstreichen die Thematik. Hingegen im Refrain kehrt wie das Licht wieder zurück – er ist schön, ergreifend und “hoffnungsvoll“. Obwohl ein paar Lieder aus dem Werk alleinstehend ein bisschen schwammig wirken, passen sie in das Gesamtkonstrukt super hinein. Die Scheibe als Ganzes hat definitiv was auf dem Kasten – für jeden Progy-Fan empfehlenswert reinzuhören.
Sina   
Punkte: 8.8 von 10
WHITECHAPEL - The Valley (LP)
Metal Blade/Sony
Der deathcorige, death-metallige Fünfer aus Tennesse (Knoxville), U.S.A., seit 2006 aktiv, veröffentlicht mit «The Valley» bereits deren neuntes Studioalbum. Zehn Songs sind auf «The Valley» enthalten – sie gehen von extrem brutalem und corigem Death bis zu rein akustischen, mit Klargesang ausgestatteten Liedern. Da wird wohl die komplette, musikalische Weite des Metals zelebriert. Nebst eben diesen ruhigen, wie extremen Momenten, kommen noch sehr ausgefeilte, shreddende und melodiöse Gitarrensoli hinzu. Es erinnert etwas an Fallujah, Rivers Of Nihil oder The Black Dahlia Murder. Aber keine Bange, Whitechapel sind und bleiben eigenständig, keine Frage. Den eben besagten Mix zelebrieren nicht viele Bands aus diesem Genre. Die Gitarren kommen recht tief gestimmt und hart rüber, riffen sich zähnefletschend durch die zehn Tracks, gepaart eben mit akustischen Momenten, genialen Soliattacken und auch ab und an mit melodiösen Linien und Bögen. Der Bass geht beinahe neben dem sehr dominanten Gitarrensound unter, dennoch kämpft er sich ab und an seine Highlights im Gesamtsound zurecht. Die Drums blasten einerseits, dann doublebassen sie und pattern sich im Mid-Tempo abstrakte und groovige Momente zusammen. Der Gesang ist extrem guttural, dann wieder sehr aggressiv, tief und böse shoutend und wechselt dann zu guter Letzt in den Klargesang über. Die Produktion ist bretterhart, auch da kommt eine Soundwall aus den Boxen gequillt. Ein sehr mystisches und passendes Cover rundet die ganze Sache treffend zu «The Valley» ab. Eine interessante Mischung einer sehr abwechslungsreicher Combo.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
KING KOBRA - King Kobra & II (Digipak - Re-Releases)
Metalville/Musikvertrieb
Es dürften mitunter die Nachwehen vom kultigen Auftritt beim "Sweden Rock"-Festival 2016 gewesen sein, dass die Band der Amis um Vanilla Fudge Drummer Carmine Appice und Ex-W.A.S.P. Bass-Derwisch Johnny Rod die letzten beiden Studioalben, die erst 2011, respektive 2013 erschienen sind und King Kobra 2.0 mit Paul Shortino als Frontmann verkörpern, gleich nochmals auf die Menschheit losgelassen werden. Das macht aber insofern klar Sinn, als dass die beiden Alben echt zu gut sind, um bald wieder in der Versenkung zu verschwinden. Wer die beiden Sound-Schmuckstücke bisher und wohl aus den verschiedensten Gründen nicht beachtet hat, kriegt hiermit nochmals den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl, wenn nicht einen ganzen Lattenzaun verabreicht. Wer auf knackigen amerikanischen Hardrock steht, kommt an diesen beiden Audio-Leckerbissen aus dem Hause Frontiers (what else?!) definitiv nicht vorbei! Somit heisst dies spätestens jetzt zuschlagen, obwohl die Neuausgabe von «King Kobra» (2011) auf den Bonus-Track «Red Flags» verzichtet.
Rockslave
   
Punkte: keine Wertung
ONCE AWAKE - Inside The Storm
Reaper Entertainment
Moderner Death-Metal, Metalcore? Mmh, mathematischer Death-Metal? Wohl von allem etwas – ab in den Mischer damit und schauen, dass der Frosch darin nicht schneller ist als der Mischer selsbt... «Inside The Storm» in einer wohl übertriebenen, satirischen Machart dargebracht vom Schreiberling. Aber wer sind denn Once Awake? Well, das sind fünf Norweger aus Bergen, die seit 2004 emsig an ihrem Soundkonstrukt basteln und eben mit «Inside The Storm» ihren Zweitling veröffentlichen. Nun, auf den zehn Tracks ziehen sie alle musikalische Elemente mit drein, die eben eine metalcorige, melodische Death-Scheibe heutzutage ausmachen. Etwas Meshuggah, etwas Children Of Bodom, etwas Trivium, yo, und so weiter und so fort. Hörprobe, ja, das macht eh' immer Sinn. Die Gitarren sind anständig runtergestimmt – man rifft sich mit viel Treble am Gitarrensound durch die Songs, mal etwas akustisch gehalten, dann wieder recht abstrakt, mal groovig, mal deathig, mal thrashig, immer im Gepäck eine Prise Melodie für die berühmten Bögen und Linien dabei, kombiniert mit interessanten Gitarrensoli. Der Meister des Tieftöners setzt sich soundmässig von den beiden Klampfen ab und gibt herrlichen Boden und Walking-Basslines. Der Schlagzeuger ist variantenreich, es ist nicht einfach ein unkoordiniertes Gebolze, im Gegenteil; es sind sehr bewusst eingesetzte Patterns, mal abstrakt und eben auch öfters groovig im Mid-Tempo eingesetzt. Der Hals setzt sich beim Schreiberling öfters mal in Bewegung in den zehn Songs, da man eben grooven kann, nebst dem abstrakten Gefrickel. Der Gesang ist brutal und extrem shoutend, böse, stets immer grenzwertig zwischen Shouts und Growl, jedoch immer verständlich. Eine druckvoll-saubere Produktion, ein sehr träumerisch-wirkendes Coverartwork, da passt wieder mal alles. Ja, ja, die Norweger, die können's halt. Nicht oft, aber wenn sie was am Start haben, dann passt es meistens zu 99,9%, jawohl.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
VULTURE - Beyond The Blade (7" Single)
Metal Blade/Sony Music
Ich glaube, das ist das erste Mal in all den Jahren meiner freizeitmässigen Tätigkeit als Rezensent, dass ich die digitale Aufbereitung einer Vinyl-Single für eine Rezi erhalten habe! EPs in Form von CDs waren es hingegen ein paar, und auch in diesem Monat befindet sich eine in meinem Haufen. Vulture ist eine deutsche Speed Thrash Metal Band aus Nordrhein-Westfalen, die erst seit 2015 besteht und 2017 ihr Debüt «The Guillotine» raus gehauen hat, das auch bei Metal Factory mit guten 8.3 von 10 Punkten bedacht wurde. An mir ging dieser Kelch allerdings eher vorbei, denn die Riege der stilistischen Kollegen wie Enforcer, Striker oder Stallion liegt bei mir nicht so oft auf dem Plattenteller. Andererseits fischen all diese Truppen damit in der Szenen-DNA prägender Bands wie Venom, Overkill, Destruction, Exciter oder Nasty Savage. Was bei den Deutschen auf jeden Fall positiv zu Buche steht, ist der überaus druckvolle Sound, gepaart mit dem technischen Können und der offensichtlichen Fähigkeit, nicht bloss wie ein Rip-off aus den 80ern zu klingen. «Beyond The Blade» oder kurz «B.T.B» betitelt, setzt nahtlos dort an, wo man mit dem töften Debüt einen ersten überzeugenden Genre-Markstein hingestellt hat. Das exklusive und nur auf dieser Single erhältliche Thin Lizzy Cover «Killer On The Loose» ist hingegen nur etwas für Komplettisten. Meine alten Lauscher bekunden hier echt Mühe, das Original auszumachen. Nichtsdestotrotz lassen es Vulture, wie kürzlich bei uns in Stans beim "Iron Force"-Festival, ganz ordentlich krachen, und man kann davon ausgehen, dass der am 07.06.2019 erscheinende Zweitling «Ghastly Waves & Battered Graves» weiteres erstklassiges Kraftfutter für junge und junggebliebene Metalheads auffahren wird.
Rockslave    
Punkte: keine Wertung
TEL - Lowlife  (LP)
Aural Music
Mit ihrem Debut «Lowlife» beglücken uns Tel aus den USA und bieten uns Sludge Doom Metal an. Mit knarzigen Tönen beginnt «Ouroboros» und schleicht sich im Zeitlupen-Tempo in die verwinkelten Gehörgänge. Wie der Mühlstein Korn zu Mehl mahlt, so spielen Tel die Töne zu Staub. Geil ist auch der verzerrte Gesang, der von Zeit zu Zeit nahtlos ins Gegrowle übergeht. Mit Tribal-artigem Getrommel kommt «Submerged» aus den Startlöchern und sofort setzt der Sänger mit voller Verzerrung ein! Dieser Song ist von ruhiger Natur und dazu hypnotisierend! Düster und beim Todes-Metal wildernd, geht es mit «Red Level» schon fast rasend zu und her. Das Meditieren gönnt sich eine wohlverdiente Pause. So machen Tel die ganze Geschichte abwechslungsreicher, als die übliche Kost vom selben Buffet. Zur Mitte hin gibt es noch eine Jam-Session, die sich nahtlos in den Song einfügt. Mit dem Wechsel von Gegrowle zu Mönchsgesängen kann «Choke» punkten. Die dazugehörende musikalische Begleitung fällt sehr experimentell aus. Ruhig geht es mit «Strangers» in den Endspurt. Dissonanz und Melancholie geben sich die Klinke in die Hand und irgendwie erinnert dieser Song an Soundgarden zu "Black Hole"-Zeiten. Dieses Debut hat es in sich und so ist Tel sicher mehr als nur ein Geheimtipp!!
Roolf   
Punkte: 8.6 von 10
THE END MACHINE – The End Machine  (2 Gatefold LPs)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Dokken sind zurück. Nicht ganz, aber zumindest ¾ davon. Gitarrist George Lynch, Bassist Jeff Pilson und Trommler Mike Brown haben zusammen mit dem ehemaligen Lynch Mob-Sänger und heutigen Warrant-Shouter Robert Mason ein Album veröffentlicht, das sicher nicht an die glorreichen Zeiten von Dokken erinnert, aber ein cooles und abwechslungsreiches Hardrock-Album geworden ist. «The End Machine» erklingt, als würde man Lynch Mob nach den ersten beiden Alben weiterführen – rockig, mit tollen Momenten und einem starken Sänger. «Ain’t No Game», «Ride It», «Hard Road» und «Burn The Truth» sind sehr spannende Anspieltipps. Neben den musikalischen Fähigkeiten des Vierers, lassen auch immer wieder einfache, nachvollziehbare Refrains aufhorchen. Aber wie gesagt, es ist weder ein «Back For The Attack», noch ein «Unchain The Night» geworden, die damaligen grossen Werke von Dokken; dafür hat sich alleine schon George viel zu sehr von dieser musikalischen Seite abgewendet. Es sind teils eher leicht melancholische Parts, wie man sie auch schon auf «Wicked Sensation» (Lynch Mob) hörte, die sich mit einer spielerischen Leichtigkeit in die Gehörgänge bohren und so Freude machen. Muss man gehört haben und vielleicht dem Album seine Zeit zum Entwickeln geben.
Tinu   
Punkte: 8.5 von 10
DANKO JONES - A Rock Supreme  (Crystal Clear LP)
AFM Records/Musikvertrieb
Sensible Gemüter sollten jetzt nicht weiterlesen: Drummer Rich Knox ist immer noch in der Band, und das nach vier Jahren und drei Alben – shocking Moment! Das ist das letzte Mal gewesen, dass ich über den Drumhocker-Schleudersitz bei Danko Jones einen blöden Witz gemacht habe, versprochen. Und was gibt es sonst noch von der Schweinerock-Front zu melden? Dass sich Danko Jones als Band wohl definitiv gefunden hat, in jeder Hinsicht. Die ganz wilden, ungestümen Tage von den Anfängen bis und mit «We Sweat Blood» (2003) scheinen leider endgültig der Vergangenheit anzugehören. Das rohe, geradezu animalische Energielevel von damals wird die Band wohl nie mehr erreichen. Unter dieser Prämisse kann man «A Rock Supreme» als weitere solide Danko Jones-Scheibe geniessen, die sich nach «Fire Music» (2015) und «Wild Cat» (2017) in die Diskographie einreiht, ohne wirklich anzuecken. Und wie seine beiden Vorgänger hat auch der neuste Output von Danko Jones einige echte Leckerbissen zu bieten – aber eben auch die eine oder andere recht durchschnittliche Nummer («Dance Dance Dance», «Lipstick City», «Party» und natürlich der obligatorische Thin Lizzy-Kniefall «That Girl»). Andererseits lässt ein Knaller wie das finale «You Can’t Keep Us Down» die Hoffnung doch wieder aufflammen, dass die Band ihre ursprüngliche Rohheit wieder einmal finden möge. Aber seien wir ehrlich, das hat bisher keine Band wirklich geschafft, denn entweder wurden sie mit den Jahren noch härter (Overkill, Motörhead, Exodus, Testament, Slayer, Grave Digger, Saxon etc.) oder schliffen an ihrem Sound etliche Kanten ab, ohne dabei ganz zu erweichen (die meisten anderen…). Damit kann ich durchaus leben.
Mirko B.   
Punkte: 8.5 von 10
SWORN ENEMY – Game Changer  (Blue Splatter LP)
M-Theory
Fünf Jahre mussten sich Fans der NY Hardcore-Thrasher Sworn Enemy gedulden, um endlich etwas Neues auf die Lauscher zu bekommen. Jetzt ist es soweit und mit ihrem Werk «Game Changer» macht die Truppe aus Queens ordentlich Dampf im Kessel. Seit mehr als 15 Jahren steht die Band für derbe Basslines, knackige Drumparts und geile Riffwände. Dabei darf natürlich auch der legendäre Sal Lococo am Mikro nicht fehlen, der sich wieder einmal in Bestform zeigt. «Game Changer» wird als „back to the roots“-Album angepriesen und soll die Jungs auch wieder „back to the road“ bringen. Die New Yorker scheuen keine Kompromisse und so geben sich Midtempo, Blasts, Breaks und Progressivität die Klinke in die Hand. Elf Songs voller Intensität erwarten die Fans und solche, die es noch werden können. Als Hörprobe kann «Prepare For Payback» als ein Paradebeispiel für die eben erwähnte Mixtur sehr empfohlen werden. Wem das schon zu abgefahren klingt, sollte es mit «Coming Undone» probieren. Feinstes akustisches Gitarrenspiel, das dann in erwünschtes, wütendes Gefilde abdriftet. Der Trupp versteht es wirklich, Gegenpole zu setzen, ohne sich dabei zu verlieren. «Fragments Of A Broken Life» oder «The Consequence» können hier sicher auch noch in die Liga der etwas anderen Songs aufgenommen werden. Damit sollte eine Entscheidung über „im Player bleiben“ oder „raus damit!“ getroffen werden können. Wer aber jetzt schon Anhänger von NY-Hardcore und Thrash-Metal ist, der wird mit dem Griff zu Sworn Enemy’s «Game Changer» nicht ganz falsch liegen.
Oliver H.   
Punkte: 8.5 von 10
ATHANASIA – The Order of the Silver Compass (Picture Disc LP)
ROAR!! Rock of Angels Records
Nach vielen unruhigen Jahren veröffentlicht das Trio Athanasia unter Caleb Bingham (Ex-Five Finger Death Punch) ihr Debut-Album «The Order of the Silver Compass». Zusammen mit Jason West (Ex-Murderdolls; Ex-Wednesday 13) am Schlagzeug und Brandon Miller am Bass sowie Background-Vocals schlägt Gitarrist und Vocalist Bingham eine brachiale, dumpfe und dennoch melodiöse Musikrichtung ein. Das Werk ist als klassischen Heavy Metal mit starken Black, Death und Thrash Metal Einflüssen zu beschreiben. Was mit Windrauschen und sinnlichen Akustikgitarrenklängen beginnt, erfährt schnell eine 180-Grad Wendung. «Read Between The Lines» setzt nach dem ruhigen Intro mit einem schweren, schleppenden Riff ein, welches sich im Tempo in Kombination mit rauchigem Gesang steigert. Schnell kommen harte Growl-Einlagen und brachiale Klänge zum Vorschein, die mehr oder weniger durch das ganze Album zu hören sind. Während der zweite Song «Spoils Of War» eher von klassischem Heavy Metal geprägt ist, bringt der Titeltrack «The Order of the Silver Compass» ‘trashige’ Einlagen zum Vorschein, während die Screams an typischen Black Metal erinnern. Der Refrain hingegen ist wieder rockig Clean gesungen – mit dieser Wendung entsteht eine enorme Dynamik, welche den Hörer in seinen Bann zieht. Durch die vielen Tempowechsel, die Umbrüche im Stil bzw. Genre und die Abwechslung der Growl-, Scream- und Clean-Einlagen wird dieses Werk definitiv nicht langweilig. Der fünfte Song «The Bohemian» hat mich persönlich nochmals vom Hocker gehauen. Zu Beginn erklingt ein bedrückendes Klopfen mit düsteren Melodien und Gemurmel im Hintergrund, was an Ritual-Musik erinnert. Nach einem Umbruch wird dem Hörer ein eingängiges und einfach geiles Riff vorgestellt, welches sich aufbaut und schnell durch die harte Stimme Binghams unterstützt wird. Im Pre-Chorus kommen wieder Black Metal ähnliche Screams zum Vorschein, welche eine tolle Wendung erzeugen und dem Lied eine neue Note verpassen. Und schlussendlich, dieses Gitarrensolo, wie auch diejenigen der anderen Songs, fesselt und erzielt nochmals eine andere Wirkung der Musik. Das Album liefert mehr, als zu Beginn evtl. erwartet wird. Musikalisch und stilistisch auf sehr hohem Niveau reisst das Debut-Album «The Order of the Silver Compass» in seinen Bann und überrascht in jedem Track wieder aufs Neue. Der klassische Heavy Metal, der andauernd von anderen Stilrichtungen unterbrochen oder ergänzt wird, erhält so eine total neue Wirkung. Ich freue mich schon auf die nächsten Projekte. Athanasias – weiter so!
Sina   
Punkte: 8.5 von 10
KISS – Kiss World-The Best Of Kiss (" Gatefold LP & Digital Copy)
Universal Music
Die Kuh wird gemolken… Leider. Ich bin einer dieser Unverbesserlichen, welcher die Jungs aus den Staaten noch immer bedingungslos liebt. Ich weiss, man kann über das letzte Studio-Werk diskutieren, aber was mit «Kiss World» passiert, finde ich dann doch auch ein bisschen übertrieben. Okay, das Ganze erscheint nun auch als Vinyl, aber diese CD wurde schon 2017 veröffentlicht mit der genau gleichen Songreihenfolge. Passend zu der angeblich letzten Tour kann man hier einen tollen Einblick in die Schaffensphase der Schockrocker erhalten. Der Querschnitt geht von der legendären ersten Schminkphase, über die «Unmasked»-Zeit, bis hin zu den letzten Studiowerken. Ob dies dann die ultimative Zusammenstellung ist, wird jeder Hardcore-Fan sicher anders sehen, aber als Einstieg beinhaltet «Kiss World» sicher viel Essentielles wie «Rock’n Roll All Nite», «Detroit Rock City», «I Was Made For Lovin‘ You», «Beth», «Lick It Up», «Heaven’s On Fire», «Hard Lick Woman», «Shout It Out Loud», «Love Gun», «Shandi» oder «Modern Day Delilha». Schön auch, dass «I’m A Legend Tonight» zu hören ist. Dass man aber «Creatures Of The Night» weglässt, ist schon fast Blasphemie. Also, für Neueinsteiger sicher ein sehr interessantes Werk, für die Hard-Fans, ein weiteres Album, welches man haben muss, um die Kollektion zu vervollständigen. Trotz allem bleibt eines so sicher, wie das Amen in der Kirche – «You wanted the best and you got the best, the hottest band in the world, KISS!», denn das sind Paul Stanley, Gene Simmons, Tommy Thayer und Eric Singer noch immer! Sind wir gespannt, ob die laufende Tour wirklich die letzte sein wird.
Tinu
   
Punkte: keine Wertung
AMONG VULTURES - Among Vultures  (CD)
Eigenvertrieb
Heiligs Blechle! Was die fünf Franzosen da auf ihrem Debüt abliefern, kann man getrost als Schlag in die Fresse bezeichnen. Gefangene werden keine gemacht, da wird gebrettert und gegroovt, wie wenn es kein Morgen mehr gäbe. Und das quer durch alle elf Tracks hindurch. Among Vultures waren offenbar früher als Attack Vertical bekannt, und jetzt sind die Franzmänner unter neuer Flagge unterwegs, um ihre Version des modernen, groovenden Metalcores mit Death Metal-Anleihen unter die Massen zu bringen. Dabei schreckt man weder vor düsteren Melodien, noch vor schleppenden, doomigen Parts zurück, ganz zu schweigen von einem growlenden Shouter, der angepisst as fuck ist. Klingt stellenweise wie die Landsmänner von MinusHuman oder den Kollegen von Degradead. Summa summarum: Among Vultures bieten auf ihrem Debüt zwar nicht wirklich Neues oder Weltbewegendes, aber das müssen sie auch nicht – der Stoff knallt einem die Birne so oder so weg, und dank der Variabilität in den Melodien ist man auch auf der sicheren Seite, dass man die Scheibe nicht gleich nach den ersten paar Tracks aus dem Player reisst. Kommt gut!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
BRYMIR - Wings of Fire  (CD)
Out of Line Music
Was bekommt man, wenn man Folk, Melodic Death und Symphonic Metal mischt? Etwa so episch, wie man sich diese Kombination vorstellt, klingt sie auch. Die in Helsinki gegründete Band ist leider noch viel zu unbekannt, wenn man bedenkt, was sie draufhat. Das dritte Studioalbum bringt fabelhafte Klänge, die einen wörtlich abdriften lassen – so muss man das beschreiben. 47 Minuten lang werden die Ohren, wie man es so schön sagt, beglückt. Ein Fest für alle, die die drei oben genannten Genres feiern. Wohl dosiert, perfekt abgestimmt – das Songwriting ist definitiv gelungen. Kühl, irgendwie romantisch, aber gleichzeitig düster und kraftvoll würde ich die Musik beschreiben. Dies dürfte konkret dem Einsatz gewisser Orchesterelemente zu verdanken sein. Ist dieses Album also sogar im Power Metal einzuordnen? Dessen bin ich mir unsicher, es würde aber irgendwie passen. Das zweite Projekt des Battle Beast Gitarristen Joona Björkroth ist zwar vielleicht noch teilweise ein Geheimtipp, dies dürfte sich jedoch (hoffentlich) recht bald ändern, denn wenn die Band so weitermacht, steht der grossen Karriere nichts mehr im Wege. Für mich ist dieses Album ganz klar einer der Favoriten des Jahres 2019 und ich kann wohl nichts Anderes tun, als den Kauf der Scheibe wärmstens zu empfehlen.
Mona   
Punkte: 8.5 von 10
STEELWINGS – Back  (CD)
Sliptrick Records
Die alten Herren wollen es noch einmal wissen – und wie! Die Schwedischen Hard-Rocker Steelwings waren zwischen 1982 und 1992 aktiv und brachten es damals zu verschiedene Demos und 1989 zu einem Album. 2007 gab es eine kurze Wiedervereinigung und seit 2013 sind sie wieder aktiv. «Back» ist erstes Werk seit der Neugründung. Hier überzeugen die Schweden mit einem kernigen Schunkel-Hard-Rock. Dieser ist alles andere als innovativ oder sonst aufsehenerregend. Das Hören macht aber unglaublich Spass. Die Stimme von Sänger Tommy Söderström klingt nach einer entfernten Mischung aus Dio und Biff Byford (Saxon). Er hebt «Back» erst aus der grossen Masse heraus. Einziges Manko ist das Schlagzeugspiel, das noch ein wenig knackiger sein könnte. Stilistischen kommen mir immer wieder unsere Krokus in den Sinn, ohne das Steelwings dabei allzu stark auf AC/DC setzen. Könnte man Marc Storace aber höchstens mit Bon Scott verwechseln, so ist Söderströms Stimme bei aller Klasse doch eher austauschbar – auf hohem Niveau. Wer nach diesen Worten immer noch nicht von Steelwings überzeugt ist, der höre in «My Rock Is Hot», dem textlich christlich angehauchten «Ride On» oder «Walk In The Sky» rein. Wer generell Hard Rock mag, kann mit diesem Album nicht viel falsch machen.
Roger W.   
Punkte: 8.5 von 10
ANTROPOMORPHIA - Merciless Savagery  (LP)
Metal Blade/Sony
Die vor zehn Jahren reformierten Tillburg-Veteranen sind einmal mehr die pure Macht. Sie bleiben ihrem Stil treu und liefern auch auf dem vierten Album nach der Wiedervereinigung ihre Variante von groovigem, unheilvollem old school Death Metal. Musikalisch dürfte das garstige Kind von Bolt Thrower und Unleashed etwa so tönen. Gepaart mit den unheilschwangeren Growls und der verhallten Atmosphäre kreieren Antropomorphia ein konstant pumpendes Banger-Paradies mit schlammartiger Sogwirkung. Ein Album zum laut hören, für alle Geniesser von Urinstinkten und hämmerndem Puls. Ein Album so gut, dass der Gastbeitrag von Farida Lemouchi (The Devil's Blood) auf "Luciferian Tempest" fast zur blossen Randnotiz verkommt. Fettes Teil, sowohl zum abschalten wie auch aufladen geeignet. Reinhören!
Hardy    
Punkte: 8.5 von 10
KISSIN BLACK – Dresscode: Black  (CD)
Notte Nera Records
Akustischer Dark Rock aus der Schweiz – das sind Kissin Black! Das Geheimrezept der Luzerner ist einfach: Eine Prise südländisches Temperament, etwas Mystik aus den Schweizer Bergen und jede Menge Liebe zur Musik! Die Musik erinnert an Bands wie The 69 Eyes, Lord Of The Lost oder auch HIM, nur eben in der (grösstenteils) Akustik-Version. Die Akustikgitarre verleiht dem Dark Rock einen leichten Western/Country-Charakter, der sich erstaunlich gut als Crossover mit der Schwarzen Szene macht. Wie die Schweiz ist auch Sänger Giu Mastrogiacomo mehrsprachig unterwegs: Lyrics in Englisch, Französisch (z.B. in der Ballade «Jolie») und Italienisch (Im Intro «Chi dice porto sfortuna?») sind Teil der Playlist. Eins der Highlights ist das The Doors Cover «Riders», das Giu und Anna Murphy (ex-Eluveitie) im Duett singen. Dafür hätte es den Track «Oh Girl FrenchGirl» mit Florian Grey nicht gebraucht… Weitere Highlights sind der Ohrwurm «Giants» sowie der eingängige Titeltrack «Dresscode: Black». Einziger Kritikpunkt: Die Aufnahme wirkt mitunter ein wenig dünn. Da hätte ich ein wenig mehr erwartet. Fazit: Akustischer Dark Rock mit leichtem Western Einschlag ist mal was ganz anderes und ich mag die gemütliche und doch düstere Stimmung, die das Album heraufbeschwört. Ein sehr schönes, abwechslungsreiches Album!
Patricia H.   
Punkte: 8.4 von 10
S91 - Along The Sacred Path  (CD)
Rockshots Records
Die Italiener mit der tollen Sängerin Mari Londino kommen hier mit ihrem zweiten Album «Along The Sacred Path». Geboten wird Symphonic Prog Metal, der spannend und sehr interessant aus den Boxen schallt. Schon der Opener «Constantine The Great» beginnt sehr spannend und baut sich zu einem treibenden Song auf, hier zum grössten Teil von Gitarrist Franz Romeggini gesungen. Sehr schöner Kontrast zum Gesang von Mari. Ebenfalls ist die Prog-Nummer «Saint Patrick» sehr stark, denn auch hier wird die Nummer vom zweistimmigen Gesang von Mari und Franz im Refrain getragen. Auch wenn’s ganz ruhig wird, überzeugen die Italiener – gut zu hören beim schönen «Pope Gregory». Oder hört euch «Olaf II Haraldson» an, vor allem der Savatage-like Chor am Ende des Songs, der so richtig für Gänsehaut sorgt – sehr stark. Dem entgegen steht dann das schnelle «Godfrey Of Buillon», hier zeigt Franz, wie geil er singen kann – coole Power Metal-Stimme des Italieners. Auch sehr gut ist das ruhig beginnende «Joan Of Arc», getragen von Maris wunderbaren Stimme. Gegen Ende wird der Song dann härter – auch hier ein starker Aufbau. Am Ende dieses Rundlings glänzt das Album dann noch mit dem acht Minuten Prog-Song «Dietrich Bonhoeffer». Ein toller Track über den Lutherischen Theologen, der 1945 im KZ Flossenbürg starb. Ein würdiger musikalischer und spannender Abschluss eines variablen Prog-Werkes, das es sicher sehr verdient hat, angehört zu werden.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
THE NIGHTMARE STAGE - When The Curtain Closes  (CD)
Pure Steel Records
Die New Yorker um den charismatischen Sänger Scott Oliva kommen hier mit ihrem zweiten Werk «When The Curtain Closes». Sie selbst beschreiben ihre Musik mit Prog Power Metal. Ich denke, das kann man so stehen lassen. Schon der erste Track «A Demented Impresario» beeindruckt. Da kommt alles aus einem Guss, die Keys harmonieren mit Gitarre und Gesang und im Vordergrund steht die Gesangsmelodie – herrlich da zuzuhören. Beim folgenden «Return Again» wird das sogar noch ausgebaut und Shouter Oliva dreht hier voll auf – eine klasse Darbietung. Das Ganze kommt so grob gesagt als eine Mischung aus Dream Theater, Fates Warnig und etwas Queensryche daher, sehr lecker also. Die musikalische Vielfallt ist beeindruckend und sehr interessant. Auch bei ruhigen Songs so wie bei «The Infamous» machen die Amis eine gute Figur. Dennoch etwas ungewöhnlich, das alle zehn Tracks nur zwischen vier und sechs Minuten lang sind. Nur der Schluss-Song überschreitet die sieben Minuten. Hier hört man zu Beginn schon Queensryche-Parallelen. Später geht’s dann eher in Richtung Fates Warning. Sehr anspruchsvoll, was die Jungs hier abfeuern. Aber trotz hohem musikalischem Niveau wird dabei nie vergessen, die Melodie in den Mittelpunkt der einzelnen Songs zu stellen. Sehr stark, der zweite Rundling dieser begabten Band aus New York.
Crazy Beat   
Punkte: 8.4 von 10
SUZI QUATRO - No Control (Anniversary Gatefold Edition, 2 LPs + CD)
Steamhammer/Musikvertrieb
Die jüngere Generation weiss natürlich nicht, wer Suzi Quatro (bald einmal 69) ist, wie sollte sie auch?! Das ist auch kein Wunder, denn einige ihrer grossen Hits wie «Can The Can», «48 Crash», «Devil Gate Drive», «If You Can't Give Me Love», «She's In Love With You» oder «Stumblin In (Duett mit Chris Norman von Smokie)» hatte die singende Bassistin in den 70ern. Zu Beginn der 80er erlosch dann der künstlerische Stern der Amerikanerin mit italienisch-ungarischen Wurzeln. Dafür erfolgten in der Zeit, neben zwei Kindern, Musicals-Engagements, die bis in die 90er reichten. Dazu gehörten auch ein paar TV-Auftritte als Schauspielerin. Musikalisch relevant wurde es ab dem Jahr 2000, wo Suzi auf BBC 2 die Sendung «Rocking with Suzi Q.» moderiert(e). Nach dem Film «Naked Under Leather» (2005), wo sie sich selber spielte, folgte im Jahr darauf und nach fünfzehn Jahren Unterbruch, wieder ein Album («Back To The Drive»). Obwohl sich der Erfolg der frühen Jahre nicht mehr wiederholen liess, überzeugte das Energiebündel nach wie vor auf der Bühne. Und nun, noch vor dem 70. Geburtstag im nächsten Jahr, bringt Suzi Quatro nach dem 2017 erschienenen Gemeinschaftswerk QSP (Suzi Quatro, Andy Scott & Don Powell) eine eigene neue Scheibe heraus. Vieles darauf entstand in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Richard Tuckey, wobei einzelne Ideen in den Grundzügen schon Jahre alt sind. «No Control» entpuppt sich dabei als weit mehr als eine bloss einlullende Fahrstuhl-Scheibe. Bereits beim Opener «No Soul/No Control» rockt es ordentlich und das bluesige «Going Home» ist nicht minder leise. Beim groovigen «Strings» sorgen Pianoklänge und vor allem passende Bläser-Arrangements für die richtige Stimmung. Fluffig gebärdet sich «Love Isn't Fair» und bietet die Gelegenheit für ein lockeres Tänzchen mit der Liebsten. Wer dabei als Anwesender der Szene und an einem Whisky nippend kurz weggenickt ist, wird anschliessend mit dem rockigen «Macho Man» in bester ZZ Top Manier regelrecht wachgerüttelt! Das Schöne an solchen Scheiben ist stets, dass hierbei gestandene MusikerInnen niemandem mehr was beweisen müssen und sich deshalb künstlerisch nach Lust und Launge verwirklichen können. «No Control» ist eine totale Wohlfühlscheibe, die durch abwechslungsreiches und hochwertiges Songmaterial einfach mega Spass bereitet. Zielgruppe ist hier klar meine Generation, aber wer grundsätzlich mal mit mehr Rock und weniger Metal Vorlieb nehmen kann, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Vinylversion wartet dabei mit zwei Bonus-Tracks auf, und die "35 Jahre Steamhammer" Special-Edition bietet somit dreizehn Songs auf zwei LPs, ergänzt um die CD-Version.
Rockslave   
Punkte: 8.3 von 10
LATITUDES – Part Island  (CD)
Debemur Morti Productions
Latitudes ist eine Sludge/Post Metal-Band aus London. Die fünf Jungs sind mittlerweile schon seit 2006 in dieser Formation anzutreffen und «Part Island» wird ihr viertes veröffentlichtes Album sein. Der erste Song «Underlie» beginnt soft. Leise Gitarrenklänge und sehr sanfter Gesang erinnern leicht an Kuschelsongs von Lenny Kravitz. Erst denkt man, okay, was sich denn hier für ein Album eingeschlichen habe, bis dann nach einem kurzen Pianozwischenteil die E-Gitarren einsetzen und jeden aufwecken, der während des ersten Teils eingedöst ist. Die Vocals sind immer noch gleich gesungen, jedoch schaffen die harten Gitarrenriffs einen solchen Kontrast, dass es nicht mal komisch klingt, sondern auf eine sehr spezielle Art und Weise richtig gut harmoniert. «Moorland Is The Sea» ist schon viel rhythmischer aufgebaut als sein Vorgänger, verfügt auch über keine akustischen Parts, jedoch überzeugt mich «Dovestone» viel mehr. Dunkle, tiefe Gitarrenriffs begrüssen die Hörer und auch der Sänger setzt hier Anfangs auf eher tieferen Gesang, bis er dann schliesslich nach einigen Takten wieder zurück in die gewohnte, hohe, luftige Stimmlage zurückwechselt. Interessant zu sehen, dass er auch eine andere Gesangstechnik draufhat – jetzt, da ich aber auf den Geschmack gekommen bin, gefällt mir die tiefere Version jedoch vieeel besser. Die kräftigen Gitarrenriffs gleichen jedoch die (gewollt?) fehlende Kraft in der Stimme aus und sorgen mit ihrer Rhythmik und Tonlage schon beinahe für eine entspannende Stimmung. Ein weiterer Song, der heraussticht ist «The Great Past». Die Gitarren gehen hier so ab, dass ich den sanften Gesang erst beim zweiten Mal gehört habe. Schade, hier hätte auch ein kurzer Scream-Part ganz gut reingepasst. Aber jedem sein Stil. Ich habe gemischte Gefühle bei diesem Album. Erst sind diese ruhigen Vocals eine gelungene Abwechslung zu jeglichem anderen Männergesang in der Metal-Szene. Dann aber, nach zwei, drei Mal hören habe ich mir trotzdem etwas mehr Abwechslung gewünscht. Dafür treffen die Instrumentals total meinen Geschmack, vor allem die Gitarrenriffs! Ich empfehle jedem, mal in das Album reinzuhören, nur schon um diese interessante Mischung kennen zu lernen.
Zoé   
Punkte: 8.3 von 10
THE YOUNG GODS - Data Mirage Tangram  (2 LPs & CD)
Two Gentlemen
The Young Gods sind Pioniere in Sachen elektronischer Musik und zugleich eine riesige Legende, die schon so manchen Meilenstein veröffentlicht hat. Mit ihrem neuen Album «Data Mirage Tangram» stellen sie uns vor eine schwierige Aufgabe, denn auf diesem Album sind ganz viele Sachen wie Improvisation, französisches Chanson und elektronisches Geflimmer und Geflabber enthalten, nur leider von Metal fehlt jegliche Spur! Und so ist dieses Album nur für Leute, die keine Grenzen kennen und sich gerne ins Abenteuerland der elektronischen Musik begeben möchten. Aber für all diese Leute hält «Data Mirage Tangram» so einige Überraschung bereit, denn es gibt sehr viel zu entdecken und zu erkunden! So sind die Soundcollagen wirklich einzigartig und sehr innovativ. Auch gelingt es The Young Gods, sich immer und immer wieder neu zu erfinden! Wer gerne in einer elektronischen Wundertüte stöbern möchte, der sollte unbedingt dieses geniale Album antesten!!
Roolf    
Punkte: keine Wertung
FROM SORROW TO SERENITY – Reclaim  (Whity Vinyl Marble LP)
Long Branch Records/Musikvertrieb
Die Schotten From Sorrow To Serenity melden sich mit lautem Paukenschlag zurück. Nach dem Release von «Remnant Of Humanity» musste erst ihr Sänger ersetzt werden und nun sind sie mit Gaz King (ex-Nexilva) und neuem Album wieder da. Technisch anspruchsvoller Metalcore mit Djent-Untertönen und progressiver Note erwartet die Hörer auf «Reclaim». Messerscharfe Riffs legen den Boden für progressive Klangwelten und aggressiven Gesang. Darum herum bauen sich wütende Türme aus tiefer gestimmten Gitarren und plötzlich wechselnden Tempis auf. Diese Wut zieht sich wie ein roter Faden durch die Platte. «We Are Liberty» springt laufend zwischen mehreren Parts hin und her, wobei besonders die furiosen „Fight“-Screams mit ordentlich Wumms daherkommen. Spätestens jetzt wird klar, dass sich From Sorrow To Serenity in keine musikalische Schublade stecken lassen. Entweder der Funke springt auf den Hörer über oder eben nicht. Unter diesem Aspekt findet der Wahnsinn seine Fortsetzung. «Supremacy» setzt den Reigen an beklemmenden, angenehm verstörenden Tracks souverän fort. Sei dies mit angedeutetem Klargesang, der dann doch zu verzweifeltem Schreien verkommt oder dass dich die nächste Druckwelle mit Vollgas platt walzt. Wirklich ruhige Töne sucht man auf «Reclaim» vergebens, auch wenn im grandiosen Rausschmeisser «Resurgence» tatsächlich etwas sanftere Töne angeschlagen werden. Vom Sängerwechsel gänzlich unbeeindruckt, präsentieren From Sorrow To Serenity auch auf ihrem dritten Album geschmackvollen Djent- und Prog-beeinflussten Metalcore. «Reclaim» unterstreicht den Anspruch der Schotten, mit technischer Raffinesse und latentem Wahnwitz die Musikwelt zu begeistern. Sie sind auf dem besten Weg!
Oliver H.   
Punkte: 8.3 von 10
ANTHEM – Nucleus  (2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Anthem ist neben Loudness die zweitbekannteste Truppe aus Japan, welche durch handwerkliches Können (speziell an der Gitarre) für viel Aufsehen sorgte. Alben wie «Tightrope» (1986), «Bound To Break» (1987) oder «No Smoke Without Fire» (1990) beweisen, dass die Truppe in der Vergangenheit vieles richtig gemacht hatte, aber den Durchbruch leider nie schaffte. Zwischen 2001 und 2010 veröffentlichten die Japaner sechs Alben, was aber bei uns Mitteleuropäer kaum wahrgenommen wurde. Hört man sich die Tracks «Black Empire», «Overload» (Malmsteen lässt grüssen), «Stranger» (Joe Lynn Turner lässt grüssen) oder «Ghost In The Flame» aus dem neuen Werk «Nucleus» an, erkennt man schnell, dass es nicht nur die spielerischen Fähigkeiten von Gitarrist Akio Shimizu sind, welche dem Werk den Stempel aufdrücken, sondern auch Sänger Yukio Morikawa, der sofort positiv auffällt. Klar schwenken die Herren immer ein bisschen ab und präsentieren kurzzeitig einen vielleicht unspektakuläreren Part; sie hauen aber ansonsten unglaublich tolles Material raus. Das Material wechselt von groovigen Teilen zu hyperschnellen Momenten ab und wird nie langweilig. «Omega Man» kann vielleicht als bestes Beispiel herbeigezogen werden – es beinhaltet Breaks und schnelle, aber auch verspielte Momente. Mit «Pain» geht man schon fast den Weg von HammerFall mit Sunstorm-Parts. Wer auf guten, spielerisch einwandfreien Metal steht, wird an dieser Scheibe nicht vorbeikommen, zumal Anthem es immer wieder fertigbringen, einen eingängigen Refrain einzubauen.
Tinu   
Punkte: 8.3 von 10
1349 – Dødskamp (10" Maxi)
Season of Mist/Irascible
Was passiert, wenn man Kunst vermischt? Das neuste Werk der norwegischen Black Metal-Band 1349 entstand genau auf diese Art. «Dødskamp» oder auf Englisch “death struggle“ wurde von einem Gemälde des Norwegischen Künstlers Edvard Munch inspiriert. Genau genommen wurden die Musiker vom Museum sogar angefragt, ein passendes Musikstück zu komponieren. Gitarrist Archaon gab folgendes Statement dazu ab: „Munchs Gemälde sind enorm düster und gruselig, wiederspiegeln eine Menge Angst, Schmerz und Einsamkeit. So nehme ich es wahr. Also passt es perfekt zu uns.“ Die EP besteht aus zwei Songs; «Dødskamp» und einer live-Version von «Atomic Chapel». Dann hören wir mal rein. Rhythmische, melodiöse Gitarrenriffs leiten in den ersten Song ein, bis sich dann mit einsetzendem Gesang die ganze Stimmung verdüstert. Archaon hat nicht zu viel versprochen. Mit dem Krächzgesang und der Zusammenarbeit von Gitarre und Schlagzeug wird genau die geplante Wirkung erzeugt: Dumpfe Verzweiflung gemischt mit Wut und Einsamkeit. So schnell wie es begonnen hat, ist es jedoch auch schon wieder zu Ende. Keine Sorge, die Band hat bereits angekündigt, dass ein neues Album bereits geplant ist. Über den live Song ist nicht viel zu sagen – neu ist er ja effektiv nicht und zudem bin ich wirklich kein Fan von live-Aufnahmen auf Studio Alben. Entweder geht man direkt an ein Konzert oder man lässt es ganz sein. Qualitativ ist er voll in Ordnung, die Musik steht vollkommen im Vordergrund und von lärmenden Fans ist so gut wie nichts zu hören.
Zoé    
Punkte: keine Wertung
FINAL CUT – Jackhammer  (CD)
Art Gates Records
Wieder einmal härtere Töne aus der Heimat! Final Cut aus dem Aargauer Seetal melden sich fast fünf Jahre nach dem Debüt «Massive Resurrection» mit dem neuen Album «Jackhammer» zurück. Ein Sängerwechsel hat das Quintett zwar ausgebremst aber keineswegs in die Knie gezwungen, denn die Jungs sind heiss. Ihr Sound ist klar vom Old School Thrash Metal beeinflusst, wird aber gerne mit modernen, experimentellen und groovigen Parts gewürzt. Eine erste Kostprobe dafür findet sich bereits beim zweiten Track «Creature», als anstatt eines Gitarrensolos ein Mundharmonika-Solo aus den Boxen schallt. Mutig, aber gerade deswegen geil, mit Tempowechseln, variablen Vocals und einem coolen bluesigen Teil. Es wird übrigens nicht das letzte Stück dieser Art sein. «Generation Y» ist dagegen einfach straight und spielt dich rücksichtslos an die Wand! Der erneute Mundharmonikapart zur Mitte hin bremst den Kracher nicht, sondern gibt dem Song noch eine persönliche Note. Der neue Sänger hat die Fähigkeit, unglaublich viel Abwechslung in seine Growls und Screams zu bringen, weswegen die Tracks abwechslungsreich daherkommen. Auch die folgenden Lieder halten das hohe Niveau. «Prejudice», «Regrets» und «Grin» sind starke und moderne Thrash-Songs mit verschiedenem Tempo und raffinierten Grooves. Gegen Schluss kommt mit «Die Or Die, Guaranteed» noch ein echtes Highlight der Platte. Der fast sechs Minuten lange Track hat verschiedene musikalische Elemente, einige Tempowechsel, wieder ein Mundharmonika-Solo in der Mitte und einen eingängigen Refrain, inklusive Gangshouts. Der Track ist nicht ganz einfach, bis er sich einmal im Gehirn festgesetzt hat. Dafür hat er anschliessend dort einen festen Platz! Der Song zündet und zeigt eindrucksvoll das ganze Spektrum der Band. Eine wirklich interessante sowie gelungene Mischung, wie ich finde! Zum Abschluss des Albums folgt noch ein Instrumental «Picasso’s Thoughts», das doch ziemlich abgefahren ist. Kein balladeskes Outro, sondern ein sehr gitarrenlastiger Rocksong. Den Jungs ist eine wirklich starke Platte gelungen!
Oliver H.   
Punkte: 8.2 von 10
BLACK OAK COUNTRY – Theatre Of The Mind  (LP)
Mighty Music/Target Group
Mit «Theatre Of The Mind» präsentieren uns die Dänen von Black Oak Country ihr Zweitwerk. Bereits der selbstbetitelte Erstling stiess durchs Band auf positive Resonanzen. Für den Nachfolger musste nun aber das Line-Up entscheidend verändert werden. Mit dem Bassisten und Sänger verliess gleich die Hälfte der Musiker die Combo. Die Gitarre-und Schlagzeugspielenden Brüder Jack und Mike Svedsen haben aber mit René Hjelm einen legitimen Ersatz hinter dem Mikro und am Viersaiter gefunden und sind dabei zum Trio geschrumpft. Qualitativ müssen trotzdem, im Vergleich zum Debüt, keine Abstriche gemacht werden. Der Sound wurde nur minim modifiziert, und zwar ein Stück mehr Richtung Melodic. Nach wie vor brilliert man mit starkem Riffing und vielen grossen Hooks. Den Sound der Jungs exakt einzuordnen ist aber nicht so einfach. Für Classic Rock klingen sie zu modern, für Modern Rock aber dann doch wieder zu Old Scool-mässig. Es bleibt also beim Mix irgendwo dazwischen. Durch starkes Songmaterial mit Drive und Punch bleibt das Album nachhaltig, was ein entscheidender Faktor ist. Starkes Album mit Tiefgang, dem aber der letzte Zacken zum echten Highlight fehlt.
Chris C.   
Punkte: 8.2 von 10
KING ZEBRA – King Zebra
Eigenvertrieb
Eric St. Michaels, ehemals China, singt nun bei King Zebra und die Schweizer machen einen ganz tollen Job. Locker, aus der Hüfte geschossen kommt diese 5-Track-CD um die Ecke. Frech wie ein Teenager und trotzdem klar strukturiert wie ein Bankangestellter rockt sich der Fünfer durch die Tracks. Als grosses Highlight erklingt «Like A Hurricane», das schon fast eine kleine Kiss-Schlagseite aus deren Anfangstagen hat. Wie auch das riffige «King Zebra», das mit viel Schmackes aus den Speakern knallt. Die Jungs erfinden das Rad nicht neu, spannen aber einen neuen Pneu auf, der ein sicheres Fahren auf den staubigen Strassen gewährleistet. Muss man gehört haben, denn die fünf Lieder machen Spass und erinnern an die letzte China-Scheibe, wie auch an «Go All The Way».
Tinu   
Punkte: 8.2 von 10
FOREVER STILL – Breathe in Colours  (LP)
Nuclear Blast/Warner
Der zweite Longplayer «Breathe in Colours» der dänischen Alternative Metal Band Forever Still rüttelt wach! Mit «Rewind» wird das Werk eingeleitet und eröffnet mit dumpfen, schweren Gitarrenriffs kombiniert mit Elektro-Melodien, auf die der mit Synthis überzogene Gesang Maja Shinings folgt und damit Alternative Metal von Anfang an unterstreicht. Der Refrain jedoch erhellt die düstere Stimmung, von Effekten wird dann abgelassen und eine schöne, erfüllend gesungene Melodie wird vorgestellt. Schnell wird klar, dass Forever Still auf «Breathe in Colours» diverse Effekte, Einflüsse und Kompetenzen ausprobieren und so ein abwechslungsreiches Album gestalten. Schwere Gitarrenriffe bilden die Basis ihrer Lieder, die meistens, sobald Shining mit ihrem Cleangesang einsetzt, zurückgehen und später wieder dominieren. Shining überzeugt sofort und bietet noch viel mehr – sie wechselt passend zwischen schönem und rockigen Clean- sowie Scream-Einlagen ab, was eine neue Abwechslung darstellt. Ihr Gutturalgesang dominiert insbesondere in Nummer zwei «Fight!» sowie im fünften Stück «Survive», welches eines der härtesten und “alternativsten“ auf ihrem Werk ist. Es kommt aber auch vor, dass Scream-Einlagen als Kontrast in der Bridge eingebaut werden, wie zum Beispiel in «Pieces», welches ein eher ruhigeres und sinnliches Lied auf «Breathe in Colours» darstellt. Auf eingängige melodiöse Parts wird jedoch in keinem der Lieder verzichtet – es soll einen Kontrast zu den restlichen schweren, harten und düsteren Klängen darstellen. Allgemein wirkt ihre Musik sehr melancholisch, schwermütig und emotional – Forever Still kann so den Hörer in seinen Bann ziehen. Zudem ist die Reihenfolge der Lieder super gewählt – auf härtere Lieder folgen melodiösere, ruhigere, womit eine spannende Dynamik im Verlauf des Albums erzeugt wird. Forever Still zeigt mit ihrer neuen Scheibe, was der Alternative Metal alles zu bieten hat.
Sina    
Punkte:
8.2 von 10
TRONOS - Celestial Mechanics  (LP)
Century Media/Sony
Nun, ist Tronos eine Supergroup? Häh, wieso? Well, da sind Mitglieder von Napalm Death dabei, namentlich Shane Embury an der Gitarre und den Vocals, Russ Russell, bekannt als Produzent von Bands wie At The Gates, Dimmu Borgir oder eben Napalm Death, an dem Synthesizer, an der Klampfe und auch an den Vocals, sowie Dirk Verbeuren an den Drums, bekannt bei Soilwork, aber auch Megadeth. Tja, das wäre das neugegründete Trio. Nun, was wird denn auf den zehn Tracks so für Metal geboten? Well, einerseits recht doomiges Material, so à la Cathedral, Crowbar und Konsorten, dann wieder leichter Melodic-Death-Metal à la Soilwork, In Flames oder At The Gates. Nun, schwer einzuordnen, aber Fans besagter und aufgelisteter Bands sollten mal das Debutalbum «Celestial Mechanics» in Ruhe antesten, denn es hat und wird für manch eine und einer wohl viele Überraschungen bereit halten, denn zu guter Letzt ist es auch ein sehr atmosphärisches Album, speziell durch die Synthesizer-Einsätze. Es ist aber auch ein Album, damit wohl niemand so gerechnet hat, wenn man die Vorgeschichten der einzelnen Bandmitgliedern kennt. Es ist doomiger, im Mid-Tempo-Bereich gehaltener Metal mit vereinzelten, leicht deathigen, jedoch stets melodiösen Einflüssen. Die Gitarren riffen sich zähflüssig und gut distortioniert durch die zehn Songs. Ebenfalls keine Scheibe für Soloextremistinnen und -extremisten. Dadurch, dass ab und zu mal die deathigen Elemente dazukommen, eröffnet es den wiederum auch sehr dumpfen Gitarren, einen leichten Speed zu gewähren. Der Bass rumpelt zu den beiden Gitarren und dem Synthesizer, übrigens von Dan Lilker (Nuclear Assault, S.O.D., etc.) eingemuckt worden, nebst Billy Gould (Faith No More) und Troy Sanders. Zudem hat Erica Nockalls (The Wonder Stuff) die Geige eingespielt und Denis 'Snake' Belanger (Voivod) hat noch zusätzlichen Gesang mit eingebracht. Die Drums sind mit Pattern im Slow- als auch im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt – ab und an wirklich ein goiler Speedteppich, um aus der Lethargie auszubrechen. Die Geige streicht sich wundersam durch vereinzelte Momente im Songwriting, jedoch ist der Teppich des Synthesizers stets irgendwie, irgendwo zugegen. Der Gesang ist so vielseitig, mal mit Klargesang, dann recht tief grummelnd und aggressiv shoutend und ab und an erreicht der Gesang auch einen leicht gutturalen Touch. Somit ist da ein sehr bunter Haufen verschiedener Stilrichtungen zusammengekommen und man hat eben mal so leicht und lüpfig «Celestial Mechanics» eingespielt. Produktion ist Sonderklasse, hammerhart, sauber und druckvoll mit einem sehr passenden und markanten Coverartwork. Da eben ein bunter Haufen bei Tronos mitwirkt, ist mal ein Antesten nicht die unbedingt blödeste Idee, sondern sehr klug gewählt.
Leopold     
Punkte:
8.1 von 10
CROWN OF AUTUMN – Byzantine Horizons
My Kingdom Music
Crown of Autumn gibt es eigentlich schon seit 1996 und doch ist «Byzantine Horizons» erst das dritte Album der Italiener. «Epic Dark Metal» verspricht das Promomaterial – hat was, doch Crown of Autumn lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Elemente aus Melodic Death, Dark Folk, Heavy Metal und epischem Power Metal kommen hier zusammen und kreieren eine dunkle, fast schon magische Atmosphäre und erzählen eine Geschichte. Den Gesang teilen sich drei der vier Bandmitglieder: Gianluigi Girardi singt die melodischen Clean-Vocals, Milena Saracino übernimmt den weiblichen Part und Emanuele Rastelli bemannt neben den Growling-Parts auch noch Gitarre, Bass und Keyboard. In das Album ist hörbar viel Liebe und Zeit eingeflossen – es ist simpel aber ausdrucksstark, abwechslungsreich ohne überladen zu wirken. Eine sehr gute Balance! Allerdings braucht man einen Moment, um sich in das Album einzufühlen – es gibt so viele verschiedene Eindrücke. Oft verschiessen Bands ihr bestes Pulver ganz zu Anfang des Silberlings und die zweite Hälfte wirkt dann mehr wie Füllmaterial, doch «Byzantine Horizons» baut langsam Spannung auf und hält die dann dafür bis zum Ende aufrecht… Fazit: Crown Of Autumn haben mich positiv überrascht – wunderschöne, düstere Melodien und viel Liebe zum Detail zeichnen diesen Silberling aus. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall!
Patricia H.     
Punkte:
8.0 von 10
SABBATH ASSEMBLY - A Letter Of Red  (Red Vinyl)
Svart Records
Interessant – jedes Mal, wenn ich den Sound von Sabbath Assembly mir zu Gemüte führte, kamen mir automatisch The Gathering in den Sinn. Irgendwie ähneln sich die Stile dieser beiden Bands, genauso wie eine derbere Version von Pale Forest, gemischt mit Memory Driven. Im Prinzip spielen die Jungs und das Mädel eine Art von Okkult Rock, wobei ich sagen muss, dass mir persönlich dies normalerweise nicht wirklich zusagt – zu sehr auf Klischees, Pathos und mehr Schein als Sein sind die meisten Bands aus dieser Ecke. Nicht so bei Sabbath Assembly. Zumindest ich hatte keine Sekunde das Gefühl, dass hier nur ein Schauspiel aufgeführt wird, damit man auf einer bestimmten Hype-Welle reiten und Kohle abgreifen kann. Interessant sind auch die Wechsel zwischen eher derberen Ausbrüchen und beinahe schwebenden, instrumentalen Tracks. Wer sich für okkultisch angehauchten Rock interessiert, welcher nicht von der Stange zu stammen scheint, der ist mit «A Letter Of Red» ziemlich gut bedient.
Toby S.     
Punkte:
8.0 von 10
DEVIL'S GUN – Sing For The Chaos  (CD)
Black Lodge Records
Wer auf Stimmen in der Schnittmenge von Udo Dirkschneider, ein bisschen Chris Boltendahl (Grave Digger) und Hell Hofer (Bullet) steht, wird an Devil’s Gun nicht vorbeikommen. Joakim Hermansson schreit sich förmlich die Stimme aus dem Körper und kennt keine Gnade. Musikalisch steht der Fünfer dann auch im Schatten von Bullet. Jawohl, im Schatten, denn das Flair, die Lockerheit und die Frechheit ihrer Landsmänner können Devil’s Gun weder kopieren, noch übertreffen. Das zweite Album knallt sicherlich fett aus den Boxen, aber irgendwie scheinen die Songs auswechselbar zu sein. «To The Devil», «Lights Out», «Electrical Shock» und «Bad To The Bone» sind tolle Tracks. Aber sie kommen über ein gewisses Level nicht hinaus und stehen im Schatten ihrer grossen Vorbilder. Das liegt vielleicht auch ein bisschen daran, dass man die Stimme von Joakim zu stark in den Mittelpunkt stellt, anstelle den anderen Jungs auch genügend Platz zum Entfalten zu geben. Trotzdem ein gutes Werk, das man sich anhören sollte.
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
JIM PETERIK WORLD STAGE – Winds Of Change  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Bekannt wurde Jim Peterik bei Survivor und genau diese Linie verfolgt der Songwriter mit seinem neuen Album. Radiotauglicher Hardrock mit griffigen Gitarren und vielen Gastbeiträgen. So singt Mike Reno (Loverboy) bei «Without A Bullet Beign Fired» mit. Locker, rockig und mit viel Spass in den Backen ertönt dieser amerikanische Hardrock-Track. Zuvor hat schon Don Barnes von 38 Special mitgeholfen, einen flotten Opener zu kreieren. Dennis DeYoung von Styx ist bei «Proof Of Heaven» dabei. Wie schon bei Styx geht’s hier ein bisschen melodischer zu Werke. Es fällt auch auf, dass Jim versucht hat, den jeweiligen Sängern das passende Kleid zu verpassen. So singt Kevin Cronin (REO Speedwagon) eine feine Ballade. «The Hand I Was Dealt» passt bestens zu Tykettos Danny Vaughn und «I Will What I Want» ist ein typischer Night Ranger-Melodicrocker und wird durch Kelly Keagy hervorragend gesungen. Wer auf amerikanischen Hardrock steht, welcher von den erwähnten Sängern und deren Bands geprägt wurde, kommt an dieser Scheibe nicht vorbei. Ein ganz cooles Werk.
Tinu
     
Punkte:
8.0 von 10
HELLOWEEN – Gambling With The Devil (Re-Release - 2 Gatefold LPs)
Nuclear Blast/Warner
Das 2007-Werk wird nochmals neu aufgelegt. Damals dachte noch niemand daran, dass sich die Streitköpfe Michael Weikath und Michael Kiske wieder vertragen könnten und die «Pumpkins United»-Tour die grossen Konzertsäle wieder füllen würde. Somit sind es hier die Klassiker «As Long As I Fall», «The Bells Of The Hells», die vergessen geratene Hymne «Final Fortune», das rockige «Fallen To Pieces», der typische Helloween-Humor in Form von «Can Do It» und der Fetzer «Heaven Tells No Lies», welche noch heute überzeugen. Nach dem dritten Streich von «The Keeper Of The 7 Keys» hatte es «Gambling With The Devil» nicht einfach, da die Kürbisse doch gerade wieder am Durchstarten waren. Heute vielleicht ein Album mit viel Licht und ein paar Schatten, aber damals in der Euphorie ein weiteres Highlight in der Geschichte von Helloween. Eine, die auch geprägt ist von Sänger Andi Deris, der leider noch immer im Schatten von Herrn Kiske steht, beziehungsweise von einigen ewig «Alten». Bei dem man aber auch sagen muss – hätte der ehemalige Pink Cream 69-Sänger damals das Angebot von Weikath und Grosskopf, bei Helloween einzusteigen, nicht angenommen, würde es die Hamburger heute sehr wahrscheinlich nicht mehr geben.
Tinu    
Punkte: keine Wertung
HELHEIM – Rignir  (2 Blue Vinyl)
Dark Essence Records
Helheim ist eine norwegische Viking Metal-Band aus Bergen. Das regnerische Wetter aus ihrem Heimatsort hat sie dazu inspiriert, «Rignir», oder auf Englisch „Rain“, zu schreiben. Der erste Song, der den gleichen Namen wie das Album selbst trägt, ist sehr groovy aufgebaut. Er ist im ersten Teil akustisch aufgebaut, der Gesang ist ruhig und rhythmisch und die Teile, in denen die E-Gitarre spielt, sind nicht zu übertrieben sondern genau passend. Dafür haut die Band dann im zweiten Song «Kaldr» so richtig auf den Putz. All inclusive: Screams, Cleangesang, ruhige und schnelle Parts, instrumentale Teile und alles im richtigen Masse. Coole Sache! Mit diesen Worten kann man dann auch das ganze Album zusammenfassen. Es ist gut geschrieben, musikalisch passend, nicht zu einseitig. Aber trotzdem fehlt mir ein Song, der total aus der Reihe tanzt.
Zoé     
Punkte:
8.0 von 10
BLOODBOUND – Rise Of The Dragon Empire (Gatefold Orange Vinyl)
AFM Records/Musikvertrieb
Weniger HammerFall, dafür mehr Rhapsody, Freedom Call und Sabaton! So kann man das achte Studioalbum der schwedischen Bloodbound zusammenfassen. Diese veröffentlichen seit ihrer Gründung alle zwei Jahre ein neues Werk. Und endlich gelingt ihnen auch der Schritt in eine gewisse Eigenständigkeit. Bisher war jede Eigenkomposition ein Rätselraten, welcher bekannten Band sie jetzt Tribute zollen – jetzt tritt diese Eigenschaft merklich in den Hintergrund. Ganz verleugnen tun sie ihre Vorbilder natürlich weiterhin nicht. Das ist aber auch gut so. Als besondere Nebenerscheinung nervt mich die Stimme ihres langjährigen Sängers Patrik Selleby mehr als früher. Woran das liegt, ist aber schwer zu sagen. Geblieben ist das gute Gefühl der Schweden für griffige Melodien, die ein Hitpotenzial aufweisen, auch wenn es diesmal etwas länger braucht hat, bis sich mir die wahre Qualität erschlossen hat. «Rise Of The Dragon Empire» macht Spass, sofern man dem Album etwas Zeit gibt. Und was Kitsch betrifft, gibt es mit den Peino-Metallern Beast In Black eine nordische Band, die dies noch viel weiter treibt. Bloodbound bleiben definitiv beim Heavy Metal. Auch wenn sie ab und zu klare Pop-Elemente zulassen. «Rise Of The Dragon Empire» dürfte den meisten Hörer aller eingangs erwähnten Bands gefallen. Mein Bauchgefühl sagt aber, dass das Werk noch nicht zum weltberühmten Klassiker mutieren wird. Arbeiten die Schweden aber in diesem Tempo und dieser Qualität weiter, ist der Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit.
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
DEEP SUN – Das Erbe der Welt  (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Das dritte Studioalbum der Symphonic Metal Band Deep Sun ist auf einem Konzept aufgebaut, in dem die Künstliche Intelligenz, der technische Fortschritt und die Veränderung der Gesellschaft kritisiert wird. Die Aargauer wiederspiegeln die Thematik in ihren Lyrics’ sowie auch in der Musik. Das Album «Das Erbe der Welt» ist stark von Keyboard- und Elektro-Einlagen dominiert, was zusammen mit dumpfen Gitarrenklängen und treibenden Rhythmen eine zum Thema passende Dynamik erzielt. Sängerin Debora Lavagnolo überzeugt mit ihrer kräftigen Sopranstimme und setzt ein markantes Zeichen für den Stil Deep Suns. Powerreiche Melodien, durch das tragende Keyboard sowie durch den Gesang erzeugt, ständige Rhythmuswechsel und tolle Gitarrensoli durchziehen das Werk und formen eine fesselnde Energie, die durchgehend zu spüren ist. Das Album ist bis auf einen Song in Englisch gesungen – die einzige Ausnahme ist der Titel-Track «Das Erbe der Welt», eine sehr schöne und eingängige Ballade, die mit sinnlichen Klaviermelodien beginnt und sich aufbauend entwickelt. Dieser Song ist auch der einzige konstant ruhige auf dem Album – dennoch fehlt es nicht an sinnlichen, sanften Momenten. Deep Sun durchziehen ihre Musik mit Stimmungswechseln, sodass von Monotonie definitiv keine Rede sein kann. An zwölfter und somit letzter Stelle steht «Raven», ein 15-minütiges Masterpiece, welches einen krönenden Abschluss bildet und die Musik Deep Suns nochmals in einem zusammenfasst. Das Stück beginnt ruhig, wird aber schnell von einem “Marsch-Rhythmus“ geweckt und leitet in eine komplexe Struktur über. Das Lied weist langsame, sinnliche Parts sowie harte, fast schon rasende Teile auf und umrahmen so den energiereichen, eingängigen Refrain. Es wird eine Atmosphäre geschaffen, die nicht mehr loslässt und in ihrem Verlauf immer wieder aufs Neue überrascht. Allgemein ist «Das Erbe der Welt» für diejenigen ansprechend, die hohen Frauengesang, hochmelodiöse, komplexe Musik und gute Stimmung mögen. Ein weiterer Beweis dafür, wie vielfältig unsere Schweizer Metal Szene ist.
Sina     
Punkte:
8.0 von 10

KING LEGBA & THE LOAS - Back From The Dead  (CD)
Czar Of Crickets Productions
Räudig! Was ein ebenfalls in dieser Ausgabe besprochenes Trio rund um den legendären Phil „Philthy Animal“ Taylor (RIP) nicht geschafft hat, schafft eine Basler Combo im Handumdrehen – wer hätte das gedacht? Das Erfolgsrezept ist dabei so einfach wie einleuchtend: Den Worten Taten folgen zu lassen. Wenn man schon vorgibt, dreckigen und rotzigen Rock’n‘Roll zu spielen, dann sollte man es auch wirklich tun. Und das tun die drei Kerle ohne Wenn und Aber. Der Titel «Back From The Dead» ist zwar dem Umstand geschuldet, dass Gitarrist und Frontröhre Tobi Glanzmann eine Zeitlang mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, aber der Scheibe hört man das überhaupt nicht an. Man rotzt und rollt drauflos, als ob nie etwas gewesen wäre, und das eingepackt in einen absolut dreckigen, aber differenzierten Sound, der punkto Durchschlagskraft kaum Wünsche offenlässt. Wer deswegen beim Anhören der Scheibe der Band eine gewisse Nähe zu Rotzrock-Combos der Marke The Hellacopters oder Backyard Babies attestieren will, liegt dabei nicht einmal so falsch. Am Pult sass während der Aufnahmen kein geringerer als Tomas Skoksberg, der in der Vergangenheit genau diesen Bands (wie auch Entombed, Dismember, At The Gates, Peter Pan Speedrock, Amorphis und vielen anderen) seine wertvollen Dienste angeboten hat. Jetzt zahlt es sich aus, genau diese Dienste in Anspruch genommen zu haben, denn dieser Langdreher bietet 32 Minuten knappe, aber intensive Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Sekunde. Und dabei müssen die Jungs nicht einmal durchgehend Vollgas geben, sondern beweisen ein feines Händchen im Variieren des Tempos, was sich vor allem im geschickt am Ende platzierten Bluesy-Tune «Home» offenbart. Bei der kommenden Motörhead-Tour, die leider nie mehr stattfinden wird, wäre bei der Frage nach der Supportband für die Schweizer Daten diese Band zuoberst auf meiner Wunschliste gelandet. Lemmy (R.I.P.) hätte seine Freude am No-Bullshit Voodoo-Injected Rawk'n'Roarl von King Legba & The Loas gehabt, da bin ich mir sicher.
Mirko B.   
Punkte:
8.0 von 10
ETERNETY’S END – Unyielding  (CD)
Ram It Down Records
«Unyielding» ist erst das zweite Werk dieser Deutschen Power-Metaller. Schaut man aber auf die Biographien der fünf Musiker, verliert man schnell den Überblick über deren aktuellen und ehemaligen Engagements. Bekanntester Musiker dürfte ein Nichtdeutscher sein. Mike LePond ist hauptamtlich bei Symphony X für den Bass zuständig. Was das alles mit Zweitwerk zu tun hat? Viel! Denn die langjährige Erfahrung hört man diesem Werk an. Dieses bewegt sich irgendwo zwischen offensichtlichen Prog-Metal-Einflüssen und solchen von Halloween und Stratovarius. Allerdings gibt es nur wenige Sänger, die in denselben Höhen wie Micheal Kiske (Helloween) überzeugen. Iuri Sanson von Eternetey’s End gehört leider nicht dazu. Wieso das den restlichen Musikern nicht aufgefallen ist, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich kann man da aber auch einfach geteilter Meinung sein. Das könnte auch der Grund sein, wieso ich «Unyielding» besonders dann toll finde, wenn kein Gesang zu hören ist. Das Instrumental «Dreaming Of Cimmerian Shadows» ist für mich jedenfalls der absolute Albumhöhepunkt. Ansonsten entpuppt sich das Songwriting als durchwegs hochwertig, ohne dass dabei die grossen Vorbilder verleugnet werden. Langweilig wird es hier garantiert nie. Man hört Musiker, die ihre Freude in die heimischen Räume transportieren. Power- und Prog-Power-Metal-Fans sollen also durchaus ein Ohr riskieren. Unter dem Strich wiegt aber das Manko mit dem Sänger zu stark, als dass ich eine sehr hohe Note aussprechen könnte. «Unyielding» ist ein gutes, aber kein überragendes Album. Für das dritte Album wünsche ich mir, dass Herr Sanson künftig hohe Töne meidet oder die Band dafür jemanden einstellt, der in diesen nicht nervt.
Roger W.
     
Punkte:
8.0 von 10
ATLAS PAIN - Tales Of A Pathfinder  (CD)
Scarlet Records
“Was für ein Scheiss“ dachte ich beim ersten Hören dieses Atlas Pain-Albums. Die Mischung aus Folk, Power Metal, gekeiftem Gesang, epischen Elementen und Hörspielteilen wollte sich mir nicht gleich erschliessen. Und wäre ich durch das CD-Reviewen nicht gezwungen gewesen, das Album mehrfach zu hören, wäre es danach auch im Regal gelandet. Hier wäre es 1000 Jahre ungehört geblieben. „Wäre“ heisst aber nicht „Ist“. Und so wurde das erste Entsetzen zunehmend durch ein fröhliches Mitwippen ersetzt. Die Italiener können mit ihrem Zweitwerk tatsächlich ein wenig überzeugen. Die zehn Lieder verfügen über ein ansprechendes Songwriting, das trotz des Gekeifes vor allem auf Melodien setzt, zwischendurch aber auch zum Tanz einlädt. Die Mischung aus verschiedenen Stilen ist durchaus reizvoll und bringt immer wieder kleine Hits hervor. Trotzdem wünschte ich mir die Band mit klarem Gesang anstelle dieses Geknurre. Immerhin gelingt Altas Pain damit eine gewisse Alleinstellung und Innovation. Wer sich dieses Album erarbeitet, hat definitiv gewonnen. Ob die Sache Live überzeugt, wird sich noch zeigen. Das wird auch darauf ankommen, wie stark die Band auf Orchestrierungen ab Band setzt oder ob sie doch eher das Rohe in den Vordergrund rückt. «Tales Of A Pathfinder» ist ein Album, das keine Scheuklappen kennt. Wer es nicht glaubt, der höre nur mal in «The Great Run» rein, wo die Italiener tatsächlich auch Technoelemente einbauen. Wenn einem Rhapsody zu kitschig sind, man aber trotzdem nicht von symphonischen Melodien abgeneigt ist, der wird an Atlas Pain wohl seine Freude haben.
Roger W.
 
Punkte:
8.0 von 10
VLTIMAS - Something Wicked Marches In  (Clear LP)
Season Of Mist/Irascible
Wenn Rune Eriksen (Aura Noir/git) und Flo Mounier (Cryptopsy/dr) auf David Vincent (I Am Morbid) treffen ist ziemlich viel möglich. Der Promotext bietet "dunkles, unheilvolles Ambiente trifft majestätische, gebieterische Death Metal Energie" an. Kann ich mit kleinen Abstrichen so stehen lassen, aber bis auf "Monolith" (eine angeschwülstete Liebeserklärung an ein offensichtlich dämonisch tolles Weib) und dem treibenden "Diabolus Est Sanguis" fehlen mir "dunkel" und "sinister", respektive was ich darunter verstehe, fast komplett. Dazu ist Vincent zu sehr Profi, er lässt das "rrrr" rollen und sein charakteristisches Brüllen ist gewohnt gut, aber weder gefährlich noch sexy genug um wirklich tiefere Atmosphäre zu erzeugen. Nichts desto Trotz ist "Something Wicked Marches In" eine zwar spröde aber trotzdem überraschend gut funktionierende Mischung aus Black und Death Metal mit Einflüssen aller beteiligten Musiker. Das nordische Riffing mit Morbid Angel/Tryptikon-Anleihen und das furztrocken tönende Schlagzeug erschaffen eine angenehm fordernde Simmung. Und mit der Equalizer-Voreinstellung "R&B" stimmt für mich sogar die Produktion, welche ich Orginal als unangenehm flach empfinde. Spezieller Gentleman-Death Metal von potent brachial bis erdig cool, für Edelmetaller mit einem Flair für Pop und/oder Fünfblattliebhaber. Reinhören!
Hardy 
Punkte:
8.0 von 10
PESTICIDE - Monkey Speedway  (EP/CD)
Eigenvertrieb
Man kann die Sozialen Medien heutzutage, Facebook im Speziellen, aus verschiedenen Gründen verteufeln, aber was früher mal in der Musikszene mit MySpace bezüglich Kontakten eine gute Basis war, toppt dies Mark Zuckerbergs Baby schon eine ganze Weile um Längen! Die Erreichbarkeit wie Reaktionszeiten von Bands und MusikernInnen sind für unsere Gilde ein Segen ohnegleichen. So erhielt ich kürzlich über diesen Weg eine Anfrage von Gitarrist Roland Zenger, der noch wusste, dass ich 2012 die CD-Review zum full lenght Debüt «Twelve Inch Morning Glory» geschrieben hatte. Diese fiel allerdings nicht wirklich begeisternd aus, und darum seien mit der brandneuen EP «Monkey Speedway» die damaligen Kritikpunkte kreativ angegangen worden. Das weckte mein Interesse natürlich von Neuem, und schon bald lag das gute Teil, ergänzt um eine Karte, zwei Kleber und vier unterschiedliche Buttons in meinem Briefkasten! Eines der wesentlichen Problemfelder von Pesticide wurde mit dem festen Einstieg von Frontmann Alex Rock (Whole Lotta DC) unmittelbar nach dem Release von «Twelve Inch...» eliminiert. Der schwierigere Part betraf das insgesamt zu dürftige Songwriting und vor allem die zu lasche Produktion. Ein erster Durchlauf der frischen 6-Track EP lässt umgehend erkennen, dass an allen Punkten sichtlich gearbeitet wurde und der Unterschied zur Vergangenheit frappant ist. Dazu gehört auch ein "erneuertes Line-Up", das seit 2014 besteht und mit Andreas Siegenthaler einen zusätzlichen Musiker ausweist. Letzterer sorgt denn mit seiner Hammond Organ auch für eine klare Bereicherung des bisherigen Sounds, was den bisher besten Songs aus dem Hause Pesticide überaus gut zu Gesicht steht. Zudem zeigt bereits der kernige Opener «Grave Digger» auf, dass man sich diesmal einen deutlich besseren Sound drauf gepackt hat! «Real Pain» besticht anschliessend durch weitere Vibes von Deep Purple und den astreinen Gesang von Alex Rock. Der ansteckende Refrain bleibt umgehend im Ohr hängen und dürfte live für stimmungsanheizende Mitsing-Gelegenheiten sorgen. Im gleichen Fahrwasser bewegt sich das groovige «Ride On», das Kopf und Fuss zugleich in Bewegung versetzt. Der funkig geprägte Track «12 Inch Monkeys» sorgt indes für den stilistischen Farbtupfer auf der EP und passt bestens dazu. Die fluffige «Bloody Mary» erinnert mich umgehend an die frühen Tage der finnischen Rocker von Havana Blacks («Indian Warrior», 1988) und die Hammond von Mr. Siegenthaler passt hier wie Arsch auf Eimer! Ein Schuss alte Whitesnake und Black Sabbath zu Tony Martin Zeiten veredeln schliesslich den Rauschschmeisser «Angels/Devils». Erfreuliches Fazit: Pesticide haben ihre Aufgaben definitiv gemacht und liefern mit «Monkey Speedway» eine stimmige Midtempo Rockscheibe ab, die sich so absolut mit den Grossen im Geschäft messen lassen kann. Somit resultiert für jeden Song ein verdienter Punkt, die fette Produktion holt einen einen weiteren ab und der klare Aufwärtstrend noch einen. Gut gemacht Jungs und weiter so!
Rockslave

Punkte:
8.0 von 10
MASS - Still Chained  (CD)
Pride & Joy Music
Ha, das gibt’s ja nicht! Die Süddeutschen Mass sind wieder da. Die Jungs waren doch in den 80ern eine gern gehörte Hard Rock-Band, die so manchen Fan mit tollen Alben beglückte. Nun nach 30-jähriger Abwesenheit hat das einzig verbliebene Originalmitglied, Bassist Günther V. Radny, die Band wieder belebt. Und auch auf dem neuen Rundling lassen es die Deutschen wieder ordentlich krachen – wie bei der Up-Tempo Nummer «Straight To Hell». Zeitloser Hard Rock, ohne altbacken zu wirken. Auch das rockige «Break Out» gefällt schon beim ersten Anhören, ein toller Song mit hohem Melodie-Anteil. «Kick Your Ass» erinnert etwas an Uriah Heep, was sicher auch an den gut eingesetzten Orgelsounds liegen dürfte. Das schwerfällige «Chained» mit tollem Refrain gefällt mir auch sehr. Oder das schnellere «Devils Gate» glänzt mit eingängiger Melodie. Erstaunlich, wie durch alle 15 Songs hindurch das musikalische Niveau gehalten werden kann. Keine Ausfälle, keine schwachen Songs, alles klasse Tracks. Viele starke Gitarrenriffs, melodiöse Chöre und Gesangsmelodien. Egal welchen Song man sich gerade anhört, es macht einfach nur Spass, dem frischen Hard Rock-Sound der Deutschen zu lauschen. Auch Matthias Pfaller macht einen tollen Job am Mic, er passt hervorragend zum Sound von Mass. Also wer auf zeitlosen Hard Rock steht und gute Melodien mag, sollte sich «Still Chained» unbedingt mal seinen Ohren spendieren – die werden Freude dran haben, versprochen.
Crazy Beat
 
Punkte:
7.9 von 10
HEAVY FEATHER - Débris & Rubble  (LP)
The Sign Records
Die wilden Seventies beherrschen Schweden, zumindest musikalisch – da hege ich schon lange keine Zweifel mehr. Heavy Feather aus Stockholm wandeln mit ihren Tracks auf jenen Pfaden, die dereinst von Free, Bad Company, Fleetwood Mac (bevor sie sich der Radiotauglichkeit verkauft haben), Grand Funk Railroad und Creedence Clearwater Revival vorbereitet worden waren. Dass hierfür ein gewisses spielerisches Niveau vonnöten ist, versteht sich von selbst und ist bei der Band auch vorhanden. Aber das eigentliche Aushängeschild ist ganz klar (wie könnte es auch anders sein?) Frontfrau Lisa Lystam. Mal abgesehen davon, dass sie absolut kompetent mit der Mundharmonika umgehen kann, die sie auf dem Album allerdings leider viel zu selten einsetzen darf, verfügt sie auch über eine angenehme, variantenreiche Stimme, die besonders bei den balladesken Tönen («Tell Me Your Tale», «Whispering Things») ihre Bestimmung findet. In den rockigeren Nummern fehlt mir hingegen in ihrer Stimme etwas der Dreck; da dürfte es die junge Dame durchaus mehr wagen, ihrem Organ Ecken und Kanten beizufügen – das wäre den hart an der Grenze zum Southern Rock angesiedelten Tracks durchaus zuträglich. Aber das ist, gemessen an der Gesamtqualität, dann wirklich das Haar in der Suppe. Alles in allem ist «Débris & Rubble» eine sehr gute, zeitlose Rockscheibe geworden, als Debüt sowieso recht beeindruckend und eigentlich dafür prädestiniert, im hoffentlich bald einsetzenden Frühlingswetter auf langen Autofahrten für gute Stimmung zu sorgen.
Mirko B. 
Punkte:
7.9 von 10
POLAR - Nova  (CD)
Arising Empire/Warner
Das sechste Studiowerk der punkigen Hardcorer aus Guildford in Surry, England, United Kingdom klingen doch sehr amerikanisch, was dem aktuellen Fünfer sehr gut zu stehen kommt. Nebst dem etwas punkigen Stil ist meist der Hardcore im US-Stil massgebend, jedoch nehmen Polar auch metalcorige Elemente auf. Zwölf Tracks voller purer Gewalt, Aggression und fletschenden Zähnen lächeln dich an. Nun, Fans von Counterparts und Hundredth werden eh' Gefallen an «Nova» finden. Seit 2009 sind Polar existent und man schreitet mit «Nova» in die Richtung des Melodic-Hardcore. Wieso 'melodic'? Nun, die meist in den Strophen dargebrachten brutalen Hardcore-Riffs öffnen das Songkonstrukt in den Refrains mit Melodien, man lässt eben Hymnen und Melodien zu. Die Gitarren riffen und schrummeln hart und kantig durch die Songs. Mit Melodiebögen lässt man den Gesamtsound etwas atmen, ohne die Härte dadurch zu verlieren. Es wird zu 99% gerifft – keine Scheibe für Solofetischistenfreaks/-innen, das wird alles in die Riffs reingebuttert. Der Tieftöner kommt im typischen Hardcore-Style dahergeblubbert und die Drums peitschen diese geballte Aggression weit nach vorne. Auch der Gesang ist wie gesagt sehr aggressiv shoutend, dennoch verständlich. Die Produktion ist hart, sauber, das Coverartwork ist das pure Gegenteil des dargebotenen Sounds. Gelungen.
Leopold 
Punkte:
7.9 von 10
HAMFERD – Ódn
Metal Blade/Sony
Die Doom-Metaller von Hamferd haben mit «Ódn» eine neue EP am Start, die sicherlich Langzeitfans besonders freuen wird. Die gerade Mal zwei Song „starke“ Platte enthält den bislang unveröffentlichten Titeltrack, sowie eine geradezu nackte Version von «Deyðir varðar» (ursprünglich auf dem «Evst»-Album). Beide Tracks wurden als Live-Versionen an unterschiedlichen Orten aufgenommen. Der Titeltrack «Ódn» stammt etwa vom alten Sjónleikarahúsið Theater in Tórshavn auf den Färöer-Inseln. «Deyðir varðar» wurde dagegen im Freien, bereits während der Sonnenfinsternis 2015 auf den Färöer-Inseln aufgenommen. Wer Hamferd bereits kennt, weiss was erwartet werden darf. Düsterer, atmosphärischer Death Doom mit färöischen Texten, der die Hörerschaft gnadenlos einhüllt. Zu «Ódn» erklärt die Band gleich selbst, dass sie zum 10-jährigen Bestehen etwas Spezielles bieten möchten – nämlich den allerersten Song, den Hamferd je komponiert haben. Zum ersten Mal aufgeführt wurde dieser im Herbst 2008, allerdings wurde er bislang nie veröffentlicht. Das Stück besteht aus drei sehr unterschiedlichen Teilen, welche die Musik des Sextetts aber nach wie vor gut präsentieren. Die Parts folgen dabei der Erzählung eines Matrosen, der zunächst einem unglaublich stürmischen Ozean tapfer widersteht, danach sein Leben reflektiert, das er auf dem Meer verbracht hat, welches jetzt sein Leben bedroht, ehe er sich den Wellen ergibt. Übersetzt bedeutet der Titel «gewaltiger Sturm» oder «Hurrikan». Weitere Worte sind überflüssig…!
Oliver H.   
Punkte:
7.8 von 10
FROZEN CROWN - Crowned in Frost  (CD)
Scarlet Records
Schon mit dem Vorgängeralbum bewies die Power Metal-Formation aus Milano, dass sie durchaus im Genre mitmischen kann. Nun, etwa ein Jahr nach dem ersten Longplayer, meldet sich die Truppe zurück und zeigen abermals, dass sie es draufhaben. Die weiblichen und männlichen Vocals untermalen geschmeidig ein starkes Zusammenspiel und das von der ersten bis zur letzten Sekunde. Beim Songwriting-Prozess, da bin ich mir sicher, stellte man sich bestimmt die Frage, wie viele Einflüsse man einbauen kann. Deren bunter Mix wirkt sich aber positiv auf das Album als Gesamtes aus. Der symphonische Power Metal dieser Gruppe entführt gekonnt und landet somit auf meiner Favoritenliste für das Jahr 2019. Hier braucht es nicht viele Worte – reinhören und kaufen! Klares Muss für Fans der Power / Symphonic Sparte.
Mona 
Punkte:
7.8 von 10
LEVERAGE – DeterminUs  (CD
Frontiers Music/Musikvertrieb
Nach ganzen zehn Jahren kehren die Finnen Leverage mit zwei neuen Mitgliedern zurück und machen uns ihr viertes Album «DeterminUs» zugänglich. Mit neuem Sänger Kimmo Blom (Urban Tale; Raskasta Joulua) und Mikko Salovaara an der Gitarre liefert uns das Melodic Metal Sextett eine Stunde voller eingängigen und powerreichen Melodien, die den Hörer fesseln. Blom überzeugt sofort mit seiner energiereichen und kräftigen Stimme – er passt perfekt zu Leverages Musikstil. Das Album beginnt mit Regenprasseln und sinnlichen Keyboardklängen, dazu Akustikgitarrenklänge im spanischen Stil – bis dann Leverage Schub bringt und ein tolles Riff vorstellt, welches definitiv mitreisst. «Burn Love Burn» stellt ein super Opener dar – ein grooviger Refrain, ein ausgefallenes Gitarrensolo und ein kurzer, düsterer Zwischenteil. Diese Elemente dominieren die Lieder Leverages, wobei trotzdem mit diversen Motiven zusätzlich Abwechslung geschaffen wird. Der zweite Track «Wind of Morrigan» ist einer meiner Favoriten – der Refrain bleibt als Ohrwurm hängen (ehrlich, seit Tagen schwirrt er mir durch den Kopf) und das ausgefallene, melodiöse Motiv wird zu Beginn mit Geige und Rasseln vorgetragen und dann von der Gitarre aufgegriffen. Auch dies zeigt, wie Leverage mit ihrer Musik spielen und verschiedene Sachen ausprobieren. «Red Moon Over Sonora», an vierter Stelle, ist langsamer, summende Stimmen verzieren im Hintergrund und die Gesangsmelodie der Strophe hat mich stark an «Blaze of Glory» by Bon Jovi erinnert. Der Refrain sowie die Bridge hingegen sind wieder energiereich, ergreifend und heftig. Von Classic Rock, straightem Heavy Metal bis zu “Gruselmusik“ ist alles enthalten. Leverage erzeugen eine Energie, die durch das ganze Album zu spüren ist und den Hörer in seinen Bann zieht. Nach dieser langen Pause können sich die Finnen mit dieser Scheibe hören lassen.
Sina 
Punkte:
7.8 von 10
OKKULTIST - Reinventing Evil
Alma Mater Records
Die Lusitanier namens Okkultist treiben ihren Erstling namens «Reinventing Evil» zur Höchstleistung an. Der portugiesische Fünfer aus Lissabon pflegt leichten blackedesken, grundsoliden Death-Metal seit 2016. Sie haben sowohl amerikanische, wie auch skandinavische Einflüsse, so à la Abomination, Master, Entombed, Dismember, etwas Six Feet Under, oder auch Moonspell ist nicht spurlos an ihnen vorbeigezogen. Nun, ein vielversprechendes Debut mit neun Songs, welche sehr druckvoll und doch sauber produziert worden sind, gepaart mit einem imposanten Coverartwork, welche die brachiale Kraft von «Reinventing Evil» wiedergibt. Nun, mir gefällt der weibliche Gesang, yep, der brutalst-zerstörend gegrowlt ist und dabei immer noch sehr verständlich bleibt. Die beiden Gitarren riffen und grooven in jedem Song herrlichst daher. Melodiöse Gitarrenlinien dominieren ebenfalls mit kurzen melodiösen und wilden Gitarrensoli. Der Bass ist – meines Erachtens – sehr gut produziert und eben auch eingespielt worden, denn man hört diesen hervorragend und er gibt einen klaren Kontrast zu den zwei eher dumpfen Gitarrensounds. Die Drums double-bassen gewaltig nach vorne, leicht blastend, um dann sogleich in die eben groovigen Patterns zu wechseln. Alles in allem ein sehr gelungenes Debut und die Hoffnung bleibt, dass man sich dessen bewusst ist und sich konsequent weiterwerkelt, um ein ebenso gelungenes Zweitwerk darauf folgen zu lassen. Sind wir gespannt, was da noch kommt, denn Okkultist haben's echt drauf.
Leopold
 
Punkte:
7.7 von 10
LIGFAERD – Den Ildrøde Konge  (LP)
Vendetta Records
Lauter, dänischer Black Metal dröhnt aus den Boxen, sobald das neuste Werk der Band Ligfaerd erklingt. Ligfaerd ist dafür bekannt, anti-christliche Songlyrics zu schreiben, was schon beim ersten Song kaum zu überhören ist. Denn «Fra Helvede Frem From Hel Forth» beginnt mit einer Kinderschar, welche laut `Lucifer` schreit. Und spätestens, wenn man das Artwork des Albums betrachtet, sind auch die letzten Zweifel weg. «Den Ildrøde Konge» oder auf Englisch „The Scarlet King“ ist durchzogen von hämmernden Drumms und kreischenden Gitarren, sowie dem verzweifelten Schreigesang des Sängers. Purer Black Metal halt. So kann man auch schon das ganze bisherige Album beschreiben, bis dann das Stück «Epitafium» kommt. «Epitafium» ist eigentlich ein reines, hauptsächlich gitarrenbetontes Instrumental, wenn man von dem monotonen Gemurmel zwischendrin absieht. Es herrscht nicht viel Abwechslung und so klingt es zwar böse und düster, aber doch etwas langweilig. «Under Uindviet Jord» geht dann wieder genauso roh und brutal voran wie die vorherigen Songs, es sticht jedoch durch seinen Schluss heraus. Ein sehr ruhiges Orchesterstück, dessen Aufnahmequalität so verändert wurde, dass es so klingt, wie die ersten Tonaufnahmen im Fernsehen. Naja. Dieser Topf und dieser Deckel passen nur mässig zusammen. Fans von rohem, klassischen Black Metal finden in diesem Album bestimmt ein ideales Sammelstück, mein Geschmack trifft es jedoch nicht, dazu fehlt mir ein wenig die Melodie. Erstmal reinhören, bevor man es kauft.
Zoé
 
Punkte:
7.7 von 10
WORMWITCH – Heaven That Dwells Within  (LP)
Prosthetic Records
Mit «Heaven That Dwells Within» präsentieren uns die Kanadier ihre zweite Kreation aus Melodic Black/Death Metal auf der Speisekarte. Dabei haben die Herren hier eine kleine dunkle Perle erschaffen, die vielleicht nicht das ultimative Album markiert, aber das Werk ist durchaus sehr abwechslungsreich und interessant. Abgesehen von der bereits erwähnten musikalischen Ausrichtung schleichen sich auch mal eine Prise Thrash mit «Two Wolves» oder gar etwas Folk mit «Dancing In The Ashes» in die Gehörgänge ein. Die Stärke ist, wie Wormwitch all diese Zutaten zu einem homogenen Ganzen mischen und spannende Songs erschaffen können. Dabei ist «Heaven That Dwells Within» nicht eine grobe Schlachtplatte, die nur Prügel austeilt. Und obwohl auch zwischendurch ordentlich der Knüppel aus dem Sack geholt wird, liegt das Schwergewicht eher auf dem Mid-Tempo. Dazu gesellen sich auch Melodien, Leads und Gitarrensoli – sprich man sollte durchaus offen und nicht auf einem Genre festgefahren sein, will man sich die Scheibe genehmigen. Auch eine angenehme Sache – das Material verzichtet auf irgendwelche modernen Einflüsse und die Songs könnten durchaus auch schon vor 20 Jahren erschienen sein, sprich dieser zeitlose Faktor passt ausgezeichnet zu den Songs und sorgt für eine solide Basis. Egal ob nun das stampfende «Disciple Of The Serben Star», das schnelle «Lord Of Chains» oder die bereits erwähnten Songs; es eignet sich eigentlich jede der zehn Nummern für einen Probekonsum, denn Ausfälle kennt die Scheibe keine. Vielleicht fehlt noch der absolute Überhammer oder ein paar epische Melodien, um Wormwitch in die absolute Topliga zu katapultieren, doch die Herren sind definitiv auf dem richtigen Weg und ich hoffe, dass sie bereits mit diesem Werk auf euer Wohlwollen stossen, verdient hätten sie es.
R.K.
 
Punkte:
7.7 von 10
RAUNCHY - Velvet Noise (Re-Release - Orange Vinyl))
Mighty Music
Irgendwie kann ich mich bei dieser Truppe einfach nicht auf eine Meinung einigen. Einerseits knallt der Sound ordentlich, Richtung Thrash, Industrial, Modern Metal, Punk... und andererseits baut man immer wieder Passagen ein, die auch bei einer Dark/Melodic-Truppe gut Platz hätten. Genauso beim Screamer/Shouter/Sänger – er brüllt und schreit sich die Seele aus dem Leib, nur um dann mit ruhiger Stimme (nicht unähnlich wie bei Fear Factory) einen Teil des Refrains zu bringen. Diese Mischung ist ziemlich speziell, denke ich, und nicht alle werden ihre Freude daran haben, soviel ist klar. Aber wer wie erwähnt an Fear Factory oder beispielsweise auch Slipknot seine Freude hat, der könnte auch Gefallen an Raunchy finden.
Toby S.  
Punkte: keine Wertung
CORROSIVE - Nourished By Blood  (CD)
Black Sunset/MDD
Der dritte full-lenght longplayer der Marburger Deather Corrosive namens «Nourished By Blood» gibt uns sogleich ein faustgrosses Stück Teufelsfleisch direkt in die Schnauze. Zwölf Songs gibt's aus der Hölle, inklusive einem infernalischen Intro. Man hört sofort heraus, dass skandinavische Jünger namens Vomitory, Entombed, Grave, Unleashed und Dismember Pate gestanden sind, was aber kein negativer Punkt hierbei darstellen soll, wohlbemerkt. Die Gitarren deathen und grinden straight gerifft durch die elf Songs, ausser dem Intro. Es werden kurze, satte, teils recht schreddernde Gitarrensoli zelebriert, welche jedoch bestens zu den Riffs und den Songs passen. Der Bass rudert diesmal recht sauber, nicht so scheppernd wie bei den Skandinaviern, den Songflüssen rauf und runter. Die Drums blasten, doomen, dann wieder recht treibende Brutal-Death-Attacken reitend dem nagenden Teufelsknochen hinterher. Der Gesang ist sehr brutal growlend gehalten, jedoch mit einer Prise gesunden und wohl temperierten Brutal-Shouts. Gesamtsoundtechnisch gesehen passt alles in die etwas leicht 'old-schoolige' Brutal-Death-Metal-Ecke. Abgerundet wird dieses Scheibchen durch das passendee Cover und einer fetten, druckvollen Produktion. Der Fünfer aus Marburg, von 1995 bis 2008 aktiv, dann mit einer vierjährigen inaktiven Zeit, und ab 2012 bis heute präsent, wird wohl die meisten Deather/-innen unter euch ansprechen und auch Anklang finden. Trotzdem, das Anhören hat noch keiner/-em Metaller/-in geschadet. Fans von oben genannten Bands können hier wohl zugreifen.
Leopold
 
Punkte:
7.6 von 10
THE MAMMUTHUS - Forever Tree  (LP)
Gothenburg Noise Works
Der Sound dieser Truppe könnte tief in den 60ern entstanden sein, als solche Bands wie Black Sabbath und Konsorten auf dem Vormarsch waren. Old School Rock'n'Roll-artiger Sound, welcher doch mehr in Richtung Rock als Roll drängt, mit den typischen Twists und Licks aus der damaligen Zeit, modern aufbereitet und zeitgemäss abgemischt. Der Sänger ist angenehm unaufdringlich und vermag es dennoch, die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Wer auf alt klingenden Rock mit teilweise deutlichem Blues-Einschlag steht, der sollte sich The Mammuthus mal reinziehen.
Toby S.   
Punkte:
7.5 von 10
DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT - Mardom  (LP)
War Anthem Records
Uff, Black Metal vom herbsten schallt hier aus den Boxen. Heilige Scheisse, jetzt hätte ich beinahe statt 'Mardom' eben 'Marduk' geschrieben ... Wie ihr seht, hab' ich die Kurve gerade noch gekratzt, sonst wären wohl einige satanische und blackadesk-böse Mails für mich eingetroffen ... Oder ist gar der Vergleich nicht so fern? Nun, «Mardom» ist das mittlerweile sechste Longplayer-Werk des deutschen Vierers aus Dormagen, welcher schon seit 1997 in den schwarzen Gefilden ihr Unwesen treibt. Zehn Tracks inklusive einem infernalisch-diabolischen Intro empfängt jeden zuhörenden Besucher auf «Mardom». Nun, Marduk sowie auch Mayhem, oder Enthroned, Endstille, Gorgoroth, sind gar nicht so weit entfernt, um als Anhaltspunkte gelten zu dürfen. Die Drums blasten oft, dann scheppern sie beinahe schon frech im gemütlichen Mid-Tempo-Bereich, als sie dann wieder gewohnt schnell lostrommeln. Der Bass wummert wunderbar zu den wahrlich diabolisch heftigen Drum-Attacken klar hervor. Die beiden Gitarren schrummeln und riffen im eher bekannt, klaren Black-Gitarrengewitter daher. Ebenfalls wird das Ganze sehr hymnenhaft und mit einigen Melodielinien getragen. Ausschweifende Gitarrensoli sind eher in den melodiösen Gitarrenlinien zu suchen und finden. Der Gesang ist schwer blackadesk gehalten – langanhaltende, leicht growlende Shouts, jedoch kein gutturaler Gesang. Der Gesamtsound marschiert sehr einheitlich und hymnenhaft voran. Abgerundet wird es mit einem typischen Black-Metal-Coverartwork und einer doch ansehlichen, sauberen Produktion. Mal wieder ein Black-Metal-Album, welches von der bekannten Masse abhebt und hängen bleibt. Den Rest entscheidet der Fan.
Leopold   
Punkte:
7.5 von 10
PARALLEL MINDS - Every Hour Wounds... The Last One Kills  (CD)
Pitch Black Records
Neuer Metal aus Frankreich. Musikalisch schafft es diese Nation immer wieder, mich zu überraschen. Was manche als Groove-Prog-Mischung klassifizieren, ist für andere eher Heavy-Thrash. Doch bei dieser Band wäre ich mit allen vier Genres einverstanden. Die Mischung spricht an und vereint die Essenzen des Metals in sich. Das erste Studioalbum hört sich durch und durch angenehm und macht Lust auf mehr. Mit knapp 55 Minuten ist die Albumlänge ideal bemessen. Besonders die Gitarren fallen auf. Als Debutalbum wirklich ganz gut gelungen. Die Klänge laden ein, sich etwas fallen zu lassen, zu entspannen und sich einfach der Musik hinzugeben. Sofern dies überhaupt möglich ist, empfinde ich diesen Sound als ziemlich entspannend. Metal-Meditation gefällig? Ja, warum denn auch nicht? Dieses Album ist definitiv empfehlenswert und dürfte Fans verschiedener Sparten ansprechen. Dies ist möglicherweise ein Kandidat für die besten Neuentdeckungen 2019!
Mona   
Punkte:
7.5 von 10
INFERI - The End Of An Era: Rebirth  (LP)
The Artisan Era
Nachdem die Amis letztes Jahres mit ihrem vierten Album "Revenant" eine fette Duftmarke in der melodisch/technischen Szene gesetzt haben, veröffentlichen sie nun höchst aktiv eine Neuaufnahme ihres vergriffenen zweiten Albums "The End Of An Era" von 2009. Komplett neu aufgenommen, bis auf den Part der Neumusiker grösstenteils unverändert sowie der "neuen", thighteren, saubereren, klareren, etwas langweiligeren Produktion. Die Orginalaufnahme war leicht verwaschener, cooler, technischer Melodic Death. Im Vergleich gewinnt "The End Of An Era: Rebirth" mit den neuen Musikern zwei weitere Dimensionen plus einen Sänger der mich spontan an eine Mischung aus Trevor Strnad und Dani Filth erinnert. Mit dem mixtechnisch "gerade noch rotzig genug" bewerteten "Revenant" im Ohr ist mir aber der eigentlich hörenswert verspielte Bass auf der Neuaufnahme gar arg in den Hintergrund getreten. Durchaus hörbar aber nicht mehr genug um das Prädikat "rotzig" zu verdienen. Eigentlich ein coole Scheibe, hohes Niveau und mal interessant zu hören wie ein Album mit zehn Jahren Unterschied tönen kann. Für alle harten Klassikliebhaber und Musikstudenten unter uns Metallern. Reinhören.
Hardy     
Punkte:
7.5 von 10
METALL – Metal Fire  (CD)
Iron Shield Records
Der Bandname dieser Deutschen Heavy Metal-Band ist kein Witz, sondern eine Verneigung vor derer Vergangenheit. Metall wurde unter diesem Banner 1982 in der DDR gegründet und lösten sich nach dem Mauerfall 1991 auf. 2013 kam es zur Widerauferstehung der Truppe. Mit dabei ist Urmitglied und Bassist Sven Rappoldt. Er führt auch die legendäre Halford-Bar in Berlin. «Metal Fire» ist das zweite Album seit der Neugründung. Wie neu die neun Lieder sind, wird einem im Promo-Schreiben nicht verraten. Einzig, dass das Lied «Easy Rider» bereits in der DDR grossen Anklang fand. Dieses Lied ist auf «Metal Fire» neben der englischen Version auch als Bonustrack in der wohl ursprünglichen deutschen Fassung zu hören. Kommen wir aber zur musikalischen Qualität von «Metal Fire». Diese ist durchaus ansprechend. Die Band orientiert sich an erdigen, stampfenden Vorbildern à la HammerFall und Judas Priest. Nur selten baut es Verbindungen zu den deutschen True Metal-Bands à la Wisdom oder Wizard auf. Metall schlagen songwriterisch diesen auch eine Schnippe, indem das Songmaterial schlicht stärker ist. Auch wenn der Grad zwischen diesen Stilen schmal ist, höre ich hier mehr Heavy Metal als True Metal. Der Sänger Joél Stieve-Dawe überzeugt mich vor allem dann, wenn er zu tiefen Klängen ansetzt. Sobald er aber hohe Noten beackert, wird es kritisch. «Metal Fire» glänzt durch Härte, Abwechslung und dem Willen, dieser Musik würdig Tribute zu zollen. Hörer sollten keine Wunder erwarten, dafür aber ein Album, das hält was es verspricht. Es ist eben Metall durch und durch.
Roger W.    
Punkte:
7.5 von 10
NECRODEATH – Defragments Of Insanity (Re-Release CD)
Scarlet Records
«Defragments Of Insanity» ist der Re-Record von Necrodeath’s legendärem Zweitling «Fragments Of Insanity», das in der Originalausgabe im Jahre 1989 erschienen ist und über die Jahre zum Kultklassiker avancierte. Diese neue Version hat den Anspruch, die Originalbrutalität und die damalige Stimmung wiederzugeben, ohne dabei das aktuelle und moderne Band-Line-Up zu vernachlässigen, das doch das bisher beständigste in ihrer illustren Karriere darstellt. «Defragments Of Insanity» ist eine weitere Veröffentlichung mit necrodeathschem Originalmaterial nach «The Age Of Dead Christ», das auch nach 33 Jahren Bandgeschichte aktueller ist denn je. Es ist der elfte Longplayer in ihrer Karriere, die mit dem legendären Demotape «The Shining Pentagram» begann. Das Original «Fragments Of Insanity» mauserte sich über Dekaden zum Kultklassiker. Ihr Thrash und Black Metal-Mix beeinflusste ganz viele nachkommende Kombos und begeisterte Fans und Künstler gleichermassen. Die hier vorliegende Version soll einer jüngeren Generation die Möglichkeit bieten, sich ebenfalls ein Bild zu machen und ein Stück alter Metal-Geschichte zu werden. Dann kommt her junges Metalgemüse, zieht euch Necrodeath rein und werdet Geschichte!
Oliver H. 
Punkte: keine Wertung
LIK - Mass Funeral Evocation (Re-Release LP)
Metal Blade/Sony
Vielen von den gestandenen und interessierten Deatherinnen und Deather wird dieses Album namens «Mass Funeral Evocation» vertraut vorkommen. Yep, ist es auch, denn es ist ein Re-Release durch Metal Blade Records. Lik, das ist eine ursprünglich vierköpfige Death-Metal-Combo aus Stockholm, Schweden, welche seit 2014 unterwegs ist. Ja, auch hier sind wieder etwas Entombed, etwas Dismember, etwas Unleashed, etwas Grave und weitere skandinavische Einflüsse hörbar. Nun zehn Tracks vom eben besagten Debut aus dem Jahre 2015 und man hängt dann noch sogleich zwei Bonustracks ran. Wer das Original-Debut hat, wird hier aus sammelzwecktechnischen Gründen unbedingt zugreifen müssen. Das ist keine Kaufaufforderung, sondern der übliche Gang eines Fans. Produktion stimmt, ist druckvoll, sauber und das Coverartwork passt auch ..., ist ja dasselbe. Heute sind Lik zu einem Trio geschrumpft, jedoch nicht minder heftiger unterwegs als früher. Die Gitarren raffeln und riffen im gewohnten, skandivanischen Death durch die Songs und es wird teils melodiös, teils Slayer-mässig soliert. Der Bass blubbert sich freischaufelnd durch die Songs und die Drums blasten, double-bassen und treiben, dass ein waschechter Sklaventreiber sich wohl kotzend über der Reeling beugt und Farbe in den Kattegat bringt, sodass auch diese Überfahrt mit dem re-releasten Silberling klappt. Der Gesang ist nicht unbedingt guttural gehalten, einfach extrem, thrashig, böse shoutend – wie man es von eben besagten Bands à la Entombed und Dismember her kennt.
Leopold  
Punkte: keine Wertung
EREBOS - Heretic  (CD)
Black Sunset/MDD
Ho ... Ho ... Holderadio ... Nein, den Radio sein lassen und «Heretic» von den Austrianern, dem Sechser aus Murau - nicht im Lotto - holen, also somit Holderebos ... Anyway, mit «Heretic» präsentieren die Steyrer ihr drittes Studiowerk seit der Gründung im Jahre anno 2002. Brutal-Death-Metal wird auf den acht Songs zelebriert. Brutal im Sinne von wuchtig und blastend. Jedoch verstehen die Herren es nicht nur brutal erschallen zu lassen, nein, auch leichte melodiöse Elemente fanden den Weg auf diesen Silberling. Die Produktion ist messerscharf und sehr wuchtig geraten. Die Drums blasten und double-bassen, dass sich die Boxen auf und ab bewegen, nicht nur im Hi-Speed-Tempo – auch im Mid-Tempo fühlen sich Erebos wohl. Der Bass ist sehr sauber und passt hervorragend in den präsentierte Soundteppich hinein. Die beiden Gitarren raspeln, rumplen, riffen und spielen sich durch die ungezählten, gespielten Noten durch. Solofreudige Fetischistinnen und Fetischisten muss ich leider enttäuschen, da sich die Soli sich eher im gewittrigen und shrapnelden Gitarrenriffing wiederfinden. Der Gesang ist pervers, im sehr brutalen Growlgewitter angesiedelt; ich habe selten so eine brachiale Gewalt von Stimmbändern gehört wie auf «Heretic». Gewisse Parallelen zu skandinavischen Deather lassen sich nicht verkneifen, so à la Unleashed, Entombed, Carnage, usw. Abgerundet wird dieser Output ebenfalls mit einem sehr düster gehaltenen Artwork, was die Brutalität von «Heretic» nochmals verstärkt.
Leopold
  
Punkte:
7.4 von 10
LONERIDER – Attitude  (2 LPs)
Escape Music/Non Stop Music
Hinter dem Namen Lonerider steckt eine hochkarätige All-Star Truppe. Einmal mehr hat der ehemalige FM und Shadowman-Frontmann Steve Overland eine Reihe erstklassiger Musiker um sich geschart. Mit den Gitarristen Steve Morris (Heartland, Shadowman) und Brain J. Anthony, Bassist Chris Childs (Thunder) und Drummer Simon Kirke (Free, Bad Company) wurde nicht nur eine Menge Potential, sondern auch viel Charisma unter einen Hut gebracht. Interessanterweise konnten von den Protagonisten die Einflüsse ihrer ehemaligen Betätigungsfelder homogen in das Material der neuen Combo integriert werden. So wurden Old School Bluesrock-Elemente von Free / Bad Company und eher moderne Bluesrock-Einflüsse von Thunder mit klassischem AOR und Melodic-Geschichten vermengt. Die Songs, die dabei entstanden, besitzen eine Menge Substanz und überzeugen mit Drive. Einzig bei den aufsehenerregenden Hooks und Refrains, die sich im Ohr festsetzen, enttäuscht die Formation. Einmal mehr wird bewiesen, dass diese willkürlich zusammengewürfelte Band, im Gegensatz zu einer festen, sich langsam entwickelten Gruppe, das entscheidende Etwas fehlt.
Chris C.  
Punkte:
7.4 von 10
NIXA - Opus Tierra  (LP)
War Anthem Records
Uff, jetzt wird's schwer doomig, depressiv, atmosphärisch und hymnenhaft mit «Opus Tierra» von Nixa, dem US-amerikanischen Schwergewicht aus Florida, die sich konstant zähflüssig seit 2012 durch die unterirdischen Höllenflüsse langsam und stetig durchrudern. Mit diesem Werk erfolgt der Zweitling des Floridaner-Trios. Am ehesten lässt sich der Sound mit Crowbar, Jucifer oder auch High On Fire vergleichen. Tolstoi, der Schwereköster aus der ehemaligen Sowjetunion, wusste bereits schon damals, dass irgendwann eine Epoche, eine Zeit anbricht, wo er als 'Schwereköster' abgelöst wird. Nun, diese Zeit scheint mit Nixa gekommen zu sein, denn mit den sieben Tracks zeigen sie, wie schweres, zähflüssiges und doomiges Songwriting funktioniert. Die Produktion ist sauber, aber satt schwer; das Coverartwork widerspiegelt wohl kaum den Sound, jedoch wäre nicht das Feuer, sondern das Lava auf dem Artwork zu deuten, dann wäre es ein Volltreffer. Anyway, die Drums schleppen sich stets wirbelnd und variierend, im Zeitlupentempo wohl bemerkt, durch die Songs, also eher im Slow- bis zum angekratzten Beginn des Mid-Tempos. Der Bass ist wahrlich eine düstere und verzerrte Wucht. Ebenfalls die Gitarren sind eine sehr verzerrte Wucht, schleppend gerifft und mit vielen Melodielinien und -bögen sehr melodiös. Auch solistisch sind eher die ruhigen Momente der Gitarre tragend, ab und an unisono mit dem Gesang. Ja, der Gesang ist klar. Häh? Eben, ein Klargesang – eine wunderschöne, klare, volle und weinerliche Stimme, welche eben dem gesamten, doomigen Sound die Krone aufsetzt. Eine gewaltige, doomige Welle aus der Ostküste schwappt über den grossen Teich auf den europäischen Kontinent rüber.
Leopold
 
Punkte:
7.3 von 10
CHEVALIER - Destiny Calls  (LP)
Gates Of Hell Records
Es waren einmal die Bands Acid, Bitch, Aloha und Blacklace. Sie feierten in den fernen Achtzigern im metallischen Untergrund zumindest Achtungserfolge, was nicht nur an deren unumstritten vorhandenen musikalischen Qualitäten gelegen hat, sondern auch an der Tatsache, dass sie alle von einer Frontfrau angeführt wurden, was damals immer noch einen gewissen Exotenbonus mit sich brachte. All diese Bands haben sich jetzt zu einer neuen Truppe reformiert, nennen sich nun Chevalier und kommen aus Finnland. In der reichlich käsigen Möchtegern-Mystery Serie „X-Factor: Das Unfassbare“ (Originaltitel: Beyond Belief: Fact or Fiction) würde Gastgeber Jonathan Frakes jetzt seine berühmte Mine irgendwo zwischen geheimnisvoll und gönnerhaft-sarkastisch auflegen und uns aufklären: „Diese Geschichte haben wir frei erfunden“. Und dennoch ist sie, wenn man sich das Full-Length Debüt «Destiny Calls» anhört, nicht einmal so weit her geholt. Chevalier scheinen nämlich wirklich soeben einer Zeitmaschine entsprungen zu sein, um uns Menschen des neuen Jahrhunderts den originalen Speed Metal von damals wieder näher zu bringen. Und in dieser Hinsicht sind die fünf Musiker wirklich akribisch. Die Songs sind reichlich verschachtelt, der Sound ist roh, ungeschliffen und direkt, und die Sängerin Emma Grönqvist mag rein stimmlich vielleicht nicht aus der Masse herausragen, hat aber dadurch ihren ganz eigenen Charme. Zudem beherrscht sie High-Pitch-Schreie genauso meisterlich wie Tante Dorothea zu ihren besten Zeiten. Natürlich muss man diese Sorte Musik auch wirklich mögen, um damit klar zu kommen, denn das fast durchgehende High Speed-Geballer kombiniert mit unzähligen hektischen Breaks kann einen mit der Zeit ganz schön fordern. Dennoch kann ich diese Scheibe jedem Metal-Puristen wärmstens ans Herz legen, sei es aus nostalgischen Gründen (für alte Säcke wie mich) oder sei es aus erzieherischen Gründen („siehst du mein Sohn, so klang damals die Musik, aus der danach Genres wie Power, Black, Thrash und Death Metal wurden“). Leckerer Kraftstoff für echte Kuttenträger!
Mirko B.  
Punkte:
7.2 von 10
BITCHHAMMER - Offenders Of The Faith  (CD)
Iron Shield Records
Mit «Offenders Of The Faith» veröffentlicht das Leipziger Trio namens Bitchhammer ihren ersten, eigentlichen Longplayer seit deren Gründung im Jahre 2008. Ja, auch das kann's geben und wie ihr seht ... gibt's es auch. Das Trio zelebriert neu intonierten und im alten Gewand des Black/Thrash Metal dahergebrachten Metal. Neun Tracks haben den Weg auf das Debut gefunden, welche sehr gut produziert wurden, so dass man eben die Klampfe, den Bass und die Drums wunderbar und nicht überproduziert hört und allen Songs eine gewisse Eigenständigkeit einverleibt. Geradezu erfrischend, im Vergleich zu den heutigen, meist überproduzierten Ergüssen im kompletten, metallischen Sektor. Die Gitarre ist druckvoll, dennoch sauber heraushörbar, meist im blackedesken Geriffe beheimatet. Gitarrensolos sucht man jedoch vergebens, oder sind dann meist in geschrummelten, blackedesken Melodielinien zuhause. Der Bass wummert prächtig neben den sehr treibenden und bombastischen Drums einher und nebenher zur Gitarre. Der Gesang ist eher im thrashigen Segment zuhause – will sagen weniger im gutturalen Tonbereich, sondern eher im thrashigen, bösartigen Shouting beheimatet. Gesamtsoundtechnisch abgerechnet ein sehr hymnenhaftes und eingängiges Werk. Ein cooles Cover-Artwork rundet den Erstling des Leipziger Trios gekonnt ab. Freunde der ersten Scheibchen von Destruction, Sodom, Kreator und Konsorten, gepaart mit ein bisschen Venom und Bathory, genau diejenigen unter euch werden an diesem Teilchen die wahre Freude und das Bekenntnis des Schwarzen finden. Allen anderen sei wie stets erwähnt, ein Lauscher voll Ohrwürmchen ansatzweise und testhalber zu empfehlen.
Leopold
 
Punkte:
7.2 von 10
MUSKET HAWK - Upside Of Sick  (LP)
Unholy Anarchy Records
Düster, düster, was das Baltimorer-Trio mit ihrem grindcorigen Sludge-Metal auf ihrem dritten Longplayer namens «Upside Of Sick» hervorquillen lassen. Sechs Tracks haben den Weg auf dieses Teil der seit 2011 wirkenden US-Amerikaner gefunden. Richtig extreme Rhythmuswechsel, gepaart mit sehr dumpfer Gitarre und einem dumpfen Bass, sowie leicht blechernden Drums. Da wird sowohl recht heftig gegrindet und geblast, als auch mal zünftg gegrooved. Die Gitarre rifft sich im Konterpart zum Bass teils recht hardcore-lastig durch die vertrakten Songstrukturen. Sehr kurze Gitarrensoli klingen auf, so ca. zehn Sekunden lang, aber nicht in jedem Song. Da wird auch hier eher der Groove-Faktor im Riffing gesucht, der dann meist in den hardcorigen Elementen des Songwritings zu Tragen kommt. Der Bass ergänzt sich, nicht wie erwartet scheppernd, sondern eher im reinen, wummernden und blubbernden Frequenzbereich zu den Songs. Die Drums sind mal rasant grindig und blastend schnell, dann wieder voll auf der Bremse stehend groovig, und beinahe schon doomig gehalten. Der Gesang ist jedoch ebenfalls sehr hardcorig shoutend gehalten – stets verständlich, jedoch gepaart mit aggressivem Voicing. Die Produktion ist O.K., eher typisch in diesem Sound, so ein wenig im Hintergrund gehalten, doch hört man alles hervorragend heraus. Das Coverartwork passt zum Sound, splattercoremässig. Für Fans von Sunbuster, evtl. Napalm Death, Terrorizer und old-school Carcass-Fans auch noch. Aber hört mal rein – ihr entscheidet ...
Leopold  
Punkte:
7.1 von 10
FORTUNE – II   (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Aus L.A. stammt Fortune, die mit «II» einen neuen Streich unter die AOR-Freunde verteilen. Irgendwo zwischen Styx, Survivor, Foreigner und Asia liegt der Sound des Fünfers. Handwerklich gibt es nichts zu meckern, die Melodien passen und alles obliegt einer klaren Struktur, der aber auch eine gewisse Härte abhandenkommt. Gesanglich werden die zehn Songs hervorragend vorgetragen. Larry Greene überzeugt mit einer ehrlichen und nicht aufgesetzten Stimme. Dabei schimmert ein bisschen Danny Vaughn (Tyketto) durch. Dies hört man bei «Freedom Road». Während «Overload» stark an Survivor erinnert, könnte «All The Right Moves» auch aus der Feder von Foreigner stammen. Was Fortune machen, das machen sie gut. Bb dabei aber ein Hit-Album entstanden ist, muss der Hörer selber entscheiden.
Tinu  
Punkte:
7.0 von 10
MICHAEL THOMPSON BAND – Love And Beyond  (CD)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Der gebürtige New Yorker M. Thompson dislozierte bereits 1979 nach L.A. Von dort aus entwickelte er sich zu einem der gefragtesten Session-Gitarristen überhaupt. Die Liste der Künstler, mit denen er zusammengearbeitet hat, ist lang: Michael Jackson, Whitney Housten, Celine Dion, Christina Aguilera, Mariah Carey, Bette Midler, Madonna, aber auch Michael Bolton, Rod Stewart, Scorpions und Vince Neil. Nach 1988 und 2012 wagt sich der Mann nun zum dritten Mal an ein eigenes Album. Seinem bevorzugten Stil, AOR/Melodic, bleibt er dabei treu. Klar ist, dass man an der Sechssaitigen dem guten Michael nichts mehr vorzumachen braucht. Wie bereits in der Vergangenheit hat er eine Schar versierter Melodic-Spezialisten versammelt, darunter mit Larry King, Mark Spiro und Larry Antonino gleich drei Sänger. Das bedeutet in Bezug auf musikalisches Handwerk einerseits erreicht man allerhöchstes Qualitätslevel. Die Songs andererseits können höchstens durchschnittlich bewertet werden. Diverse ansprechende Hooks lassen zwar immer wieder aufhorchen. Die Homogenität und der Drive werden aber leider regelmässig von kurzen Instrumentalparts, die zwischen die Tracks eingeschoben wurden, unterbrochen. Michael Thompson beweist zwar auch auf diesem Weg seine exzellenten Fähigkeiten als Gitarrist, leider bleibt jedoch das Songwriting bezüglich Eingängigkeit und Nachhaltigkeit auf der Strecke. Da ist der Info Blatt-Hinweis vom Label, for fans of Survivor, Journey and Foreigner, nur hypothetisch korrekt.
Chris C.  
Punkte:
7.0 von 10
TRISHULA – Scared To Breathe  (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Der englische Gitarrist Neil Fraser veröffentlicht sein erstes Solo-Album. Melodischer Rock, im Fahrwasser von FM, präsentiert der Insulaner, der einerseits von der Gitarre getragen und andererseits von den Keyboards flankiert wird. Gutes Handwerk, das aber das Wesentliche eines solchen Albums vermissen lässt. Den Hit. Wer aber an Ten Gefallen findet, kann hier fast “blind“ zugreifen. «A Thousand Pieces», «Secrets And Lies», «Don’t Let Go», oder «Suicide Satellite» gehen als gute Anspieltipps durch und zeigen auch die Leitplanken auf, in welchen sich «Scared To Breathe» bewegt. Mit «Jealousy» wird das Werk rockig beendet und lässt nochmals die Qualität aufblitzen. «Scared To Breathe» ist ein solides Album geworden, das man sich immer wieder gerne anhört und freudig mit dem Fuss mit wippt.
Tinu  
Punkte:
7.0 von 10
GODS FORSAKEN - Smells Of Death  (CD)
Soulseller Records
Heilige Wikingerseele, jetzt hab' ich doch gleich gedacht, ich halte irgendwie die erste Entombed namens «Left Hand Path» oder deren Zweitwerk «Clandestine» in den Händen ... Nein, natürlich nicht, aber Freunde dieser beiden Scheibchen können hier beim Fünfer von Gods Forsakens «Smells Of Death» blind zugreifen. Klar, die Produktion ist wuchtiger, der 'old-school' kommt doch sehr sauber rüber und das Cover-Artwork ist noch düsterer ausgefallen – passend zum Gesamtsound. Nun, Gods Forsaken existieren seit 2016 und sind ein schwedisch-norwegisches Konkubinatsprodukt. Neun Songs haben den Weg auf den Zweitling gefunden, welche im bekannten, skandinavisch-deathigen Metal wiedergegeben werden. Die Gitarren sind bekannt tief gestimmt, jedoch mit viel Treble versehen. Sie riffen sich rasend durch die Songs und beinhalten doch das eine oder andere Mal melodiösere und mal raffelnde Gitarrensoli. Der Bass wummert und blubbert sich ebenfalls zähflüssig bekannt durch die Tracks auf «Smells Of Death». Die Drums blasten, double-bassen und bei den Mid-Tempo-Passagen erreichen sie die markantesten Effekten. Der Gesang ist tief guttural gehalten, sehr böse. Ein 'old-school' auf 'new-school' getrimmt, ergibt nach Adam Riese ein 'old-new-school'.
Leopold  
Punkte:
7.0 von 10
GOLD – Why Aren't you Laughing?  (CD)
Artoffact Records
Post-Rock trifft auf Gothic-Vibe trifft auf Dido – so in etwa klingt die Band Gold. Gold sind enorm wandelbar und so ist eigentlich kein Album wie das vorangegangene, was es ungeheuer schwer macht, sie in eine Schublade zu stecken. Nur ein roter Faden zieht sich durch ihre Musik: Memento Mori – Sei dir deiner Sterblichkeit bewusst. Die tendenziell minimalistische Instrumentalisierung und die melancholischen Melodien kreieren eine düstere und zugleich offene Atmosphäre – wie ein schimmernder Pfad, der sich durch die endlosen Weiten des Weltraums schlängelt. Der Gesang von Sängerin Milena Eva ist gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig: Monoton, spröde und leicht nasal klagt sie ihre Gefühle der Unzulänglichkeit, Hilflosigkeit und Verwirrung… Quasi eine Klang gewordene Depression also. Der progressive und avantgardistische Touch der Kompositionen rettet das Ganze vor der erdrückenden Monotonie, aber so richtig warm werde ich trotzdem nicht mit dem Silberling… Fazit: Die Niederländer ziehen ihr eigenes Ding durch, eine Mischung aus Dark Pop und Post Rock mit einer depressiven Ader. Songwriting und Instrumentalisierung sind grossartig, doch der eigenwillige Gesang ist sicher nicht jedermanns Sache…
Patricia H.   
Punkte:
6.7 von 10
HIGH REEPER – Higher Reeper  (LP)
Heavy Psych Sounds Records
Dass der Einfluss gewisser Rockbands aus den Siebzigern auf Truppen jüngeren Datums ungebrochen anhält, ist eine unbestreitbare Tatsache, aber ganz speziell der Fundus an Sabbath-Jüngern scheint mir schier unerschöpflich zu sein. High Reeper aus Philadelphia bilden da nicht die Ausnahme, sondern sind vielmehr das Paradebeispiel dafür, wie man sich vor lauter Ehrerbietung etwas schwertun kann, eine eigene Identität zu finden. Auf dem selbstbetitelten Debüt des 2016 gegründeten Fünfers wird zitiert, sich musikalisch verneigt und Tribut gezollt ohne Ende zu haben. Aber, und damit streichen sich die Jungs einen dicken Pluspunkt ein, es wird auf eine relativ gut funktionierende Weise gemacht. Mit relativ gut funktionierend meine ich, dass nicht bloss die ewig gleichen Halbtonfolgen und Tritonus-Variationen inspirationsarm aneinandergereiht werden, sondern Tracks geboten werden, welche die Bemühungen der Band offenbaren, trotz der engen Bande, die der anvisierte Stil nun mal mit sich bringt, nicht eintönig zu klingen. Das Wort „Bemühungen“ sagt es allerdings schon – dem Quintett gelingt es am Ende des Tages dann doch eher selten, aus dem Schatten der gigantischen Riff-Kathedrale zu treten, die dereinst von Meister Iommi erbaut wurde. Diesbezüglich sind (bzw. waren) ihnen ähnlich disponierte Bands wie Orchid oder Iron Man halt immer noch eine deutliche Nasenlänge voraus. Das macht allerdings «Higher Reeper» absolut nicht zu einem Stinker. Vielmehr ist es das ordentliche Debüt einer jungen Band, die noch viel Entwicklungspotential hat und dieses auch hoffentlich nutzen wird.
Mirko B.
   
Punkte:
6.7 von 10
STEEL NIGHT - Fight Till The End (CD)
Iron Shield Records
Nach den ersten paar Klängen des Openers «We Are Metal» und dem einsetzenden Gesang von Jahaziel Rangel Quiroga hatte ich auf eine italienische Combo gewettet! Doch weit gefehlt, denn Steel Night stammen aus Mexiko (!), wurden erst anfangs 2017 in Durango gegründet und spielen klassischen oldschool Heavy Metal, der verschiedene Roots wie Black Sabbath, Manowar oder auch die alten Judas Priest sowie Iron Maiden aufgreift. Gerade Letztere werden ja weltweit tausendfach kopiert, und das hört sich zum Beispiel bei «Spell Witch», trotz kräftigem Gesang, nicht wirklich innovativ an. Auch «Red Alert» geht halt in diese Ecke, ist deshalb nicht wirklich schlecht, haut mich aber nicht vom Hocker. Gleiches spielt sich dann beim schnelleren «Heavy Metal Storm» ab, wo wahlweise Saxon oder Judas Priest Pate standen. Die technischen Fähigkeiten sind vor allem bei den flotteren Tracks unbestritten vorhanden und Fronter Jahaziel hat einige scharfe high pitch Screams am Start. Punkten kann der schleppende riffende Track «You Lost My Heart», wo die Backing Vocals allerdings etwas schräg klingen. Insgesamt drücken Iron Maiden aber, wie auch bei «Wings Of Steel» einfach zu fest durch und lassen eigenständige Ideen vermissen. Mehr vom Schlage des Livetracks (?) und coolen Rausschmeissers «Made Of Steel», der deutlich mehr auf kernigen US-Metal macht, wäre wünschenswert. Wobei ob dies letztlich eine echte Live-Aufnahme ist, lässt das ziemlich seltsam abgemischte Publikum mit ein paar Fragezeichen zurück, vor allem weil es sich nach einem ganzen Fussballstadion anhört!
Rockslave   
Punkte:
6.6 von 10
TELLTALE – Timeless Youth  (CD)
Sharptone Records/Warner
TellTale ist eine junge Band aus den USA, die nach eigenen Angaben eine Mischung aus Alternative und Pop Punk zelebriert, im Stile von Like Pacific, Neck Deep oder auch Fall Out Boy. Das kann ich so ungefähr bestätigen, allerdings wird POP hier definitiv gross geschrieben. Sämtliche Kompositionen verlaufen nach klassischem Schema X der Pop-Musik, was auf Dauer ungeheuer langweilig und voraussehbar wirkt. Die Stimme von Sänger John Carter steht unbestritten im Mittelpunkt, nur wird sie leider ständig elektronisch verzerrt, verstärkt und verändert – Klassische Pop-Manier eben, was sehr schade und grösstenteils völlig unnötig ist. Die angepriesene Punk-Attitüde sucht man auf diesem Silberling leider vergeblich. Die Mischung ist sehr melodisch und harmonisch und damit durchaus schön anzuhören, aber es fehlen einfach richtige Highlights, die sich vom Mainstream abheben würden. Fazit: Durchwegs mainstreamiger Pop-Rock, der fröhlich vor sich hinplätschert. Nett anzuhören, aber leider gänzlich ohne Charakter oder eigener Identität. Aber die Band steht schliesslich noch ganz am Anfang ihrer Karriere und hat also noch viel Zeit, ihren eigenen Weg zu finden…
Patricia H.
   
Punkte:
6.6 von 10
GLITTER WIZARD - Opera Villains  (LP)
Heavy Psych Sounds Records
Das ist ja wieder mal eine schräge Truppe. Genau deshalb hatte ich sie wohl bis jetzt noch nicht auf dem Radar, denn sobald einer Band Adjektive wie schräg aber auch lustig, komödiantisch oder gar albern anhaften (die Palette reicht hierbei von Waltari, Steel Panther, Turbonegro und Alestorm über GWAR, Nanowar Of Steel und Knorkator bis hin zu Gloryhammer und J.B.O.), ist bei mir mittlerweile relativ schnell fertig lustig. Haltet mich für humorlos, aber das Konzept des Comedy Metal wurde mir in den letzten zehn Jahren einfach etwas zu sehr ausgereizt. Nun also zu diesem durchgeknallten Haufen, dem ich zugegebenermassen gleich von Anfang an mit relativ vielen Vorurteilen begegne. «Opera Villains» ist das vierte Werk des kalifornischen Combo und klingt genau so, wie es der Bandname verspricht. Ein bisschen Space Rock, ein bisschen Glam Rock, ein bisschen Psychedelik und ganz, ganz viele Sixties- und Seventies-Vibes, welche die Songs fröhlich zwischen The Stooges, Golden Earring, Uriah Heep, Hawkwind, Iggy Pop und MC5 hin und her hüpfen lassen. Dass die Jungs ihre mannigfaltigen Ideen durchaus kompetent umsetzen, steht hierbei nicht zur Debatte, aber mir wird es mit jedem Hördurchlauf irgendwie des Guten zu viel, denn irgendwie fehlt mir der entscheidende Kitt, der alles zusammenhält. Und wenn ich mir dazu noch die teilweise wirklich grenzwertigen Bühnenklamotten der Band bei ihren Auftritten ansehe, dann kommt zur auditiven noch eine visuelle Reizüberflutung dazu. Jedem das Seine, an dieser Devise will ich möglichst nicht rütteln, hier fehlt es nicht am Können oder gar am Talent der Musiker, sondern eindeutig an der Offenheit des Rezensenten selbst, der zu Musik und Konzept von Glitter Wizard beim besten Willen keinen Zugang findet. Bestehende Fans werden sich die Scheibe ohnehin zulegen, und potentielle Fans sehe ich am ehesten in den Reihen der Turbojugend.
Mirko B.   
Punkte:
6.5 von 10
MIKE MACHINE – Alive  (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Aus Schweden stammt der Vierer Mike Machine. Eigentlich ein Gütesiegel, aber irgendwie bin ich ein bisschen enttäuscht. Denn Sänger Mike kann mit seiner Mannschaft nicht an Crash Diet, The Poodles, Treat oder Europe anschliessen. Irgendwie fehlt der schwedische Wumms, die Dynamik, die Energie und die Frische, welche man sonst von den Nordländern kennt. Auch amerikanisches Level in Form von Poison oder Warrant erreicht das Quartett nicht. Und von den finnischen Reckless Love sind Mike und seine Mitstreiter weit weg. «Fireball» und «Evil Mind» haben im Ansatz das Level der oben genannten Truppen, aber ansonsten tröpfelt das Album eher belanglos an mir vorbei.
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
SCARLET AURA - Hot'n'Heavy  (CD)
Silver City Records
Obschon noch relativ unbekannt in der Szene (warum auch immer), sollte man der female-fronted Melodic Heavy Metal-Band aus Bukarest definitiv eine Chance geben. Freudig und nach dem bombastischen Debutalbum «Falling Sky» (Oktober 2016) recht erwartungsvoll höre ich nun den zweiten Longplayer der Band. Es kommt aber schockierenderweise eine grosse Ernüchterung. Schon beim ersten Album war klar zu hören, dass sich die Band um die energiegeladene und bildhübsche Frontkehle Aura Danciulescu nicht weit abseits der altbekannten und mehrfach erprobten Heavy Metal-Pfade bewegen möchte. Dennoch schafften sie es, auf allen Linien zu überzeugen und brachten ein geniales Album raus. Beim zweiten Mal aber will es so nicht klappen – sehr schade! Der Sound scheint die ganzen 55 Minuten lang etwas repetitiv zu sein und wenig bis gar nicht innovativ. Zwar hört es sich fantastisch an; coole Riffs, gewaltige Stimme, die Band gibt sich ordentlich Mühe und arbeitet sehr fleissig am Erfolg. Scarlet Aura durften schon für Tarja oder Rhapsody of Fire eröffnen, das ist schon eine Leistung. Wenn ich das zweite Studioalbum aber objektiv betrachte, so scheint dies nicht (mehr) ganz so gerechtfertigt zu sein. Seit ihrem Debut bin ich ein grosser Fan, doch trotz meiner allergrössten Sympathie, kann ich dieser Scheibe keine sehr gute Note geben. Ehrlich gesagt gefällt es mir sehr, dieses Album. Aber im Vergleich zum Vorgänger sehe ich leider gewisse Problemchen. Diesmal scheint es, als ob sie sich selbst kopieren würden. Von den typischen Heavy Metal-Elementen, die in der Zwischenzeit schon fast etwas einfallslos wirken, ganz zu schweigen. Ich mag die Band und ich mag das Album, aber wider Erwartungen schafft es nicht, mich 100%ig zu überzeugen. Sehr schade. Vielleicht beim nächsten Mal, Aura & co.!
Mona 
Punkte: 6.5 von 10
STARQUAKE - Time Space Matter (CD)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Obwohl «Time Space Matter» die dritte Scheibe der Deutschen um Mastermind Mikey Wenzel markiert, habe ich bisher noch keinerlei Notiz von dieser Combo genommen. Angepriesen wir die Mucke als "Neo 70s Rock, der mit ein wenig Prog und etwas Metal angehaucht ist". Der Opener ist gleichzeitig der Titeltrack und trägt dem erwähnten Stil in der Tat Rechnung. Der stimmungsmässige Spagat innerhalb des Songs ist etwas gewöhnungsbedürftig, kann aber unter dem Strich dem Deckmantel "Prog" zugeschrieben werden. Ähnlich verhielt es sich mit den weiteren Songs, die erstens von der Spielzeit her massiv zulegen und die Hammond Orgel, eingespielt von Andi Pernpeintner, klingt insgesamt mehr nach Uriah Heep und Jethro Tull als nach Deep Purple. Wie es sich für Prog-Scheiben gehört, braucht es mehrere Umläufe bis sich einem das ganze Werk so erschliesst, wie sich das die Musiker wünschen. «Jack», mit knapp elf Minuten der zweitlängste Song auf «Time Space Matter», erinnert vor allem im Schlussteil an Uriah Heep der letzten Jahre. «Time - It's Always Now» wechselt sich ab zwischen Classic Rock, ergänzt um female vocals und einer überraschend harten Bridge. «Matter - And The Ginat Was Gentle» zeigt sich verspielt und dürfte bei den Proggies auf die erhoffte Gegenliebe stossen. Im Zentrum steht jedoch der Monstertrack «A Never Give Up Suite», der gleich mit siebzehn Minuten zu Buche schlägt. Auch hier schimmern im Wesentlichen Uriah Heep durch, wiederum durchzogen von etwas Jethro Tull. Mit «Off To Pastures New» beendet eine einminütige Klangcollage das "make it or break it" Album von Starquake. Obwohl durchaus ein paar gute Moment auszumachen sind, fehlt mir hier das gewisse Etwas, das mein echtes Interesse an dieser Band wecken könnte. Ich werde aber auch mit dem Gesang von Mikey nicht wirklich warm. Die die-hard Proggers finden womöglich mehr Gefallen daran und sollten zwingend ein Ohr voll davon kosten.
Rockslave 
Punkte: 6.5 von 10
AMERICAN WAR MACHINE – Unholy War  (LP)
Bridge Nine Records
Was tun, wenn die Hauptband gerade eine Pause einlegt? Einfach kurz mal eine neue Band gründen und mit der ein Album aufnehmen. Direkt aus Boston haben sich Mitglieder von Slapshot, Agnostic Front, Blood For Blood und Intent To Injure zusammengeschlossen und als American War Machine eine aggressive Platte mit dem Namen «Unholy War» ausgekotzt. Der Opener und Titeltrack «Unholy War» startet ganz schön giftig und dreckig durch. Leider lutscht sich das Ganze im Anschluss bereits schon etwas aus und bis zum wieder spannenderen «Farther To Fall» merkt man gar nicht, dass noch weitere Tracks durchgerauscht sind. So schnurzen die zwölf Songs meist ziemlich unbemerkt am Publikum vorbei. Wenigstens ist mit «Becoming Death» noch ein geiler Headbanger dabei, der im Entferntesten an die guten alten S.O.D. erinnert und «Beautiful Death» wertet mit einem Motörhead-Grundbeat und einem knackigen Gitarrensolo auf. Der Rest wird, ob gewollt oder nicht, wohl ziemlich schnell in der Kammer des Vergessens landen. Natürlich darf von Hardcore- und Punk-Kombos nicht astreine Abwechslung erwartet werden aber dennoch, etwas mehr Melodie hier und mal ein Rhythmuswechsel da hätten der Scheibe echt gut gestanden.
Oliver H. 
Punkte: 6.3 von 10
BLACK MAGIC - Wizard's Spell  (Re-Releae LP)
Dark Essence Records
Wenn Fenriz von Darkthrone seine üblichen euphorischen Kapriolen schlägt und kaum mehr passende Superlative für einen Underground-Act findet, gehe ich automatisch mit gebotener Vorsicht und Zurückhaltung an den entsprechenden Tonträger heran. Diese gesunde Portion Skepsis erweist sich auch in diesem Fall wieder mal als berechtigt. «Wizard’s Spell» wurde vor zehn Jahren aufgenommen und 2014 zum ersten Mal veröffentlicht, damals existierte die 2006 gegründete Truppe aus Norwegen allerdings seit zwei Jahren schon wieder nicht mehr, was mich ehrlich gesagt nicht wirklich wundert. Das absolut unterirdische Intro lässt mich erst mal richtig aufschrecken, besser kriegt man es auf einem Bontempi-Keyboard aus der Spielwarenabteilung scheinbar einfach nicht hin – zumindest klingt es genau so. Was darauf folgt, stimmt mich glücklicherweise wieder etwas versöhnlicher. Zwar bedient der Sound jedes denkbare Underground-Klischee (Schmalbrüstiger Klang kombiniert mit viel Hall und einem absolut nicht immer treffsicheren Gesang), aber die Kompositionen lassen das Potenzial erkennen, welches damals in der Band gesteckt hat. Was man allerdings ebenso erkennt, ist die schon fast verbissene Orientierung des Songmaterials an den ersten beiden Iron Maiden-Alben. Auf der zweiten Albumhälfte erfolgt danach der Stilbruch, dieser besteht aus den vier Tracks des «Reap Of Evil»-Demos. Der Titel kündigt es schon an – in ihrer Anfangsphase orientierte sich die Band an Szene-Ikonen wie Slayer, Hellhammer und (langsamen) Venom; die Tracks klingen so, als wäre die musikalische Zeit nach Slayer’s «Show No Mercy» (1983 erschienen) stehen geblieben, was auch für den eher dilettantischen Krächz-Gesang gilt. «Wizard’s Spell» ist für mich somit eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Ist es ein musikhistorisch interessantes Dokument in Bezug auf den bis heute anhaltenden Einfluss der allerersten Speed- und Black Metal-Phase auf die Extrem Metal-Szene, oder ist es eher eine gezielt auf Underground-Fans gerichtete Reststoffverwertung? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
Mirko B. 
Punkte:
keine Wertung
SMOULDER – Times Of Obscene Evil And Wild Daring  (CD)
Cruz Del Sur Music
Die Doom/Power Metal Kanadier Smoulder veröffentlichen mit „Times Of Obscene Evil And Wild Daring“ ihr erstes full-length Album, welches aus sechs Tracks besteht. Hier muss leider schon gesagt werden, dass weder Doom, noch Power wirklich zutreffen… Ja, “doomige“ Elemente sind soweit vorhanden. Schwere, schleppende Riffs, insbesondere in „The Swordwoman“ sind zu hören – sie dominieren das Werk bzw. ihren Stil jedoch nicht. Die Wirkung der typischen Schwere und düsteren Stimmung ist nicht wirklich wahrzunehmen. Es scheint mir eher so, als ob Power Metal zwar geschrieben, dieser jedoch nur halb so schnell gespielt wird. Sarah Ann’s Vocals sind eindrucksvoll und kräftig – es würde gut zu den dumpfen, scharfen Riffs passen. Jedoch habe ich ständig den Eindruck, als wäre ihre Stimme hinter dichtem Nebel – ich weiss nicht, ob noch Effekte eingefügt wurden, aber es wirkt zumindest so, was meiner Meinung nach sehr schade ist. Hinzu kommt, dass praktisch keine Abwechslung in den Vocals geschaffen wird; sie bleibt praktisch immer auf derselben Tonhöhe. Ich kann mir vorstellen, dass sie mit ihrer Stimme sehr viel mehr zu bieten hätte. Der dritte Song „Bastard Steel“ weist starke Einflüsse von Thrash Metal auf – schnelle, ratternde Gitarren durchziehen das Lied und bringen ein bisschen Schwung hinein. Allgemein dürfen die Gitarrenriffs und -soli durch alle sechs Lieder herzlich gelobt werden! Smoulders Musik ist generell super – konzentriert man sich spezifisch auf die Gitarren oder auch auf das Schlagzeug, müsste gesagt werden, dass die Musiker definitiv Potential haben und sauberen Metal produzieren können. Im Gesamteindruck wirkt die Scheibe allerdings monoton, die Melodien wirken nicht richtig und es bleibt nichts hängen. Ich persönlich habe Mühe, den Zugang zu „Times Of Obscene Evil And Wild Daring“ zu finden….
Sina 
Punkte: 6.0 von 10
ARRIVAL OF AUTUMN - Harbinger  (CD)
Nuclear Blast/Warner
Ein wenig mehr als eine halbe Stunde lang hämmern die Kanadier von Arrival of Autumn auf die Ohren und behandeln die eher düstere Thematik der Trostlosigkeit des näherkommenden Winters. Sehr philosophisch. Genremässig etwas schwer einzuordnen; ich tippe auf irgendwo zwischen Thrash, Death und Core, vielleicht mit einer Portion Heavy. Klar an den grossen Genrevorreitern orientiert, dennoch aber nicht abgeschaut spielen die Jungs einen recht eigenen Sound, auch wenn er vertraut scheint. Präzision wird, wie man eindeutig hört, sehr grossgeschrieben. Starke Riffs, die eindeutig überzeugen. Nichtsdestotrotz ist die Musik immer eine reine Geschmackssache. Trotz einigem Können eines jeden einzelnen Bandmitglieds vermag mich dieses Album nicht zu überzeugen. Schuld daran dürfte die zu grosse Dosis durchschnittlichen Metalcores sein. Somit bin ich froh, dass das Album nur so kurz ist. Die Länge ist mehr als genug für meine Lauscher. Für Thrash oder Core-Fans aber bestimmt eine Bestellung wert.
Mona 
Punkte: 6.0 von 10
SISTER SHOTGUN - Fragments  (CD)
Pavement Entertainment
Irgendwo zwischen Rock und Metal liegend, macht die Band aus England recht stadiontauglichen Sound, der sich hören lässt. Aggressive Gitarren und hübsche Untermalung der ganz netten Vocals durch gut geschriebene Melodien machen die 45 Minuten zwar recht angenehm, doch mehr als das nun auch wieder nicht. Diese Musik könnte ich mir gut im Radio vorstellen (damit meine ich die Mainstream-Stationen). Dies ist, ohne der Band nahetreten zu wollen, leider eine ziemliche Ernüchterung. Wer es nicht zu deftig oder technisch mag, ist mit Sister Shotgun auf jeden Fall bestens bedient. Allen anderen könnte der Sound, ähnlich wie mir, zwar gefallen, jedoch nichts weiter. Wir alle kennen doch diese typischen "Vorbands", die irgendwie alle gleich klingen und die für die richtig grossen die Show eröffnen dürfen. Etwa so hört sich Sister Shotgun für mich an. Alles in Allem eine weitere Band, die sich nicht dauerhaft in mein Gedächtnis einbrennen wird. Schade, denn Potential wäre hörbar vorhanden.
Mona 
Punkte: 6.0 von 10
THE MUTE GODS - Atheists And Believers  (3 Gatefold LPs)
InsideOut Music

Wenn sich Musiker versammeln mit den Namen Nick Beggs, Roger King, Marco Minnemann, Craig Blundell, Rob Tonwsend und Alex Lifeson, dann erwartet man Grosses. Leider ist dieses Album durchzogen – zum einen mit tollen Songs wie «Indium Heart», getragen von den grandios gespielten Drums von Minnemann. Treibend und gleichzeitig eine hypnotisch klasse Prog-Nummer. Dem entgegen steht das langweilige «Old Men», bei dem man aufpassen muss, nicht einzuschlafen, bevor es fertig ist. Auch gut ist das an RPWL erinnernde «Atheist And Believers» – toller Groove und eine schöne eingängige Gesangsmelodie. Das schleppende «One Day» lässt dann schon etwas nach. Wieder stark kommt die flotte Prog-Nummer «Knucklehead». Und das einzige, was «Iridium Heart» rettet, sind Minnemanns Drums. Das acht Minuten lange «Twisted World Godless Universe» glänzt mit viel Abwechslung und ist sicher das Highlight des Albums. Zum Schluss langweilt man den Zuhörer dann noch mit «I Think Of You». Sechs Minuten muss man durchhalten bei der überflüssigen Klavierballade. Schade, dass es hier nicht mehr solche starken Songs gibt, wie die oben beschriebenen. Dies hätte ich bei solch guten Musikern schon erwartet. Bitte unbedingt vor dem Kauf reinhören.
Crazy Beat   
Punkte:
 5.9 von 10
PECTORA – Untaken  (LP)
Mighty Music
Für Fans von Accept, Judas Priest und HammerFall wird Pectora aus Dänemark angepriesen im Infoblatt. Habe ich schon erwähnt, dass ich den Verfassern dieser Sheets gerne mal in den Arsch treten würde? Von Priest und Accept höre ich gleich mal gar nichts raus und HammerFalls Hymnen sind auch nicht zu finden. Was also ist Pectora? Eine interessante (Power-) Metal-Band, die sicher ihren Zenit noch nicht erreicht hat. Die Songs klingen spannend, aber am Ende des Albums bleibt wenig hangen. Auch nach mehrmaligem Hören sind Pectora weit davon entfernt, auch nur im Ansatz das Level der angeblich erwähnten Truppen zu erreichen. Klar, wenn ich mir alles kaufen müsste, dann auch «Untaken». Es gibt einfach zu viele Bands und bei vielen habe ich das Gefühl, dass die Angst, gegen die «Alten» nicht bestehen zu können, bei jeder Note zu hören ist. Vielleicht wird dies mit der Zeit was, aber ganz ehrlich, dann höre ich mir lieber «Russian Roulette», «Point Of Entry» oder «Heading The Call» an.
Tinu   
Punkte:
 5.8 von 10
LITTLE VILLAINS - Philthy Lies  (LP)
Heavy Psych Sounds Records

«Verbrennt den Ketzer!» werden sie wohl schreien, all die Motörhead-Jünger in den Reihen unserer werten Leserschaft. 2006 durch James Childs (Avon, Airbus), Owen Street (Waxy, Vails) und Phil “Philthy Animal” Taylor (ex-Motörhead) gegründet, nahm die frischgebackene Band bald darauf das zugegebenermassen witzig betitelte Debüt auf. Die Tracks blieben allerdings in ihrer Rohfassung unter Verschluss, bis James Childs letztes Jahr entschlossen hatte, sie mit dem Segen der Familie Taylor endlich zu mixen, mastern und zu veröffentlichen. Verkauft wird uns das Ganze als Juwel, das in jede Motörhead und Heavy Rock-Sammlung gehöre. Das sehe ich allerdings etwas anders. «Philthy Lies» ist eher was für Leute, die auf leicht punkige und teilweise recht schräge, harte Rock-Musik stehen. Diese Band auch nur ansatzweise mit Phils ehemaliger Kultcombo zu vergleichen, empfinde ich ehrlich gesagt als Witz, denn dazu fehlt den kleinen Halunken einfach der Rotz und die unbändige Energie. Dass die Band dabei versucht hat, aus der glorreichen Vergangenheit des 2015 verstorbenen Drummers Kapital zu schlagen, kann ich zwar absolut nachvollziehen, hätte ich nicht anders gemacht, aber damit kommen wir gleichzeitig zum Kern der Einleitung dieser Besprechung. Auch ich war damals vor ziemlich genau 40 Jahren der Meinung, Phil Taylor sei das absolute Nonplusultra an den Drums, bis mich danach seine Nachfolger Pete Gill (mit seinem übermenschlich tighten Punch) und Mikkey Dee (die Symbiose aus filigraner Technik und der Durchschlagskraft einer Panzerfaust) eines Besseren belehrten. Und so verhält es sich auch mit dieser Scheibe. Phil konnte mit seinem sehr guten, aber beileibe nicht besonders originellen oder überragend energetischen Rock-Drumming aus diesen Rock-Songs auch nicht mehr machen, als sie damals waren und heute immer noch sind: Guter Durchschnitt. Selbst die schnellen Nummern «What On Earth», «Traitor» und «I Am Dying» lassen mich ziemlich kalt. Da wurde irgendwie krampfhaft versucht, das simple und gegen Ende seiner Motörhead-Karriere sogar ziemlich unorigin elle Riffing von Fast Eddie Clarke zu reproduzieren, ohne auch nur ansatzweise an das Original heranzukommen. Ein Juwel für Motörheadbanger? Möglicherweise, jedenfalls sofern Kieselsteine neuerdings auch als Edelsteine gelten.
Mirko B.   
Punkte:
 5.6 von 10
BRANT BJORK – Jacoozzi  (Re-Release LP)
Heavy Psych Sounds Records

Die Songs auf «Jacoozzi» sind bereits vor neun Jahren entstanden, als rein instrumentale Ego-Jamsession von Brant Bjork, und wurden nach Fertigstellung der Aufnahmen erst mal ad Acta gelegt. Warum diese Recordings jetzt doch noch über Heavy Psych Sounds Records veröffentlicht werden, ist mir etwas rätselhaft. Vom Interpreten habe ich schon Sachen zum Besprechen bekommen, die sich als kleine Perlen erwiesen haben – „Jacoozzi“ jedoch gehört definitiv nicht zu dieser Kategorie. Eingefleischte Desert Rock- und Brant Bjork-Fans werden mich dafür zur Persona non grata deklarieren, aber mehr als eine Ansammlung von Ideen und lockeren Gitarrenlicks ist diese Scheibe nicht. Sämtliche Tracks hat der Maestro im Alleingang eingespielt, in einer offensichtlich äusserst entspannten Stimmung, wie es sich für einen Pothead schliesslich auch gehört, und dieses Laid-Back-Feeling hat er direkt auf die Instrumente übertragen. Ein bisschen Funk hier, ein bisschen swingenden Jazz da, und das war’s eigentlich schon mit den Überraschungen, der Rest ist eher leise und gemütlich gehalten. Mir wäre lieber gewesen, er hätte aus dieser Ansammlung von Ideen richtige Songs gemacht, aber das war wohl nicht in seinem Sinn. Schade, denn aus einigen Nummern hätten richtig gute Songs entstehen können, wenn man sie bloss nur noch etwas ausgearbeitet und vollendet hätte. Der letzte Song «Do You Love Your World», auf dem er sogar singt, ist beispielsweise so eine verpasste Chance. Ohne den Verdienst von Brant Bjork für die Rock Musik schmälern zu wollen, hier wird aus etwas Unfertigem Geld generiert. Nicht mein Ding.
Mirko B.   
Punkte:
 keine Wertung
JUGGERNAUT - Baptism Under Fire / Trouble Within (2 Re-Release CDs)
Metal Blade/Sony
Hm, es scheint wohl modern zu sein bei den Labels, alte Alben von Bands aus den 70er, 80er wieder zu veröffentlichen. So trifft es auch auf die beiden Alben von Juggernaut aus den Jahren 1986 und 1987 zu. Dazu gibt’s wie gehabt noch etliche Bonustracks. Das heisst Demo oder EP-Versionen, die eh schon auf dem regulären Album zu hören sind. Wer sowas braucht? Keine Ahnung. Als ob die Veröffentlichungsflut nicht schon gross und unübersichtlich genug wäre. Aber was soll’s, kommen wir zur Musik der Metaller. Zu hören kriegt man typischen puren Heavy Metal aus den 80ern. Tonnenweise Gitarrenriffs, wuchtige Drums auf Rundling eins und dazu der eher hohe Gesang von Harlan Glenn. CD2 «Trouble Within» wurde dann von Steve Cooper eingesungen. Einen riesigen Unterschied der beiden Shouter findet man allerdings nicht. Oft klingen die Songs etwas chaotisch und derweilen auch sehr ähnlich. Ich denke, diese Alben sind eher was für Juggernauts Die-Hard-Fans, wenn es die noch gibt. Das Problem ist halt, dass man sowas schon zu viel gehört hat. Ich finde das Ganze ziemlich überflüssig, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Crazy Beat  
Punkte: keine Wertung
ATTIKA – When Heroes Fall (Re-Release CD)
Pure Steel Records
Es gibt Leichen, die sollten begraben bleiben. Das trifft auf dieses Album zu, das 1992 von den Amerikanern Attika veröffentlicht wurde. Die Band war zwischen 1986 und 1996 aktiv und wird in diesem Sommer für einen Auftritt nach Deutschland kommen. Wohl als Vorbereitung darauf erfährt jetzt dieses Album seine Wiederveröffentlichung. Es wurde neu gemastert. Dies hilft aber weder dem schwachen Songwriting, noch dem unterirdischen rumpligen Gesamtsound. „Iron Maiden für Ahnungslose“ könnte noch eine nette Bezeichnung sein. Wobei – so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Die zehn Lieder plätschern aber belanglos am Ohr vorbei, ohne dass nur eine einzige Melodie hängen bleibt. Da stellt sich leider die Frage, wer so was braucht? Vielleicht Nostalgiker, die um jeden Preis eine wohl schon damals zu Recht unbekannte Band um jeden Preis wiederbeleben möchten? Eine andere Internetplattform gibt «When Heroes Fall» 56 von 100 Prozent. Dem kann ich mich nur anschliessen. Dem Label Pure Steel Records ist immerhin gut zu halten, dass sie gewisse Erinnerungen wach halten. Wenn diese aber so aussehen, dann widme ich meine Zeit lieber aktuellen Bands, die in sämtlichen Belangen deutlich stärker klingen.
Roger W.  
Punkte: keine Wertung
HANS LUNDIN - The Solo Years 1982 - 1989  (6 CDs)
Tempus Fugit/Musikvertrieb
Der Kaipa Chef kommt hier mit einer Sechs!!! Die CD Box. Das erste Album «Tales» von 1984 ist ein eher langweiliges Instrumental-Werk, das bisher nur auf LP erschienen ist. Es schien, als probiere Lundin hier alle seine Synthies aus. Ausser dem quirligen «Narrow Escape» ist hier nichts Interessantes auszumachen. Album zwei «Visions Of Circles Of Sounds» ist 1985 auch nur als LP erschienen. Es ist etwas experimenteller, aber auch nicht besser. Vor allem nerven die Drum-Computer gehörig. Man hört hier die typischen 80er Keyboards raus. Auch hier ist nur ein schöner Song zu finden – der ruhige «Circles Of Sounds Part III». CD Nummer drei, «Houses» von 1989, ist dann zeitweise etwas besser – so der entspannende Opener «Hasselbo» oder «Two Girls In A Black House», das getragen wird von einem tollen Gitarrensolo. Ansonsten sind wieder viel 80er Synthies und Drums aus der Dose enthalten. CD vier ist ein unveröffentlichtes Album aus der Zeit von 1986/87. Viel musikalisches Geplätscher und viele Synthie Spielereien, die irgendwie seltsam klingen, sind zu hören– wie beim langweilige «Fluttering Wings In The Abandoned Jungle». «Dark And Golden Mountainmirages» liefert mir Fusion Einschlag. Das ebenfalls etwas quirlige Keyboard-lastige «A Walk By The Forever River» gefällt mir dann wieder sehr gut. CD fünf von 1979-84 sind Songs, die keinen Platz auf den Alben dieser Zeit gefunden haben. Dem entsprechend sind hier alle zwölf Songs langweilig und nichtssagend, leider. Dann wäre da noch CD Nummer sechs. Der Opener «Dina Mönster Dina Djup» ist dann eeeeendlich mit Gesang – das klingt schon viel besser. Dieses Album namens «Okänt Öde»,auch 1979-84, enthält einige Kaipa Demos. Auch noch spannend ist «Kall Natt», es klingt so richtig frisch – eine tolle Prog Rock-Nummer, welche auf schwedisch gesungen ist. Das rockige «Nytt Blod Rusar Fram», eine Demo Aufnahme von 1998, klingt ebenfalls interessant – der beste Song, den ich bisher gehört habe. Phu, was soll man da sagen. Ich verehre Lundin für seine grandiosen Kaipa Werke. Aber sechs CD’s, fünfundsechzig Songs, davon die meisten Instrumental – das ist eindeutig zuviel des Guten. Eine CD mit den besten Songs dieser sechs Alben hätte gereicht. Schade, aber leider wahr, sorry Hans.
Crazy Beat 
Punkte: keine Wertung
BOTANIST - Hammer Of Botany + Oplopanax Horridus  (LP)
Aural Music
Bei Botanist handelt es sich um eine Black Metal-Band, oder aus ihrer Sicht um eine Green Metal-Band! Wie Green Metal tönen soll, probiere ich mit diesem Review zu beschreiben. Geboten wird die bereits veröffentlichte «Hammer Of Botany»-EP plus den unveröffentlichten Song «Oplopanax Horridus». Mit «The Footsteps Of Spring» wird diese EP eröffnet und was da aus den Boxen kommt, gleicht einer Band im Demo-Status, die noch viel Arbeit vor sich hat. Wirr und nicht ausgereift ist der Song, der leider auch keinen roten Faden besitzt! Mit verzweifeltem Geschrei rast «Flame Of The Forest» an mir vorbei und ein weiterer Negativpunkt ist der grottenschlechte Schlagzeugsound. Leider wird auch dieser Song nicht in die Geschichtsbücher eingehen. «Upon The Petals Of Flowers» macht seine Sache leider auch nicht besser, aber wenigstens ist dieser Song schnell vorüber! Schleppend geht es mit «Stachys Olympica» weiter und es rumpelt an allen Ecken und Enden! Variabler wird es mit «Pelargonium Triste», aber leider nicht sehr inspiriert! Zum Schluss gibt es als Draufgabe noch den Bonustrack «Oplopanax Horridus». Was soll man zu diesem dissonanten Stück, das sich in Qualität in keinster Weise von seinen Vorgängern abhebt, noch sagen? Einzig vielleicht, dass die Tortur für die Ohren jetzt über zwölf Minuten andauert! Dieses Album hat keine Höhenpunkten und widerspricht dem grünen Gedanken, denn hier handelt es sich um Rohstoff-Verschwendung!!
Roolf   
Punkte: 5.0 von 10
NUSQUAMA – Horizon Ontheem
Eisenwald
Der Sänger krächzt aus dem letzten Loch, die Gitarren schrummlen durch die Gehörgänge und die Schlagbude wird zerlegt. Willkommen in der Post-Black Metal-Welt der Holländer. Schmerz und Qualen scheinen hier der Hauptantrieb zu sein, was dem Material eine gewisse Sog-Wirkung bringt, aber die Scheibe ist bei weitem nicht für die breite Masse gedacht. Während andere Bands auch mal etwas Licht in die Dunkelheit bringen, so ist bei Nusquama die Disharmonie die omnipräsente Macht. Wenn man nicht schon Depressionen hat, dann kann der Konsum von «Horizon Ontheem» zumindest zu einer miesen Laune führen, ausser man gehört zu den Menschen, welche das Leiden als grösstes Glück betrachten. Natürlich könnte man attestieren, dass «Horizon Ontheem» mehr als Kunstwerk angesehen werden sollte, doch selbst mir als Misanthrop geht die gebotene Leides-Leier irgendwann auf den Sack. Es gibt nur vereinzelt kurze Momente (z.B. «Met Gif Doordrenkt»), in denen mich das Material aufhorchen lässt, aber die Momente sind einfach zu kurz, um mich wirklich fesseln zu können. Ich möchte nun «Horizon Ontheem» nicht grundsätzlich in einem schlechten Licht dastehen lassen, denn ich bin mir sicher, es wird da draussen irgendwo ein paar Seelen geben, die sich voller Euphorie auf die Klänge stürzen und sich einen Dreck um meine Worte scheren werden.
R.K.   
Punkte: 3.5 von 10
LASTER - Het Wassen Oog
Prophecy Productions
Die Beschreibungen, für den jeweiligen Sound der zu besprechenden Bands, werden immer spezieller! So haben es wir hier mit dem holländischen Trio von Laster zu tun, deren Musik sich Post Avantgarde Black Metal nennt, oder wie die Band ihn mit Obscure Dance Music betitelt. Der dritte Output von Laster beginnt mit «Vacuum Behoud» und ist als stinknormale Rockmusik zu bezeichnen. Die gekünstelten und oberschrägen Breaks heben den Sound ein wenig vom Alltagsbrei ab. Das vereinzelte Gekeife des Sängers ist die einzige Zutat in Richtung Black Metal. Die hypernervösen Intermezzi machen den Song auch nicht besser. «Schon Schijn» kommt mit jazzigem Anstrich daher und erwartet vom Hörer eine gewaltige Schippe Offenheit. Aber ausgefallen und komplex zu sein, heisst noch lange nicht, dass das Resultat auch geile Musik ist. Mit schrägen Riffs und Mönchsgesang ist auch «Zomersneeuw» von der komischen Sorte. Die gesprochenen Passagen kommen direkt aus der geschlossenen Abteilung des Irrenhauses! Das jazzige Zwischenstück «Ondersteboven» ist nun an der Reihe. Leider nervt auch dieser Song und mit Metal im eigentlichen Sinne hat diese Geschichte nichts mehr zu tun! Endlich geht es mit «Haat & Bonhomie» mal so richtig zur Sache, zumindest für eine Minute, denn danach ist Schlagerparade angesagt!! Nichts passt zueinander und so werden auch verschiedene Stile querbeet miteinander verbunden! Mathcore-mässig wird mit «Blind Staren» aus der Hüfte geschossen, aber danach ist relaxte Fahrstuhlmusik angesagt! Bei «Weerworm» wird es ein weiteres Mal dubios und man fragt sich: Kann es noch schlimmer kommen?! Mit «Zinsbetovering» ist das Ende zum Glück nah! An diesem Album ist vor allem die Bezeichnung speziell und für mich ist es ganz weit vorne, bei den schlechtesten Alben dieses Jahres!!
Roolf   
Punkte: 3.5 von 10
CD Reviews Archiv
Juli 2000  August 2000  September 2000  Oktober 2000
November 2000  Dezember 2000  Januar 2001  Februar 2001
März 2001  April 2001  Mai 2001  Juni 2001  Juli 2001  August 2001
September 2001  Oktober 2001  November 2001  Dezember 2001
Januar 2002  Februar 2002  März 2002  April 2002  Mai 2002
Juni 2002  Juli 2002  August 2002  September 2002  Oktober 2002
November 2002  Dezember 2002  Januar 2003  Februar 2003
März 2003  April 2003  Mai 2003  Juni 2003  Juli 2003  August 2003
September 2003  Oktober 2003  November 2003  Dezember 2003 
Januar 2004  Februar 2004  März 2004  April 2004  Mai 2004
Juni 2004  Juli 2004  August 2004 September 2004 Oktober 2004
November 2004  Dezember 2004  Januar 2005  Februar 2005
März 2005 April 2005 Mai 2005 Juni 2005  Juli 2005  August 2005
September 2005  Oktober 2005  November 2005  Dezember 2005
Januar 2006  Februar 2006  März 2006  April 2006  Mai 2006

Juni 2006  Juli 2006  August 2006  September 2006  Oktober 2006
November 2006  Dezember 2006  Januar 2007  Februar 2007
März 2007  April 2007  Mai 2007  Juni 2007  Juli 2007  August 2007
September 2007  Oktober 2007  November 2007  Dezember 2007
Januar 2008  Februar 2008  März 2008  April 2008  Mai 2008
Juni 2008  Juli 2008  August 2008  September 2008  Oktober 2008
November 2008  Dezember 2008  Januar 2009  Februar 2009
März 2009  April 2009  Mai 2009  Juni 2009  Juli 2009  August 2009
September 2009  Oktober 2009  November 2009  Dezember 2009
Januar 2010  Februar 2010  März 2010  April 2010  Mai 2010 
Juni 2010  Juli 2010  August 2010  September 2010  Oktober 2010

November 2010  Dezember 2010  Januar 2011  Februar 2011
März 2011  April 2011  Mai 2011  Juni 2011  Juli 2011  August 2011
September 2011  Oktober 2011  November 2011  Dezember 2011
Januar 2012  Februar 2012  März 2012  April 2012  Mai 2012  Juni 2012
Juli 2012  August 2012  September 2012  Oktober 2012  November 2012
Dezember 2012  Januar 2013  Februar 2013  März 2013  April 2013
Mai 2013  Juni 2013  Juli 2013  August 2013  September 2013 
Oktober 2013  November 2013  Dezember 2013  Januar 2014
Februar 2014  März 2014  April 2014 
Mai 2014  Juni 2014  Juli 2014

August 2014  September 2014  Oktober 2014  November 2014
Dezember 2014  Januar 2015  Februar 2015  März 2015  April 2015

Mai 2015  Juni 2015  Juli 2015  August 2015  September 2015
Oktober 2015  November 2015  Dezember 2015  Januar 2016
Februar 2016  März 2016  April 2016  Mai 2016  Juni 2016  Juli 2016
August 2016  September 2016  Oktober 2016 November 2016
Dezember 2016  Januar 2017  Februar 2017  März 2017  April 2017
Mai 2017  Juni 2017  Juli 2017  August 2017  September 2017
Oktober 2017  November 201
7  Dezember 2017  Januar 2018

Februar 2018  März 2018  April 2018  Mai 2018  Juni 2018  Juli 2018
August 2018  September 2018  Oktober 2018  November 2018 
Dezember 2018  Januar 2019  Februar 2019  März 2019